landüber

Olten und Altenburg setzen Zeichen für Städtepartnerschaft – Wiedersehen soll 2021 stattfinden

Stadtpräsident Martin Wey (ganz rechts) und Stadtschreiber Markus Dietler (ganz links) zeigen den Altenburger Gästen Thomas Knechtel, André Neumann und Stefan Knechtel (von links) das Panorama von der Stadthausterrasse.

Stadtpräsident Martin Wey (ganz rechts) und Stadtschreiber Markus Dietler (ganz links) zeigen den Altenburger Gästen Thomas Knechtel, André Neumann und Stefan Knechtel (von links) das Panorama von der Stadthausterrasse.

Die Städtepartnerschaft zwischen Olten und Altenburg soll auch unter speziellen Umständen weiterleben. Mit der Ausstellung «landüber» und einem Begegnungswochenende der Behörden knüpften die beiden Seiten die Fäden, um im nächsten Jahr ein grosses Wieder­sehen zu veranstalten.

Die Initiative zum Treffen am vergangenen Wochenende ging diesmal vom Altenburger Schloss- und Kulturdirektor Thomas Knechtel aus, der sich seitens der Thüringer um die Belange der Städtepartnerschaft kümmert. Zu reifen ­begonnen hatte die Idee allerdings schon 2018 beim 25-Jahr-Jubiläum, als der Oltner Stadtrat in Altenburg zu Besuch weilte. So kam nun die Ausstellung mit Knechtels Bruder Stefan zu Stande, der dem Kunstverein Olten damit zur ersten Vernissage im neuen Jahr verhalf. Eine richtige Vernissage mit Gedränge in den Ausstellungsräumen und einem gemeinsamen Umtrunk erlaubten dann die speziellen Umstände doch nicht, sodass dessen Präsident Christof Schelbert lieber von einer «Eröffnung» sprach. Corona macht auch das Ausstellungserlebnis mit der Besucherbegrenzung auf 15 und Maskenpflicht zu einer nüchterneren Angelegenheit.

Grosse Festivitäten um ein Jahr verschoben

Eigentlich hätte 2020 zum Tag der Einheit am 3. Oktober eine ganz grosse Sause steigen sollen. Die drei Partnerstädte Altenburgs, neben Olten auch Offenburg und das tschechische Zlín, wären zu grossen Festivitäten im Rahmen von «100 Jahre Thüringen» und «30 Jahre Neugründung des Freistaats» nach der Wende geladen gewesen. Doch nun sind die Feierlichkeiten in Altenburg um ein Jahr verschoben worden. Martin Wey, der die Städtepartnerschaft seit deren Beginn verfolgt und mit mittlerweile drei Oberbürgermeistern Kontakte pflegte, weiss deshalb, das nun erfolgte Zwischentreffen umso mehr zu schätzen. «Die Regelmässigkeit der Kontakte ist wichtig», sagt der Oltner Stadtpräsident.

Angesichts der Distanz sei es nicht selbstverständlich, dass es über ein Vierteljahrhundert immer offizielle Behördenkontakte, aber auch direkte Kontakte von Vereinen gegeben habe. «Gut ist sicher, dass wir dieselbe Sprache sprechen.» Dass wegen der Finanzierung der Draht einmal abreissen würde, hat Martin Wey nie befürchtet. «Altenburg» sei zwar im Unterschied zur früheren Partnergemeinde Stierva im Graubünden kein fixer Budgetposten, aber Beiträge über ordentliche Kredite seien auch in schwierigen Budgetzeiten immer möglich gewesen.

Neue Kontakte bei Schule und Kultur im Aufbau

Für Olten stellt aktuell die weitere Pflege der Kontakte auf Schulebene eine Herausforderung dar. Bis 2018 gab es einen Schüleraustausch zwischen dem Frohheimschulhaus und dem Lerchenberggymnasium, der nach einer Erneuerung ruft. Und dann wartet wieder eine grosse Einladung in die Schweiz, wobei auch Offenburg noch ein Versprechen offen hat.

Der aktuelle Altenburger Oberbürgermeister André Neumann erlebte seine «Partnerschaftstaufe» beim Besuch der Oltner 2018. Das angetretene Erbe fortzuführen, stellt auch für ihn wegen der Distanzen eine Herausforderung dar. Die innerdeutsche Verbindung nach Offenburg sei naturgemäss am engsten, das Verhältnis zu Zlín aktuell eher lose. Olten liege von der Intensität her in der Mitte. «Wir arbeiten derzeit an neuen Kontakten auf Ebene Schule und Kultur.» Im Altenburger Haushalt seien die Kosten für Städtepartnerschaften verankert, doch die Verwendung bleibe im Einzelnen flexibel. Im Hinblick auf den grossen Festtag am 3. Oktober 2021 kehrte der Oberbürgermeister mit vielen Eindrücken aus Olten heim. Mit Selfies und Videos von der Stadthausterrasse warb André Neumann gleich selbst online bei seinen Bürgerinnen und Bürgern für die Vorzüge der Partnerstadt.

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