Finanzplan
Verschuldung nimmt zu: Langendorf ist nicht mehr in der Komfortzone

Der Gemeinderat informierte sich über Finanzplan, Feuerwehr und Schulanlagen. Weil bis 2019 die angestrebte 100-prozentige Selbstfinanzierung nicht erreicht werden könne, müsse jetzt «Gegensteuer» gegeben werden, so Gemeindeverwalter Kurt Kohl.

Gundi Klemm
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Der Finanzplan der Gemeinde Langendorf «zeigt ein leicht düsteres Bild», so Gemeindeverwalter Kurt Kohl.

Der Finanzplan der Gemeinde Langendorf «zeigt ein leicht düsteres Bild», so Gemeindeverwalter Kurt Kohl.

Felix Gerber

«Unser Finanzplan für diese Periode zeigt ein leicht düsteres Bild.» Gerechnet hatte Kohl mit einem Steuerfuss von 110 Prozent. Jährlich entstehe ein Aufwandüberschuss von 400 000 bis 700 000 Franken, sofern der Steuerfuss nicht erhöht wird. Auch das Eigenkapital von jetzt 2,5 Mio. reiche allenfalls bis 2016.

Als Damoklesschwert erweist sich zudem die Ausfinanzierung der Pensionskasse, die in Langendorf für die Angestellten von Verwaltung und Schule 2,5 Mio. Franken betragen würde.

Immerhin erfolgte im letzten Rechnungsjahr bereits eine Rückstellung von rund 1 Mio. Franken. «Wie es in dieser Frage weitergeht, können wir tatsächlich erst nach der kantonalen Abstimmung sagen», betonte Kohl, der das gesamte Zahlenwerk, das mit einem verringerten Wachstum rechnet, dem Rat zur Kenntnisnahme vorlegte.

Seine Zahlen zeigten, dass die Verschuldung zunimmt. Auch Rolf Truninger bestätigte als Präsident der Finanzkommission, dass er die Finanzlage angespannt, aber dennoch nicht so dramatisch sehe. «Wir bewegen uns nicht mehr in der Komfortzone und sollten auf einige Projekte verzichten und auch Verkäufe ins Auge fassen.» Gemeindepräsident Hans-Peter Berger antwortete, dass dieser Finanzplan nirgendwo Wunschbedarf berücksichtige.

Suche nach Einnahmen

Die Finanzkommission hatte mit gesamthaft 188 000 Franken oder jeweils 3500 Franken die tatsächlichen Kosten pro Schüler für die Langendorfer Schulanlagen, die auch von Jugendlichen aus Oberdorf und Rüttenen besucht werden, errechnet. Pro eigenen Schüler werden von den Nachbargemeinden jetzt bereits 1500 Franken Betriebsbeitrag gezahlt. Das sei in der sich abzeichnenden kritischen Finanzlage zu wenig, betonte Fiko-Präsident Truninger.

Gemeinderat Adrian Marti stützte dies als «gerechtfertigte Fragestellung», um Transparenz in die effektiven Leistungen der Gemeinde Langendorf für den Unterhalt der Infrastruktur im Schulwesen zu bringen. Laut Gemeindeverwalter Kohl deckt aber der Betriebskostenbeitrag alle laufenden Kosten mit Ausnahme neuer Investitionen.

Der Gemeindepräsident verwies darauf, dass Langendorf als Leadgemeinde der Schuloberstufe und nicht als Teil eines Zweckverbandes- die Investitionskosten für die Schulanlagen bisher selbst tragen wollte. Er sprach sich nachdrücklich gegen den Antrag aus. Der Gemeinderat entschied sich indes nach längerer Abwägung mehrheitlich im Sinne einer soliden Grundlage für ein erneutes Durchrechnen der Mietkosten und deren mögliche Umlage.

Ideenwettbewerb Schulanlagen

Urs Bentz machte in Namen der interdisziplinären Kommission 4. Kindergarten auf die Schwierigkeit aufmerksam, Neu- oder Anbau wie auch ein Provisorium für diese neue Klasse sinnvoll in Bestehendes einzubetten. Seit Schuljahresbeginn ist dieser 4. Kindergarten nun schon übergangsweise in einem dafür hergerichteten Schulzimmer untergebracht. Um aber eine zukunftstaugliche Lösung zu finden, plädierte Bentz für eine Gesamtschau der Schulanlagenplanung, damit der wirkliche Bedarf festgestellt werden könne. Um die dafür nötigen Grundlagen zu erhalten, beauftragte der Rat Wolfgang Aeberhard, ein Pflichtenheft für einen diesbezüglichen Ideenwettbewerb zu erarbeiten.

Im Weiteren reduzierte der Rat den Unterstützungsbeitrag fürs Alte Spital in Solothurn von bisher 10 800 auf 7500 Franken.