Olten
Im strammen Flug zu neuem Kunstmuseum: Diese Woche startet der Projektwettbewerb

Noch diese Woche startet der Projektwettbewerb zu «Kunstmuseum plus»: Mit plus ist auch die Liegenschaft Nr. 8 gemeint.

Urs Huber
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Städtische Liegenschaften: Links soll das Kunstmuseum einziehen; im Mittelteil ist die Kunst heute zu Hause. (Archivbild)

Städtische Liegenschaften: Links soll das Kunstmuseum einziehen; im Mittelteil ist die Kunst heute zu Hause. (Archivbild)

Oltner Tagblatt

Am 8. Januar startet der Projektwettbewerb für das neue Kunstmuseum Olten sowie das angrenzende Wohn- und Geschäftshaus. Ersteres soll westlich des heutigen Standorts in den Räumlichkeiten des einstigen Naturmuseums zu liegen kommen. Fehlende Räumlichkeiten dort können durch einen Ausbau hin zum Munzingerplatz ergänzt werden, wie die Abbildung zeigt.

Und für die durch den Umzug frei werdende Liegenschaft Nr. 8 sucht die Stadt ebenfalls neue Möglichkeiten der Nutzung. Diese sind derzeit noch völlig offen.

Liegenschaft «Jetziges Kunstmuseum»

Die sanierungsbedürftige Liegenschaft Nr. 8 kann wegen ihrer zahlreich erfahrenen baulichen Veränderungen innerhalb des bestehenden Volumens umgebaut oder verändert werden und steht nicht unter Denkmalschutz. Gar ein Abriss ist möglich, dem ein zeitgemässer, ortsbaulich und architektonisch überzeugender Neubau folgen kann.

Im Erdgeschoss ist derzeit eine Nutzung im öffentlichen Interesse (etwa Restaurationsbetrieb) vorgesehen, womöglich in Beziehung zum künftig angrenzen Kunstmuseum nebenan. Im Erdgeschoss sind dafür 210 Quadratmeter vorgesehen, im 1. Stock rund 180. Büro- und Wohnungsideen sind provisorisch für die beiden Stockwerke über dem Parterre angedacht.

Die totale Nutzungsfläche des Hauses beträgt rund 1100 Quadratmeter. Dazu gehören auch Räumlichkeiten für die Erschliessung, die Haustechnik und Nebenräume.

Liegenschaft «Neues Kunstmuseum»

Die gut erhaltene Liegenschaft Nr. 10 steht unter Denkmalschutz und stammt in ihren Ursprüngen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Seit 1910 steht die ganze Liegenschaft für die Museumsnutzung zur Verfügung. Die neue Nutzfläche gesamt wird mit 1600 Quadratmeter definiert, derzeit bestehend sind rund 940 Quadratmeter (ohne Treppenhaus und WC-­Anlage).

Die erforderlichen Zusatzflächen von rund 660 Quadratmetern müssen im Unter­geschoss (für Depot) und im Anbau geschaffen werden. Vorgesehen sind unter anderem ein Ausstellungsbereich im Umfang von 700 Quadratmeter; darunter fallen etwa Ausstellungs­räume zwischen 300 und 450 Quadratmeter, ein Ausstellungsraum mit Veranstaltungsinfrastruktur (80–100 Quadratmeter), ein grosser Ausstellungssaal (120–200 Quadrat­meter) sowie ein Kabinett mit 50–100 Quadratmeter.

Der Perimeterplan für das neue Kunstmuseum

Der Perimeterplan für das neue Kunstmuseum

zvg

Hinzu kommen Büro- und Arbeitsräume, Werkstätten und Materiallager sowie ein Kunstdepot für Gemälde, Grafiken, Fotografien und neue Medien plus ein Skulpturendepot. Alles in allem umfasst das Kunstdepot eine Fläche von 420 Quadratmeter. Klein, aber fein: Unter dieser Prämisse wird das neue Kunstmuseum Olten angepriesen. In andern Worten: Ein Schatzkästlein entsteht da in der Denkfabrik. Sogar mit der überall notwendig gewordenen Kaffeebar.

Und jetzt – die nächsten Schritte

In der laufenden Woche startet der einstufige Projektwettbewerb. In einer ersten Phase können sich Teams im Rahmen einer Präqualifikation bewerben und auszeichnen. In einer zweiten Phase werden schliesslich 10 bis 14 Generalplanerteams geladen, davon eine Handvoll Teams mit Nachwuchsbüros aus dem Bereich Architektur.

Die Teams sollen einen Projekt­vorschlag ausarbeiten und einreichen. Nach Abschluss der Jurierung, voraussichtlich im August 2021, werden die zur Beurteilung zugelassenen Projekte im Kunstmuseum öffentlich präsentiert. Vorgesehen ist, das ­Generalplanerteam des empfohlenen Projekts Kunstmuseum mit der Bearbeitung der Bauaufgabe zu betrauen. Genehmigt das Gemeindeparlament den notwendigen Projektierungskredit, folgt nach der Projektierung – wahrscheinlich im Jahr 2022 – der Baukredit, über den an der Urne bestimmt wird.

Und wer bestimmt das Siegerprojekt?

Das Preisgericht setzt sich zusammen aus vier Sachpreis­richtern: Thomas Marbet, Vizestadtpräsident, Olten; Markus Dietler, Stadtschreiber, Olten; Dorothee Messmer, Direktorin Kunstmuseum Olten, und Kurt Schneider, Stadtbaumeister ­Olten. Als Fachpreisrichter ­amten fünf Fachleute, darunter zwei Frauen, aus den Bereichen Architektur und Landschaftsarchitektur sowie weitere nicht stimmberechtigte Experten.

Wie viel soll’s kosten dürfen?

An der Parlamentssitzung im September 2020 hatte das ­Parlament mit 37 zu 0 Stimmen beschlossen, das Kunstmuseum an der Kirchgasse zu belassen, aber künftig jene Liegenschaft dafür zu nutzen, in welcher ­zuvor das Naturmuseum be­heimatet war. Als Raumbedarf wurden schon damals 1600 Quadratmeter ­definiert. Auf ­Antrag der FDP-Fraktion wurde für das Projekt Erneuerung Kunstmuseum ein Kostendach zwischen 10 und 14 Millionen Franken definiert und festge­halten. Das Projekt rund um die Liegenschaft 8 ist dabei nicht mitberechnet.