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Er beurteilt Problemhunde fürs Veterinäramt: «Mich hat noch keiner getäuscht»

Er beurteilt Problemhunde fürs Veterinäramt: «Mich hat noch keiner getäuscht»

Er sagt von sich, er könne Hunde lesen: In der Sendung "tierisch" sprach Hundetrainer Urs Baschung über sein Vorgehen.

Der Solothurner Urs Baschung hat ein Gespür für Hunde. Deshalb ist der Hundetrainer einer der Spezialisten, die für die Schweizer Veterinärämter schwierige Tiere einschätzt. Im Beitrag der Sendung «tierisch» spricht er über sein Vorgehen.

Es gibt kein System. Den Hund lesen können, das müsse man, sagt Urs Baschung. Er arbeitet seit mehr als 40 Jahren mit Hunden und gehört aufgrund seiner Erfahrung zu den Besten seines Gebiets. 

Baschung nennt seine Tätigkeit eine Berufung. Denn: «Das kann man nicht lernen, indem man Kurse besucht. Ich kann einen Hund anschauen und weiss genau, wie er tickt, mir hat noch nie einer getäuscht», sagt er in der Sendung «tierisch» der Regionalsender von CH Media, zum gleichen Unternehmen auch dieses Newsportal gehört.

«Wie ein guter Chef»

Mit den Hunden gehe er stets so um, «dass sie immer noch mit dem Schwanz wedeln und Freude haben». Er wolle gar nicht dominant auftreten, sondern viel mehr «wie ein guter Chef». In seinen Augen also jemand, der die «Mitarbeiter» motiviert und deshalb auch mal sagen darf, wenn er etwas nicht gut findet. 

Urs Baschung ist einer der Experten in der Schweiz, die für die Veterinärämter Hunde abklären. Allein im Kanton Bern kommt es jährlich zu rund 1000 Vorfällen, nach denen das Verhalten eines Hundes überprüft werden soll. «Wir haben nicht die Möglichkeit, die Abklärungen selbst durchzuführen», sagt der Berner Kantonstierarzt Reto Wyss. Den Hundehaltern stehe es grundsätzlich frei, von wem sie ihren Hund beurteilen lassen. «Aber wir kontrollieren, dass das jemand macht, der uns bekannt ist und eine solche Abklärung fachgerecht durchführen kann.»

«Mitten im Dorf, mitten in den Kindern»

Wie aber geht der Hundetrainer vor, wenn er einen Problemhund beurteilen muss? Baschung zeigt ein Video von einem Hund, der ein Mädchen in den Arm gebissen hatte. Für das Veterinäramt sollte er herausfinden, weshalb es zum Biss kam und ob der Hund das wieder tun würde. Allfällige Massnahmen wären Leinenzwang, ein Maulkorb oder gar das Einschläfern.

«Mitten im Dorf, mitten in den Kindern» habe er den Hund geprüft, sagt Urs Baschung. Die Kinder hätten gefragt, ob sie den Hund streicheln dürfen. «Und ich habe gesagt: Natürlich. Weil ich genau gewusst habe, dass er nichts macht.» (smo) 

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