Olten
Geisterbahn, Büchsenwerfen und Lasershow: «Höubi Chöubi» hat das Zeug zu mehr

Die Oltner Guggi Zunft wagte den Schritt zur Chilbi light; sie wird es nicht bereuen. Ihre Veranstaltung war ein voller Erfolg.

Urs Huber
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Höubi Chöubi der Oltner Guggi Zunft auf der Schützenmatte; das Zelt im Hintergrund beherbergt die walk in-Chilbi.

Höubi Chöubi der Oltner Guggi Zunft auf der Schützenmatte; das Zelt im Hintergrund beherbergt die walk in-Chilbi.

Patrick Luethy

Der Name des Anlasses würde einem Berner oder einer Bernerin mit ausgewachsenem Sprachbewusstsein die Haare zu Berge stehen lassen. Oder aber ein freudiges Lachen aufs Gesicht zaubern. «Ja, klar», sagt Sascha Niggli, Zunftmeister der organisierenden Guggi Zunft, «der Name ist etwas für den hiesigen Dialekt zurechtgebogen; aber er passt trotzdem.» Und er hat absolut recht damit. «Hilb» oder «hiub», woraus die Guggi Zunft den Begriff «höub» ableitete, bedeutet im Bernischen nämlich «mild, warm, windstill» oder ganz einfach «schön». Und schön war die «Höubi Chöubi» auf der Schützi sowieso.

Zum einen mit Liebe gemacht, mit ebensolcher betrieben und dann erst noch vom Wetterglück verfolgt. Auch wenns am Samstagabend für einen Platzregen reichte und der Sonntag etwas durchzogen war: «Wettermässig können wir wirklich zufrieden sein, wenn man die letzten Wochen als Massstab herbeizieht», so die Meinung von Gästen und Organisatoren.

Eine relativ kurze Vorlaufzeit

«Erst als die Stadt die grosse Chilbi definitiv absagte, wurden wir aktiv», sagt Niggli. Vor rund anderthalb Monaten also. Die Vorlaufzeit zu «Höubi Chöubi» war also relativ kurz. Aber: potztausend, die Guggi Zunft hat unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Vorsichtsmassnahmen zur Causa Corona eine regelrechte Chilbi auf die Beine gestellt.

Auch eine Geisterbahn gehörte zum Angebot.

Auch eine Geisterbahn gehörte zum Angebot.

Patrick Luethy

Wer davon ausging, der Anlass beschränke sich auf den eigentlichen Gastrobereich mit Steak, Fischfilets oder Tofuspiess, dem wurden die Augen übers Wochenende geöffnet: Nein, da war eine Chilbi mit typischen Attributen einer solchen im Gange, inklusive Geisterbahn, Büchsenwerfen, Schnüerlizieh und Lasershow. Sogar ein virtueller Free-Fall war zu erleben auf diesem straffen Parcours. Für einen Fünfliber war man dabei; ein Büschel Zuckerwatte inbegriffen. Volles Haus für die Guggi Zunft «Am Freitagabend war die Veranstaltung komplett ausverkauft», sagt Niggli. Gut 70 helfende Händepaare sind für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung notwendig. «Die allermeisten stammen aus der Zunft selber», sagt Niggli. Lediglich zwei, drei Mitwirkende sind auswärtige.

Dass sich die Guggi Zunft gegen eine entsprechendes Risiko abzusichern suchte, versteht sich von selbst. Tischreiter, die fälschlicherweise als Reservationsmeldung hätten wahrgenommen werden können, zeugen unter anderem davon. Niggli erklärt:

«Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung.»
Sascha Niggli, Zunftmeister.

Sascha Niggli, Zunftmeister.

Patrick Luethy

Es habe doch einige Unsicherheitsfaktoren gegeben, die mögliche Schatten auf das Vorhaben hätten werfen können. Allein schon das Wetterrisiko für eine Veranstaltung unter freien Himmel ist nicht ausser Acht zu lassen. Und dann, am Samstag kurz nach sieben, stehen die Leute Schlange. Und zwar bei beiden Eingängen. Bei jenem, der zur walk in-Chilbi führt ebenso wie bei jenem, der direkt zur Gastroabteilung leitet. Niggli und die Guggi Zunft blicken gen Himmel und sehen blau. Der Regen hat sich verzogen, die lauschige Gartenbeiz an Zehnertischen wird in Beschlag genommen. «Man kann natürlich nicht allein für sich oder zu zweit einen ganzen Tisch beanspruchen, sondern es setzen sich in solchen Fällen immer auch Leute dazu», sagt Guggi Zünfter Claude Soland. Aber das sei überhaupt kein Problem. «Ich habe eher den Eindruck, die Leute wollen wieder mal Kontakte untereinander haben.»

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