Bürgergemeinde Balsthal
Der Oberbergweg muss für einen besseren Grundwasserschutz asphaltiert werden

Der Zweckverband «Forst Thal» erzeugt Schwerverkehr, den die vorhandene Infrastruktur auf dem Oberbergweg kaum tragen kann. Die Balsthaler Bürgergemeinde will den Weg nun mitsamt der Brücke und dem Tunnel sanieren und dem Verkehr anpassen.

Rebecca Rutschi
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Rund vier Kilometer lang ist der Oberbergweg, der von Balsthal aus durch einen Felstunnel und über eine Brücke auf den Oberberg führt. Er ist mehrheitlich asphaltiert, aber an einigen Stellen, zum Beispiel durch den Tunnel, besteht er noch aus natürlichem Mergelbelag. An diesem Mergelbelag hätte man schon lange nichts mehr gemacht und er sei deswegen vom Regen ausgewaschen, berichtet Michael Bur, Präsident der Allmendkommission der Bürgergemeinde Balsthal, die für den Weg zuständig ist. Und auch der asphaltierte Rest der Strasse sei teilweise stark abgenutzt und müsse deswegen saniert werden.

Der Mergelbelag ist vom Regen ausgewaschen und stellt ausserdem ein Risiko für den Grundwasserschutz dar.

Der Mergelbelag ist vom Regen ausgewaschen und stellt ausserdem ein Risiko für den Grundwasserschutz dar.

Bruno Kissling

In die Jahre gekommen ist auch die Brücke, über welche der Weg führt. «Sie ist in ihrer Tragfähigkeit nicht mehr ausreichend und entspricht auch nicht mehr den heutigen Standards», meint Bur. Das werde zum Problem, weil Autos heute oftmals schwerer sind als früher.

Der Weg wird lastwagengerecht gemacht

Ausschlaggebend für die Sanierung sind aber in erster Linie nicht Autos, sondern Lastwagen. Der Zweckverband «Forst Thal» holzt im Waldgebiet, durch welches der Oberbergweg führt, jeweils Brenn- und Langholz ab. Diese müssen anschliessend in schweren Lastwagen mit Containern oder Anhängern nach Balsthal transportiert werden. Damit die Brücke diese Last auch tragen mag, wird sie nun erneuert. Zudem muss der Felstunnel, durch welchen der Weg führt, vergrössert werden. «Im Moment passen Lastwagen dort nur knapp durch», erzählt Bur.

Der kleine, kurze Tunnel am Oberbergweg besteht aus natürlichem Fels. Nun muss er vergrössert werden, damit Holztransporter durchfahren können.

Der kleine, kurze Tunnel am Oberbergweg besteht aus natürlichem Fels. Nun muss er vergrössert werden, damit Holztransporter durchfahren können.

Bruno Kissling

Zusätzlich zum Tunnel und der Brücke wird ausserdem auch die Strasse ausgebessert. Dies nicht nur wegen ihres Alters und einiger Schlaglöcher, sondern auch zum Grundwasserschutz. Man habe damit «de Füfer und s'Weggli», meint Bur lachend. Der Weg führt teilweise durch eine Grundwasserschutzzone und der Tunnel befindet sich dabei ganz in der Nähe der Quelle. Um die Quelle zu schützen, wenn zum Beispiel mal ein Fahrzeug auf der Strasse Öl verlieren sollte, muss der Mergelbelag teilweise asphaltiert werden. Das sei zwar schade für Wanderinnen und Wanderer, welche den Oberbergweg benutzen, aber für den Schutz des Grundwassers notwendig, so Bur.

Die Brücke entspricht nicht mehr den heutigen Standards und muss deswegen erneuert werden. Dies dauert etwa vier Wochen.

Die Brücke entspricht nicht mehr den heutigen Standards und muss deswegen erneuert werden. Dies dauert etwa vier Wochen.

Zvg

Die Bauarbeiten sollen im Frühsommer starten

Im Moment befindet sich das Projekt im Baubewilligungsverfahren. Er sei zuversichtlich, dass dieses gut verlaufen wird. Der heikelste Punkt – der Grundwasserschutz – habe die Allmendkommission mit kantonalen Fachstellen besprochen und eine gute Lösung dafür gefunden, schätzt Bur. Die Bauarbeiten sollen, wenn alles plangemäss verläuft, im Frühsommer, noch vor den Sommerferien starten.

Zuerst wird der Tunnel vergrössert, dann die Brücke erneuert und zuletzt die Strasse saniert. Die Bewohner der Berghöfe auf dem Oberberg müssen während dieser Zeit auf die Zugangsstrasse, welche von Laupersdorf zu den Höfen führt, ausweichen. Am aufwendigsten sei der Bau der neuen Brücke. Rund vier Wochen ist die Strasse allein deswegen nicht passierbar.

Insgesamt kostet das Bauprojekt rund 850'000 Franken. Zirka 70 Prozent des Betrags werden durch den Kanton subventioniert, die Restkosten tragen die Bürgergemeinde und die Einwohnergemeinde Balsthal je zur Hälfte.