Innensanierung
Versenken die Härkinger Katholiken ihr Projekt?

Über den 500'000-Franken-Kredit für die Innensanierung der Kirche wird nun an der Urne entschieden. Eine Prognose zum Ausgang der Abstimmung wollte Kirchgemeindepräsident Eduard Jäggi nicht abgeben.

Erwin von Arb
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Innensanierung der Härkinger Kirche

Innensanierung der Härkinger Kirche

Bruno Kissling
Der Bau der Kirche St. Johannes jährte sich 2015 zum 60. Mal.

Der Bau der Kirche St. Johannes jährte sich 2015 zum 60. Mal.

Bruno Kissling

An diesem Wochenende entscheiden die Stimmberechtigten der römisch-katholischen Kirchgemeinde, ob die Innenräume der Kirche St. Johannes saniert und umgestaltet werden oder ob das 500'000 Franken teure Projekt endgültig zu Grabe getragen werden muss. Herbeigeführt wurde diese finale Situation von den Gegnern des Projekts, die an zwei Kirchgemeindeversammlungen Urnengänge für das Projekt erzwangen (wir berichteten).

Zuerst störten sich die Gegner daran, dass die Kirche vermehrt für gesellschaftliche Anlässe genutzt werden sollte. Dies war zumindest anfangs Mai 2015 an der Kirchgemeindeversammlung das am meisten ins Feld geführte Argument gegen die Pläne des Kirchenrates. Dieser möchte nicht nur die 60-jährige Bausubstanz einer Sanierung unterziehen, sondern auch zusätzlichen Raum für gesellschaftliche Anlässe schaffen.

Mehrheitlich gute Kritiken

Nötig sei dies, weil es keinen Pfarreisaal gebe und der Raum «Oase» in der Kirche zu klein sei, wurde argumentiert. Abhilfe schaffen soll die räumliche Abtrennung des Kirchenraums und des Eingangsbereichs mittels eines Vorhangs. Im vom einheimischen Architekt Markus Oegerli entworfenen Projekt ist ferner der Einbau einer Kochgelegenheit mit Office im «Oase»-Raum vorgesehen. Obwohl sich eine Mehrheit für das zukunftsgerichtete Vorhaben aussprach, gelang es den Gegnern mittels einer Abstimmung einen Urnengang für das Projekt zu erzwingen.

Wieder auf das Gleis zurückgebracht wurde das Umgestaltungsprojekt für die Johanneskirche in September 2015. Von den 522 stimmberechtigten Katholiken gingen rund 51 Prozent an die Urne. Dabei sprachen sich 142 Stimmberechtigte für das Projekt aus, 124 waren dagegen. Damit war der Weg frei, der Kirchgemeindeversammlung auch den für die Realisierung notwendigen Kredit von 500'000 Franken zur Genehmigung vorzulegen. Kirchgemeindepräsident Eduard Jäggi äusserte sich damals bezüglich des Projekts vorsichtig optimistisch.

Dass auch bei darauf folgenden Kirchgemeindeversammlung, die am 20. April dieses Jahres abgehalten wurde, nicht alles glatt laufen würde, machte bereits der Aufmarsch von 57 Stimmberechtigten deutlich. Diesmal stand bei den wiederum zahlreich aufmarschierten Gegnern nicht mehr das Projekt in der Kritik, sondern primär die Kosten. Als Wortführer trat damals Willy Oegerli auf, welcher der Einwohner- wie der Kirchgemeinde gleichermassen vorwarf, das Geld mit beiden Händen auszugeben. Die Kirchgemeinde dürfe nicht über ihre Verhältnisse leben, so Oegerli.

Finanzierung ist sichergestellt

Kirchgemeindepräsident Eduard Jäggi hatte dazu erklärt, dass die Kirchgemeinde sehr wohl in der Lage sei, das Projekt zu finanzieren. Dafür seien Rückstellungen in der Höhe von 225'000 Franken getätigt worden. Vorgesehen sei ferner die Aufnahme einer Hypothek von 300'000 Franken, welche innert zehn Jahren zurückbezahlt werden soll.

Diese Argumente vermochten die Gegner nicht zu überzeugen und so stellten sie wiederum den Antrag, über den Kredit sei an der Urne abzustimmen. Weil 19 der 57 Stimmberechtigen und damit wie in der Gemeindeordnung vorgeschrieben 30 Prozent der Versammlung diesem Antrag zustimmten, muss der Souverän an diesem Wochenende über den Projekt-Kredit von 500'000 Franken befinden.

«Akzeptiere jeden Entscheid»

Eine Prognose zum Ausgang der Abstimmung wollte Kirchgemeindepräsident Eduard Jäggi nicht abgeben. «Es wird auf jeden Fall knapp», so der 62-Jährige. Er werde jeden Entscheid akzeptieren, auch wenn es ihn schmerzen würde, falls der Kredit abgelehnt würde. Sollte das der Fall sein, werde man sich auf den Erhalt der Bausubstanz konzentrieren, wie etwa die Reinigung des Verputzes in der Kirche. Trotzdem realisieren möchte der Kirchenrat den Ausbau der WC-Anlagen. Noch hat Jäggi die Hoffnung aber nicht aufgegeben, dass die Katholiken dieses aus seiner Sicht für Härkingen wichtige Projekt gutheissen werden.

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