Busreisen

Von Lyssach nach ganz Europa

Heinz Weber, Leiter der Twerenbold Reisen AG, präsentiert den neuen Reiseterminal in Lyssach. Foto: Hansjörg Sahli

Heinz Weber, Leiter der Twerenbold Reisen AG, präsentiert den neuen Reiseterminal in Lyssach. Foto: Hansjörg Sahli

Busferienreisende aus dem Grossraum Bern und Solothurn sollen besser bedient werden. Dazu hat der Reiseveranstalter Twerenbold in Lyssach für drei Millionen Franken einen Busreiseterminal eröffnet.

Den Standort Lyssach haben wir ganz gezielt ausgewählt», sagt Heinz Weber, Geschäftsleiter der Twerenbold Reisen AG mit Hauptsitz in Baden. In kurzer Distanz zur Autobahn hat der grösste Carreiseveranstalter der Schweiz kürzlich seinen vierten Busterminal eröffnet. «Damit können wir unseren Gästen aus dem Grossraum Bern bis nach Biel, Grenchen, Solothurn sowie aus dem Oberaargau und dem Emmental bereits zu Reisebeginn deutlich mehr Komfort bieten», begründet Weber die Investition von rund drei Millionen Franken in den neuen Reiseterminal.

Die Reise beginnt schon vor der Reise

Denn die Reise beginne bereits vor der eigentlichen Reise, weiss Weber aus Erfahrung. Er arbeitet seit 22 Jahren in der Branche und nimmt ab und zu persönlich Platz hinter dem Car-Steuerrad. «Ich muss wissen, was an der Front läuft.» Die Anreise für die Gäste müsse möglichst unkompliziert sein, es benötige bewachte Parkplätze, einen Warteraum, Toiletten, Cafeteria usw. «Eine gute, grosszügige Infrastruktur ist für den Geschäftsverlauf mitentscheidend.» Dasselbe gelte beim Ende der Reise. Das Konzept der Terminals entspreche einem wachsenden Kunden-Bedürfnis. «Damit können wir uns von der Konkurrenz abheben.» Deshalb und weil der Zeitaufwand verkehrstechnisch hoch ist, habe Twerenbold schon vor längerer Zeit begonnen, die Terminals zum Ein- und Aussteigen aus den Städten auszulagern. Wil ersetzte St.Gallen, Zürich-Flughafen den Terminal in der Stadt Zürich. Und neu ersetzt eben Lyssach bei Burgdorf den früheren Einsteigeort auf der Schützenmatte in Bern. Neben diesen drei Standorten betreibt Twerenbold den vierten Terminal in Baden, wo die Firmengeschichte begann (siehe Kasten).

Ab Lyssach könne der Kunde künftig rund 150 verschiedene Bus-, Fluss- und Wanderreisen an 1500 unterschiedlichen Abreisedaten beginnen. «Der Standort ist ideal. Für unsere Rundreisen können wir innert kurzer Zeit alle übrigen Einsteigeterminals in der Schweiz bedienen. Das bedeutet kurze Transferzeiten», erläutert Weber das Konzept. Hinter Baden-Rütihof, wo rund 40 Prozent der Gäste einsteigen, und Zürich-Flughafen sei Lyssach-Burgdorf bereits der drittwichtigste Einsteigeort für die Twerenbold-Rundreisen. Den Anteil beziffert Weber auf gegen 15 Prozent. Die Tendenz sei stark steigend.

Ausbau des Terminals geplant

Mittelfristig ist ein Ausbau des Terminals in Lyssach geplant. So sollen im Reserveraum im Obergeschoss Büros eingerichtet werden. Endziel sei, dass künftig alle Reisen auch vor Ort gebucht werden können, blickt Weber nach vorne. Bis zu zehn neue Arbeitsplätze könnten geschaffen werden. Bereits vor vier Jahren habe Twerenbold 8000 Quadratmeter Land nahe am Autobahnanschluss gekauft. Davon ist jetzt die Hälfte bebaut. Der Terminal umfasst eine Bushalle, eine Wartehalle mit Bistro sowie 100 Kunden- und Busparkplätze. Der Neubau ersetzt das bisherige Provisorium am gleichen Standort. Nach den positiven Erfahrungen mit den Einsteigeterminals will Twerenbold in den nächsten Jahren weitere Regionen mit einem «Busbahnhof» erschliessen. So soll laut Weber in Baden-Rütihof ein Terminal 2 gebaut werden, und ein weiterer sei in der Ostschweiz geplant.

Trotz garstigem Wetterist der Kundenparkplatz beim Augenschein in Lyssach ziemlich gut besetzt. Die Autokennzeichen verraten, dass die Busreisenden nicht nur aus dem Kanton Bern stammen, sondern auch aus Freiburg, Luzern, Solothurn und gar aus dem Waadtland. «Aktuell sind ein- oder mehrtägige Reisen an die Weihnachtsmärkte gefragt», berichtet Weber. Insbesondere beliebt seien Städte in Deutschland, Österreich sowie teilweise im Elsass und in Italien.

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