Gesamterneuerungswahlen
Vorhang auf im Wahlkino

Ein Blick zurück auf die letzten drei Gesamterneuerungswahlen in Rüttenen, Langendorf, Oberdorf und Feldbrunnen-St. Niklaus.

Fabio Vonarburg
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Rüttenen, Langendorf, Oberdorf und Feldbrunnen-St.Niklaus hatten Gesamterneuerungswahlen (Symbolbild).

Rüttenen, Langendorf, Oberdorf und Feldbrunnen-St.Niklaus hatten Gesamterneuerungswahlen (Symbolbild).

Ennio Leanza / KEYSTONE

Rüttenen, Oberdorf, Feldbrunnen-St.Niklaus und Langendorf haben eine Gemeinsamkeit: Es kommt bei Gesamterneuerungswahlen des Gemeinderats so gut wie nie zu stillen Wahlen. Mit Blick auf die letzten drei Wahlen gab es eine einzige Ausnahme – 2013 in Oberdorf: Damals haben sich das Forum Oberdorf, die FDP und die CVP auf stille Wahlen geeinigt. Es sei ein Vernunftsentscheid, hiess es von den Parteien, die allesamt betonten, dass sie eigentliche Wahlen bevorzugen würden. Zu solchen kommt es in einer Woche, am Sonntag, 25. April, in allen vier Gemeinden. Den Lokalparteien ist es gelungen, den Wählerinnen und Wählern eine grosse Auswahl zu präsentieren.

Wie sich die parteipolitischen Zusammensetzungen in den verschiedenen Gemeinderäten verändern könnte, zeigt ein Blick zurück auf die letzten drei Erneuerungswahlen. In einigen Gemeinderäten herrscht grosse Konstanz, in anderen kommt es hin und wieder zu grossen Rochaden.

Feldbrunnen-St.Niklaus

In Feldbrunnen-St.Niklaus treten bei den kommenden Wahlen in einer Woche zwei Parteien weniger an als noch bei den Erneuerungswahlen vor vier Jahren. Sowohl die SP wie auch die Freie Liberale Liste fehlen. Profiteur könnte die FDP werden, die bei den letzten beiden Wahlen jeweils zu den Siegern gehörte. 2013 gelang es der FDP, den 2009 an die CVP verlorenen Sitz wieder zurückzuholen. Seit Jahren streiten sich FDP und CVP um diesen einen Sitz, mal zu Gunsten von der CVP, dann wieder von der FDP. Auch vor vier Jahren waren die Wahlen für die Freisinnigen erfolgreich. Sie konnten ihre vier Gemeinderatssitze halten, obwohl damals vor den Wahlen zwei bisherige Gemeinderäte der FDP eine eigene Liste lancierten und sich mit der Freien Liberalen Liste auch einen Platz im Gemeinderat holen konnten.

Langendorf

In Langendorf wurde auf die Wahlen von 2009 hin der Gemeinderat verkleinert. Seither gab es bei Wahlen keine grossen Verschiebungen. Man könnte schon beinahe von einer Zauberformel sprechen. Bei allen drei Wahlen holten sich die SP und die FDP jeweils vier Sitze. Die einzige Veränderung gab es beim neunten Sitz. Diesen holte 2009 und 2013 die CVP, 2017 ging er knapp an die SVP über. Die CVP versucht nun, in Zusammenarbeit mit der GLP das Comeback in den Gemeinderat zu schaffen. Nebst der Parteienzusammensetzung gibt es in Langendorf auch bezüglich des Gemeindepräsidenten Kontinuität. Hans-Peter Berger (SP) ist seit 2001 der Gemeindepräsident von Langendorf und wurde seither viele Male an der Wahlurne bestätigt. Auch am übernächsten Sonntag steht angesichts fehlender Gegenkandidaten einer Wiederwahl eigentlich nichts im Weg. Zu Wahlen kommt es dennoch. Langendorf kennt keine stillen Wahlen fürs Gemeindepräsidium.

Rüttenen

Im Vergleich zur Konstanz in Langendorf sind die Geschehnisse in Rüttenen schon beinahe grosses Wahlkino. Denn Wahlen ohne Verschiebungen gab es in Rüttenen über die letzten drei Wahlen betrachtet nie. Eine grosse Rochade gab es vor allem 2009. Bei vier von fünf antretenden Parteien gab es eine Mandatsverschiebung. Zwei Parteien verloren einen Sitz, zwei Parteien holten einen dazu. Zu erwähnen ist der Steigerungslauf der Grünen. 1997 zogen sie erstmals in den Gemeinderat ein, 2009 und 2017 holten sie einen weiteren Sitz dazu und sind derzeit bei drei Sitzen angelangt. Dafür, dass Rüttenen rund 1500 Einwohner zählt, hat die Gemeinde mit fünf aktiven Parteien, von denen derzeit vier im neunköpfigen Gemeinderat vertreten sind, eine ausgeprägte Parteienlandschaft. Konstanz gibt es beim Gemeindepräsidium. Die Person für dieses Amt stellte bis jetzt immer die FDP, und dies wird voraussichtlich auch so bleiben. Bislang hat einzig FDP-Gemeinderatskandidat Markus Boss Ambitionen auf dieses Amt bekundet. Dieses führte in den letzten zwei Jahren Gilbert Studer (FDP) aus, der nicht mehr antritt.

Oberdorf

Zurück zu Oberdorf, womit sich der Kreis schliesst. Dass es hier 2013 zu stillen Wahlen kam, kommt nicht von ungefähr. Denn welche Parteien im Gemeinderat Einsitz nehmen, ist seit Jahren ziemlich gesetzt. Auch dieses Jahr stellen sich einzig Parteien zur Wahl, die bereits im Gemeinderat vertreten sind. Sprich: FDP, CVP plus und das Forum Oberdorf. Letztere feierten vor vier Jahren einen grossen Erfolg, als sie ein zusätzliches Mandat holten (drei Sitze) und damit auf Kosten der FDP (zwei anstatt drei Sitze) zur stärksten Kraft im Gemeinderat wurden. Ein Dämpfer folgte allerdings im vergangenen Jahr. Mit dem Rücktritt des langjährigen Gemeindepräsidenten Patrick Schlatter (CVP) wurde der Posten frei. Es kam zum Wahlkrimi zwischen Marc Spirig (FDP) und Ueli Kölliker (Forum Oberdorf). Spirig und damit die FDP setzte sich im zweiten Wahlgang mit einem hauchdünnen Vorsprung durch.

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