Mümliswil
Das Guldental hat jetzt eine eigene Biermarke

Das kulinarische Angebot aus dem Thal wächst: Nach Käse, Wurst, Mehl, Rapsöl und Nudeln gibt es jetzt auch ein eigenes Bier: Guldenbräu. Gebraut wird es vom 32-jährigen Marek Kammermann.

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Marek Kammermann mit einer «Moosperle» hoch über Ramiswil.

Marek Kammermann mit einer «Moosperle» hoch über Ramiswil.

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«S Guldetal, das goht mir nie me us mym Sinn», so lautet schwärmerisch eine Textzeile aus dem bekannten Guldentaler Lied. Die meisten Guldentaler und Guldentalerinnen, auch jene, die Heimweh nach dort haben, kennen dieses Gefühl.

So auch Marek Kammermann: Er verkauft seit diesem Jahr ein eigens gebrautes Bier unter dem Namen Guldenbräu. «Alles begann vor rund sechs Jahren, als ich meine ersten Gehversuche als selbstständig Erwerbender machte», erzählt der 32-Jährige.

«Back to the roots»

Der Wunsch des eigenen Unternehmens sei gleichzeitig auch mit Fernweh verbunden gewesen. So wanderte er 2009 aus und lebte über zwei Jahre in der polnischen Hauptstadt Warschau. Dort war Kammermann vor allem im Event- und Energy-Drink-Bereich tätig. Doch: «Wie es manchmal so läuft im Leben, funktioniert nicht alles so, wie man sich das vorgestellt hat. Das Projekt scheiterte und ich kehrte 2011 zurück in die Schweiz», erklärt der Jungunternehmer.

Kaum wieder in der alten Heimat, konnte er nicht still sitzen und suchte nach einer Möglichkeit, wie er wieder in den Getränkemarkt einsteigen könnte. Denn: Das Feuer war nun entfacht. In der hintersten Ecke des Guldentals, am Fusse des Scheltenpasses, ist Kammermann aufgewachsen. Er kenne und liebe das Gebiet. Das Tal sei etwas Besonderes und biete auch sehr viel.

Doch ein eigenes Guldentaler Bier fehle noch. «Um einige Erfahrungen reicher nach der Rückkehr, schätzte ich meine Heimat umso mehr.» Quasi inspiriert von «back to the roots» kam ihm die Idee mit dem Bier fürs Guldental: Guldenbräu. Dem schönen Anblick des Tals soll ein besonderer Geschmack beigefügt werden. So lautet auch das Motto: «Der Geschmack des Goldes – im Guldental daheim».

Nach knapp zwei Jahren Planung und Entwicklung war es so weit. Seit diesem März ist das Guldenbräu bzw. das Lagerbier mit dem Namen «Moosperle» mit 4,7% Alkoholgehalt auf dem Markt. Bisher ist es nur im Direktverkauf erhältlich. Weitere Produkte sind in Planung: «Ab dem nächsten Frühling werde ich ein etwas kräftigeres und herberes Bier anbieten, für den Sommer soll es dann ein Weizenbier geben», so der engagierte Jungunternehmer.

Marek Kammermann ist allerdings gelernter Papiertechnologe und kein Bierbrauer. Deshalb suchte er sich einen Produktionspartner, den er erst nach langer und mühsamer Suche gefunden hatte. Der Name und der Standort des Produzenten bleiben jedoch ein Betriebsgeheimnis.

Vom Erfolg überrascht

Er hätte mit vielem gerechnet, aber nicht damit, dass das Bier so schnell und so gut ankommen würde. Da der Jungunternehmer alles ohne Hilfe von Investoren auf die Beine stellt, fällt das Budget bescheiden aus; besonders für die Werbung. Via Social Media bzw. Facebook suchte er den Zugang zu Öffentlichkeit und potenziellen Konsumenten.

Das hat sich offenbar schnell herumgesprochen. Im März wurden die ersten Flaschen «Guldenbräu» abgefüllt, im Mai waren sie am Stüblifescht und im Juli am Riverside-Open-Air erhältlich. Als Nächstes steht die Guldentaler Messe des Gewerbevereins (5.–8. September) in Mümliswil auf der Agenda. (mon)

www.facebook.com/guldenbrau