Solothurn
Vorgesehener Baukredit für die Sanierung der Verenakapelle wurde massiv unterschritten

An der ersten Sitzung des Bürgerrats der Stadt Solothurn im 2021 standen zwei Themen im Zentrum: die Einsiedelei sowie der Forst.

Mark A. Herzig
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Blick auf die sanierte St.Verenakapelle in der Verenaschlucht.

Blick auf die sanierte St.Verenakapelle in der Verenaschlucht.

Michel Lüthi

Erfreuliches berichtete Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger im Namen des Bauauschusses über die abgeschlossene Sanierung der Verenakapelle. Der vorgesehene Kredit von rund 432‘000 Franken wurde massiv unterschritten. Dank Beiträgen von Versicherungen und Denkmalpflege sowie grosszügigen Spenden in der Höhe von 135‘000 Franken musste dem Paul-L.-Feser-Fonds nur 51‘000 Franken entnommen werden. Damit stehen für den langfristigen Unterhalt mehr Mittel zur Verfügung. Der Bürgerrat hinterfragte die Schlussabrechnung eingehend und hiess sie schliesslich gut.

Die Einsiedeleikommission hat das Benutzungsreglement für die Verenaschlucht und die Einsiedelei St.Verena überarbeitet – beide stehen unter eidgenössischem und kantonalem Denkmal- beziehungsweise Naturschutz. Der Bürgerrat stimmte dem neuen Reglement zu, das folgende Gegebenheiten berücksichtigt: Die Anzahl der Menschen, welche die Schlucht und die Einsiedelei besuchen, wird immer grösser, damit hat sich auch das Konfliktpotenzial erhöht.

Die Interessen der Besucherinnen und Besucher bzw. der Benützerinnen und Benützer der Schlucht und der Einsiedelei sind vielfältig und zum Teil nicht miteinander vereinbar. Neben Spaziergängern, die nur die Natur geniessen, die spirituelle Kraft des Ortes spüren oder die verschiedenen Kulturobjekte besichtigen wollen, gibt es auch Jogger, Walker, Biker, Hundehalter, Reiter usw. Sehr beliebt sind die zwei Kapellen in der Einsiedelei auch für Hochzeiten, Taufen, Andachten und Gottesdienste.

Bau für den Forstbetrieb

Im Auftrag der Forstkommission stellte Forstbetriebsleiter Jonas Walther den Antrag auf einen Planungskredit von rund 40‘000 Franken. Es geht dabei um die sanierungsbedürftige Liegenschaft Kreuzen 27. Dort ist seit 2017 der Forstwerkhof als Provisorium eingerichtet. Der zweigeschossige Bau ist in marodem Zustand und weist keine ausreichenden Infrastrukturen auf.

Das Gebäude darf nur forstlichen Zwecken dienen, was eine Abgabe im Baurecht kaum sinnvoll machen würde. Zudem will die Bürgergemeinde weiterhin mit ihrem Forstbetrieb Arbeitgeberin bleiben. Dazu sind Räumlichkeiten Voraussetzung, die den Vorgaben in Hinsicht auf Gesundheit und Sicherheit von Mitarbeitenden und Auszubildenden genügen.

Weiter könnte man heute verstreut liegende Arbeitsplätze an einem Standort zusammenziehen. Der Bürgerrat diskutierte das Geschäft sehr eingehend, da aus dem Rat grosse Bedenken zu den am Ende resultierenden Kosten geäussert wurden. Schlussendlich hiess der Bürgerrat den anbegehrten Planungskredit gut, unter der Bedingung, dass weitere Offerten eingeholt würden.

Änderung in Rat und Kommission

Christa Krestan (FDP) tritt infolge Wegzugs aus Solothurn aus dem Bürgerrat und der Einbürgerungs- und Kulturkommission aus. Bis 30. Juni (Ende der Amtsperiode) rückt im Rat das gewählte Ersatzmitglied Peter Kambli (FDP) nach, in die Kommission wird auf Antrag der FDP-Fraktion Rahel Schaad gewählt.

Für einen Sitz im Gemeinderat der Einwohnergemeinde bewerben sich sieben Mitglieder aus Rat und Behörden der Bürgergemeinde. Martin Graf fragte an, ob die Bürgergemeinde Hilfe leisten könne bzw. wolle. Er dachte etwa an Adressmaterial, Inserate im Solothurner Bürger oder an ein Transparent an der Fassade des Bürgerhauses, wobei die Kosten jeweils durch die Kandidierenden getragen würden. Präsident Sergio Wyniger sicherte ihm zu, dass Adressmaterial bezogen und im «Solothurner Bürger» inseriert werden könne. Am Bürgerhaus selber könne aber nicht geworben werden.