Solothurner Ruderclub
Das altehrwürdige Bootshaus wird durch einen Neubau ersetzt

Der 104-jährige Solothurner Ruderclub will am jetzigen Platz ein neues Bootshaus errichten. Der Neubau soll 1,5 Millionen Franken kosten. Wann gebaut wird, ist noch nicht klar.

Wolfgang Wagmann
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Das bestehende Bootshaus ist in den ältesten Teilen über 100-jährig und soll durch einen neuen Holzbau mit Flachdach ersetzt werden.

Das bestehende Bootshaus ist in den ältesten Teilen über 100-jährig und soll durch einen neuen Holzbau mit Flachdach ersetzt werden.

Wolfgang Wagmann

Die Pläne waren lange gewälzt worden, doch unaufhaltsam drängte die Zeit: Das altehrwürdige Bootshaus musste durch einen Neubau ersetzt werden. Ein Plan allerdings ging nicht auf: die Verlegung weiter aareaufwärts auf das Lido-Areal des TCS östlich des Bootshafens. «Da legte die ‹Wasserstadt› die Hand drauf», weiss Franz Herger, seit drei Jahren Präsident des 104-jährigen Ruderclubs Solothurn.

So blieb nichts anderes übrig, als den Ersatz des Bootshauses auf dem jetzigen Perimeter zu planen, «und den müssen wir auch einhalten», so der Präsident. Der Neubau wird wieder eine Holzfassade und neu ein Flachdach aufweisen, dass laut Baugesuch eventuell begrünt wird. Dieses soll den bisherigen höchsten Punkt des Satteldachs im Westtrakt des Bootshauses um 2,4 Meter unterschreiten. Auch der Hallenboden wird um 20 cm tiefer gelegt, was eine bessere Ausnützung des Bootslagers bringt.

Einiges bleibt von der bisherigen Anlage: so die erdgeschossige, unbeheizte Bootshalle mit Werkstatt, wo die bestehende Holzkonstruktion teilweise verstärkt wird, sowie der Klubraum, der Zugang zur Anlage und auch der Einwasserungssteg. «Der Eingangsbereich mit WCs sowie der Klubraum werden beheizt und nach heutigen Erkenntnissen isoliert», erklärt Franz Herger. Dies gilt auch für das Obergeschoss mit getrennten Garderoben und Duschen, WCs, einem Kraft-, Technik- wie Mehrzweckraum und Altanen wie im Erdgeschoss.

Die Finanzierung steht

Auf 1,5 Mio. Franken wird der Neubau veranschlagt, doch ist für den Vereinspräsidenten «die Finanzierung gesichert». Einerseits habe der Club in den letzten Jahren Rückstellungen in der Höhe eines Drittels der Gesamtkosten gemacht. Eine weitere halbe Million wird durch Spenden generiert, «und dann erhalten wir noch einen kleinen Beitrag aus dem Sportfonds.» Der Rest werde über eine Hypothek abgedeckt, erklärt Franz Herger. «Die Solidarität in unserem Club ist gross», merkt er an, denn der Solothurner Ruderclub kann dank der bis ins hohe Alter möglichen Ausübung seiner Sportart auf ausgesprochen langjährige, treue Mitglieder zählen.

Daneben musste der Verein aber noch einige Abklärungen treffen. So soll der noch bis 2030 laufende Baurechtsvertrag mit der Stadt um 30 Jahre verlängert werden. Dazu ist ein Ausnahmegesuch für die Unterschreitung des Gewässerabstandes eingereicht worden, wobei sich der Solothurner Ruderclub auf die im Baurecht festgeschriebene Standortgebundenheit beruft. Oder ausgedeutscht: «Das Bootshaus des Ruderclubs und der Ruderbetrieb sind funktional auf einen direkten Flusszugang angewiesen.» So habe man diverse Alternativstandorte in den letzten Jahren «in enger Zusammenarbeit mit der Stadt und Kanton» geprüft. Diese hätten sich letztlich nicht als machbar erwiesen», begründet der Club seinen Entscheid vom letzten Frühling, den Um- und Neubau am bisherigen Standort voranzutreiben.

«Zwischenlagerung» beim Lido?

Wann genau gebaut wird, weiss auch Franz Herger noch nicht – im Frühling 2015 oder 2016, je nach Verlauf der Baugenehmigung. Der Interimsbetrieb und die Auslagerung der rund 50 Boote soll in der achtmonatigen Bauphase flussaufwärts neben dem Lido, im östlichen Bereich des Campingplatz- und Bootshafen-Areals erfolgen, der nördlich des TCS-Trockenplatzes auf einer Wiese liegt. «Wir haben mit dem TCS schon entsprechende Gespräche geführt», meint der Präsident. Müsste doch die mit zwei abschliessbaren Containern und einem provisorischen Steg am Aareufer komplettierte Ausweichanlage noch mit einem Maschendrahtzaun ringsum gesichert werden.

Der erste und älteste Teil des Bootshauses wurde 1911 am jetzigen Standort oberhalb der damaligen Frauenbadanstalt errichtet. Diese war eine auf der Aare schwimmende, mit einem Steg erschlossene Anlage. 1919 erfolgten Übernahme und Vergrösserung des Bootshauses durch eine eigene Bootshausgesellschaft, denn die Garderobe und der Bootsraum waren zu knapp geworden. Der Ruderclub übernahm dann 1983 das Bootshaus wieder, um es nochmals zu erweitern. So wurden Duschen eingebaut und die Halle verlängert.

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