Oensingen
Bechburgmusikanten etablierten sich in der ganzen Schweiz

Aus der halben Schweiz strömten Liebhaber von Blasmusik in den Bienkensaal Oensingen zur feierlichen Taufe der zweiten CD der Bechburgmusikanten. Als Paten amteten Brigitte Röthlisberger und Markus Flury.

Benildis Bentolila
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Die Bechburgmusikanten unter der Leitung von Othmar Walser tauften im vollbesetzten Bienkensaal ihre zweite CD.

Die Bechburgmusikanten unter der Leitung von Othmar Walser tauften im vollbesetzten Bienkensaal ihre zweite CD.

Benildis Bentolila

Die Nummernschilder der Autos aus der halben Schweiz auf dem Parkplatz vor dem Bienkensaal Oensingen liessen erahnen, dass drinnen ein Anlass stattfand, der das Publikum von weit her anzog. Sonntäglich gekleidete Menschen sassen an den Tischen, plauderten, lachten, begrüssten sich. Mitglieder der Bechburgmusikanten in ihren auffälligen senffarbenen Gilets zirkulierten im Saal und fassten nach den vielen zu ihnen ausgestreckten Händen.

Es war offensichtlich: Sie waren die Stars des Abends. Es war nämlich die Taufe ihrer zweiten CD angesagt. Punkt 18 Uhr schmetterten die Jurablick-Musikanten als Einstieg unter der Leitung von Beat Flury die Polka «Ein kleines Versprechen». Hanspeter Balsiger, Präsident der Bechburgmusikanten, stieg auf die Bühne. Er war überwältigt vom grossen Publikumsandrang und versprach einen grandiosen Abend. Er übergab das Mikrofon dem Moderator des Abends, Bubici. Das Pseudonym für jenen, der die Trommel schlägt. Später zeigte sich, dass der Trommler auch ein halber Clown ist ...

Nach dem Konzert der Jurablick-Musikanten, während dem das Entrée serviert wurde, unterhielten die Heidegg-Musikanten unter der Direktion von Andreas Arnold die Gäste. Das Solo für Trompete und Piccolo «Hoch drin im Böhmerwald» bildete den Anfang. Die Zuhörer begannen im Takt zu klatschen, freuten sich am feinen Hauptgang, der von unzähligen Heinzelfrauen des Frauenvereins Oensingen, deren Partner und Familien sowie von Fans der Bechburgmusikanten aufgetragen wurde. Die Stimmung stieg, die Spannung ebenso. Der grosse Taufakt war ausgerufen.

Unter den Klängen der Polka «Aus ganzem Herzen Blasmusik», dargeboten durch die Gastgeber, begaben sich die Paten Brigitte Röthlisberger – in der Berner Festtagstracht – und Markus Flury, Oensinger Gemeindepräsident, auf die Bühne. Das Taufkind wurde auf ein senffarbenes, schillerndes Kissen gelegt und die Gotte taufte es auf den Namen «Aus ganzem Herzen Blasmusik». Der Saal bebte von Hurrarufen, von Applaus, von Fröhlichkeit. Hanspeter Balsiger hielt fest, sie hätten eine weitere CD herausgeben müssen, denn man sei bei Auftritten dauernd nach einem Tonträger gefragt worden. Götti Markus Flury hielt eine kurzweilige Festrede und outete sich als grosser Kenner der Blaskapellenszene. Er ging zurück in der Geschichte und erläuterte, wie diese Szene in den 1960er-Jahren in der Schweiz ihren Anfang nahm. Schmunzelnd erzählte er vom grossen Blaskapellentreffen in Oensingen im Jahre 2010 und jenem in Bischofszell im 2012, wo er und seine Partnerin die Musikanten begleiteten. Der Präsident der Musikanten flocht hier mit Augenzwinkern ein, Markus Flury habe vergessen, zu erwähnen, dass er dort auf Stuhl und Tisch stand und mitklatschte. Der Gemeindepräsident dankte ihnen, dass sie als musikalische Botschafter das Dorf Oensingen weit über die Kantons-, ja über die Landesgrenzen hinaus sympathisch vertreten.

Auf einmal standen drei Schotten auf der Bühne und gratulierten mit ihrem eigenen Sound zur Taufe. Es waren Mitglieder der Pipes and Drums of Auld Bernensis. Zusammen mit den Bechburgmusikanten trugen sie «Celtic Crest» vor. Zu den Gratulanten zählten auch die Buuremusig Gossau ZH und die Blaskapelle Böhmischer Wind. Das Riesenfest dauerte bis Mitternacht und die Stimmung hielt sich noch lange danach.