Ausstellung
Einmal in Steve Jobs’ Garage stehen? Das ENTER-Computer-Museum macht es möglich

Im ENTER-Computer-Museum zeigt die Sonderausstellung 40 Jahre Apple-Computer. Ein Muss für die Apple-Community.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Enter-Computer Museum
5 Bilder
Der Apple 1 im Holzgehäuse, das Prunkstück aus dem Jahr 1976.
Apple-Versionen II und III aus den frühen Achtzigerjahren.
Die iMac-Ära von 1992 bis heute.
«Lisa», der Apple-Computer von 1983, benannt nach Steve Jobs’ Tochter.

Enter-Computer Museum

Hansjörg Sahli

Im ENTER-Computer-Museum in Solothurn wurde diese Woche eine einmalige Ausstellung eröffnet. «Wir sind das einzige Haus in Europa, in welchem die meisten Apple-Computer, die seit der Gründung der Firma im Jahr 1976 produziert wurden, vereint zu sehen sind», sagt Felix Kunz, Stifter des Museums. Die Sammlung ist fast lückenlos, und fast alle Exponate sind noch betriebsfähig.

Die Blue Box

Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut, und als Erstes betritt man einen minuziösen Nachbau der Garage der Familie von Steve Jobs, wo er zusammen mit seinem Kollegen Steve Wozniak die legendäre Erfindungsarbeit zu Apple leistete. Zu sehen sind dort Produkte, mit denen die beiden genialen Tüftler ihre ersten «Brötchen» verdienten. Darunter die sogenannte Blue Box, ein Gerät, mit dem es möglich war, in den USA kostenlos Ferngespräche zu führen. «Wir haben die Garage anhand von Fotografien eingerichtet und nachgebaut», erklärt Kunz.

In diversen Vitrinen sind dann die ersten Apple-Computer zu entdecken. So der Apple I aus dem Jahr 1976, noch mit Holzgehäuse. 200 Stücke wurden davon produziert und für 666.66 Dollar verkauft. Es sind sogar zwei Exemplare davon ausgestellt; eines ist mit einem Plexiglas-Gehäuse versehen und auch noch nutzbar. «Das sind unsere wertvollsten Stücke», sagt Kunz erfreut.

Die nächsten Modelle Apple II, Apple III, Lisa, der Mac 128k und alle anderen folgen. Zu entdecken ist auch ein «Twentiest Anniversary MAC», den es in der Schweiz gar nie zu kaufen gab. Es folgen iMacs, iPods, iPhones, iBooks, iPads – die ganze Apple-Produktepalette bis zum heutigen Tag. In einem Film kann die Herstellung eines heutigen Apple-Computers nachvollzogen werden.

Die Leben der Legenden

Neben all der Hardware gibt eine kleine Broschüre einen guten Einblick in die Welt und das Leben von Steve Jobs und Steve Wozniak und ihrem Kreis. Apple-Ausstellungen oder -Museen gibt es nur ganz wenige. «Steve Jobs wollte nichts damit zu tun haben», sagt Kunz. «Er war vorwärts-, zukunftsgerichtet. Das Alte interessierte ihn nicht.» Umso stolzer sind die Solothurner auf ihre Ausstellung. Nur noch in den USA und in Prag soll es Ausstellungen mit historischen Apple-Erzeugnissen geben, ergänzt Kunz.

Unter den Trouvaillen, die zu sehen sind, ist auch ein Spiel, welches Wozniak – der damals bei HP arbeitete – 1976 für Atari, durch Vermittlung von Jobs, kreierte. In vier Tagen erfand er das Ping-pong-Spiel «Breakout». Dafür erhielt Jobs von Atari 5000 Dollar. Dieser erzählte Wozniak, dass er lediglich 700 Dollar bekommen habe. Also gab er ihm die Hälfte, 350 Dollar.

Es ist erstaunlich, wie schnelllebig die Computer-Branche ist. So manches Instrument, welches noch vor 20 Jahren gute Dienste leistete, bekommt hier jetzt schon das Prädikat «Weisch no ...».

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