Oensingen
Holzen im Berg ist kostenintensiv

Die Bürgergemeinde lud im Rahmen des Behörden- und Waldtags zum Workshop ein. Präsident Remo Liechti ist zufrieden: «Bürgerrat und Forstkommission konnten sich ein Bild machen, welch tolle Betriebe die Bürgergemeinde besitzt.»

Bruno W. Heiniger
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Die Workshopteilnehmer staunten ob der Leistungsfähigkeit des Riesenhackers, der ganze Baumstämme in kurzer Zeit zu Holzschnitzeln zu verarbeiten kann.

Die Workshopteilnehmer staunten ob der Leistungsfähigkeit des Riesenhackers, der ganze Baumstämme in kurzer Zeit zu Holzschnitzeln zu verarbeiten kann.

Roland Bobst

Mitglieder des Bürgerrates, der Forstkommission und des Forstbetriebes erfuhren beim jüngst durchgeführten Behörden- und Waldtag, was im Wald, Forst und im Kieswerk so alles abläuft. Bürgergemeindepräsident Remo Liechti konnte zu diesem ganztägigen Workshop als Gäste auch Kreisförster Urs Allemann und vom Kieswerk Aebisholz Geschäftsführer Felix Hofer sowie Ueli Zenger und Mike Burkhalter begrüssen. Die erste Hälfte des Tages in Anspruch nahm der Forstbetrieb. Informiert wurde über dessen Grösse und die Anzahl der Beschäftigten. Beleuchtet wurde auch die Effizienz und damit die Rentabilitätssteigerung der Arbeitsabläufe. Da aktuell dafür weder Vor- noch Nachkalkulation bestehen, muss dieser Bereich in nächster Zeit neu analysiert werden.

Holzvorrat geht zur Neige

Ferner ging es um Arbeiten, die von Dritten oder für Dritte ausgeführt werden. Grössere Arbeiten werden ausgeschrieben und der Betrieb muss bewerben. Diese Arbeiten werden im Stundenlohn ausgeführt und sind deshalb kostendeckend. Arbeiten mit grossen Maschinen werden von privaten Unternehmen ausgeführt. Diese Zusammenarbeit ist sehr gut, wie erwähnt wurde. Bezüglich des Holzvorrats war zu erfahren, dass dieser noch die nächsten zwei bis drei Jahre ausreichen wird, um den Bedarf an Schnitzeln abzudecken. Danach muss Holz zugekauft werden. Maschinenpark und Werkhof befinden sich auf dem neusten Stand, wie bemerkt wurde.

Herausforderung Försternachfolge

Grossen Nachholbedarf gibt es hingegen bei den Waldstrassen, deren Zustand durch die Witterung und durch schwere Waldmaschinen teilweise stark gelitten hat.

Als Herausforderung angesehen wird auch die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für den vor der Pension stehenden Förster Ernst Braun. Ein optimaler Amtsantritt sollte im kommenden Sommer erfolgen. Ebenfalls auf der Wunschliste steht die Realisierung eines Waldlehrpfades.

Recycling für Kieswerk wichtig

Interessant war auch der Rundgang durch das Kieswerk Aebisholz. Dabei konnte von Geschäftsführer Felix Hofer viel Neues erfahren werden, etwa über die Beschaffenheit des Rohmaterials und die Arbeitsabläufe innerhalb des Betriebes. Die Abbauhöhe im Kieswerk beträgt 20 Meter, wie Hofer erwähnte. Letztes Jahr wurden 200 000 Kubikmeter Kies abgebaut und verwertet. Grossabnehmer ist derzeit die Baustelle des Tunnels auf der neuen A 16 (Juraautobahn). Der Kiesvorrat beträgt etwa 2 Mio. Kubik in der bewilligten Abbauzone, was für die nächsten 15 Jahren ausreichen sollte. Immer wichtiger wird das Recycling von Abbruchmaterial. Sehr viel davon kann wieder verwendet werden. Der Rest (Inert) wird in einigen Jahren auf der eigenen Deponie, deren Planung schon sehr weit fortgeschritten ist, definitiv eingelagert werden können. Dem Naturschutz und der Renaturierung wird viel Beachtung geschenkt. Ein eigenes Biotop, Platz für Bruthöhlen von Uferschwalben und eine Biokläranlage zeugen davon.

Leistungsfähige Maschinen

Nicht weniger interessant war am Nachmittag der Workshop mit praktischen Arbeiten an verschiedenen Stationen im Gebiet unterhalb des Roggens. Zuerst wurde ein Riesenhacker vorgestellt, welcher in der Lage ist, Baumstämme in kurzer Zeit zu Holzschnitzeln zu verarbeiten und dies im Umfang von 150 Kubikmetern Holz pro Stunde. Der Betrieb der Bürgergemeinde in der Brüggmatt benötigt aktuell 2000 Kubikmeter Schnitzel zur Deckung des monatlichen Bedarfs der Fernwärmeanlage. Nicht grad wenig auch die Anschaffungskosten eines solchen Ungetüms (Riesenhacker): 1,2 Mio. Franken. Vorgestellt wurde ferner eine Maschine, die Baumstämme spaltet, um diese danach im Hacker verarbeiten zu können. Zum Einsatz gelangte auch die neu erworbene Anlage, welche von einer Person bedient Bäume in Windeseile schlagen und danach fachgerecht lagern kann.

Eines war an den Arbeitsplätzen nicht zu überhören: die Sorgen und Nöten der Waldwirtschaft im steilen Gelände. Im Berg kann kaum kostendeckend geerntet werden. Zudem gibt es dort kein hochwertiges Holz, dafür viele Schädlinge. Dazu kommen hohe Transportkosten und schlechte Holzpreise.

Liechti will Waldtag lancieren

«Aus meiner Sicht war der Tag ein voller Erfolg», zog Bürgergemeindepräsident Remo Liechti am späten Nachmittag eine positive Bilanz. Bürgerrat und Forstkommission hätten sich ein Bild machen können, welch tolle Betriebe die Bürgergemeinde besitze oder wo es Schwachstellen gebe. «Es liegt nun an der Behörde, diese Aufgaben anzugehen, damit wir auch in Zukunft eine erfolgreiche Bürgergemeinde bleiben», so Liechti. Um auch der breiten Bevölkerung zu zeigen, was die Bürgergemeinde zu bieten hat, zum Beispiel in Form eines Waldtages.

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