Olten
Im archäologischen Museum konnte man einen Blick zurück in die Steinzeit werfen

Die Archäologische Dauerausstellung im Historischen Museum in Olten lud vor der anstehenden Totalsanierung zu einer Zeitreise in die längst vergangene Steinzeit ein.

Bruno Kissling
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Wie funktionierte früher ein Bohrer?

Wie funktionierte früher ein Bohrer?

Bruno Kissling

Seit 34 Jahren hat die archäologische Dauerausstellung im obersten Stockwerk des Historischen Museums an der Konradstrasse 7 Kindern und Erwachsenen einen Blick in die ältesten Spuren bis und mit ins Frühmittelalter im Kanton Solothurn präsentiert. Am 10. August nun wird das Museum mit einer Finissage seine Tore schliessen und dann mit einer völlig neuen Ausstellung in erneuerten Räumlichkeiten ab Frühjahr 2015 seine Besucher zu einer neuen Zeitreise empfangen. Gestern Sonntag war nun aber noch einmal eine lebendige Reise zurück zu unseren Wurzeln angesagt – am Familiensonntag «Steinzeit».

Feuerstein schlagen mit Markasit.

Feuerstein schlagen mit Markasit.

Bruno Kissling

Pfeilbogenschiessen im sonst als Lager genutzten Museums-Estrich, Töpferspass, Kinderführungen, Feuersteinwerkstatt, eine Webstube und ein Schmuckatelier, kulinarischer Genuss wie in ältesten Zeiten im «5-Steine-Bistro» des Vereins Degustatio bei Gelberbseneintopf und Urackerbrot sowie Pfahlbauerguetzli und Steinzeittee – dies alles und mehr waren gestern Sonntag im Archäologischen Museum des Kantons Solothurn im Gebäude des Historischen Museums Olten angesagt.

Asbesthaltige Eternitvitrinen

Seit 1980, also mittlerweile 34 Jahre, präsentiert das Museum unter der heutigen Leitung von Karin Zuberbühler Koch als Kuratorin hier die Dauerausstellung «UrSprünge – Archäologie im Kanton Solothurn». Die gemäss der Kuratorin in all den Jahren kaum veränderte, in sich geschlossene Ausstellung präsentiert in Eternitvitrinen zahlreiche Fundstücke aus dem ganzen Kantonsgebiet – von der Steinzeit bis ins Frühmittelalter.

Unter der Leitung von Sandro Geiser vom Verein Ur.Kultour konnten Kinder Pfeilbogen schiessen wie die Jäger in Urzeit.

Unter der Leitung von Sandro Geiser vom Verein Ur.Kultour konnten Kinder Pfeilbogen schiessen wie die Jäger in Urzeit.

Bruno Kissling

Und genau diese asbesthaltigen Eternitvitrinen und auch die altgediente Dauerausstellung haben nun den Kanton als Museumsbetreiber und die Stadt als Vermieterin des Gebäudes zur Sanierung und Neugestaltung des Museums bewogen. Konservatorin Karin Zuberbühler Koch und das Museums-Team freuen sich schon jetzt auf die neue Ausstellung, die im kommenden Frühjahr wiedereröffnet werden soll. Viel soll aber noch nicht verraten werden. Sicher ist aber, dass die neu thematisch aufgebaute Ausstellung einerseits mehr zur Archäologie im Kanton und dessen Forschung vermitteln will und neu zeitlich offener gehalten sein wird, also von den ältesten Spuren bis hin in die Neuzeit und nicht wie bisher ins Frühmittelalter.

Im Zeichen der Schliessung

Doch zuvor nun war am gestrigen Museumsfest nochmals staunen, entdecken und mitmachen am Museumsfest rund um die Steinzeit angesagt – einer Zeit, die gerade in der Region mit zahlreichen Funden gut dotiert ist. Das Wetter war entsprechend passend und so fanden auch viele Besucher den Weg ins mit allen Aktivitäten lebendige Museum.

Der Museumstag stand schon ganz im Zeichen der bevorstehenden Museumsschliessung mit Finissage am 10. August. Dann werden von 10 bis 17 Uhr nochmals Workshops das Rahmenprogramm bereichern, am Nachmittag Hans Brunner als früherer Museumskonservator mit seiner heutigen Nachfolgerin durch die Ausstellung und (Museums-)Geschichte führen und Reden von Stadtpräsident Martin Wey und Regierungsrat Roland Fürst zu hören sein.