Olten
Ein Oltner heizt der Walenseebühne ein

Der Oltner Tino Andrea Honegger spielt im Musical «Saturday Night Fever», welches noch bis zum 26. August am Walensee aufgeführt wird.

Sarah Kunz
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Tino Andrea Honegger hinter der Bühne von «Saturday Night Fever».

Tino Andrea Honegger hinter der Bühne von «Saturday Night Fever».

zvg

Noch bis zum 26. August läuft das Freilicht-Musical «Saturday Night Fever» auf der Walenseebühne in Walenstadt. Mit dabei ist der gebürtige Oltner Tino Andrea Honegger. Als Walk-In-Cover des Hauptdarstellers springt er ein, falls die Erstbesetzung krank oder verletzt wäre. Er hat aber auch fixe Vorführungen und gab am vergangenen Sonntag seine persönliche Premiere als Tony Manero.

80er-Jahre Feeling

Bunte Schlaghosen, die Haare mit viel Gel aufwendig frisiert und weit aufgeknöpfte Hemden, sodass die Brusthaare unverschämt viel Luft atmen können. So geht es ab auf die Tanzfläche oder besser gesagt auf die Walenseebühne. Diese verwandelt sich vom 19. Juli bis zum 26. August in eine Disco der 80er-Jahre. Der Film «Saturday Night Fever» hat mittlerweile Kultstatus. Als Tony Manero wurde John Travolta über Nacht zum Superstar. Ebenfalls über dieselbe Nacht wurde die Musik der Bee Gees unsterblich. Hits wie «Night Fever» und «Staying Alive» lösten weltweit eine Disco-Welle aus. Dass die Songs auch heute noch regelmässig gespielt werden, zeugt vom einzigartigen Erfolg des Tanzfilms.

«Solche Klassiker ziehen einfach das Publikum an», meint der Oltner Schauspieler Tino Andrea Honegger. Neue Stücke hingegen bräuchten viel mehr Zeit sich zu etablieren und bekannt zu werden. Musicals wie «Grease» oder «Rocky Horror Picture Show» gehören deshalb auch zu seinen Lieblingsstücken. In Letzterem hätte er zudem seine absolute Lieblingsrolle verkörpern dürfen. Der extrovertierte Frank’N’Furter, angelehnt an Dr. Frankenstein, sei eine sehr intensive und anspruchsvolle Rolle gewesen. «Die Figur hat so viele Charakterbrüche», erzählt der Künstler. Normalerweise spiele er oft den Gigolo. Doch für diese Rolle hätte er den einmal abgeben können. «Dank Frank’N’Furter kann ich richtig gut in Highheels gehen», lacht Honegger, der für die Rolle des Transvestiten professionelles Lauftraining erhalten hat.

Die Rolle des Walk-In-Covers

Obwohl «Saturday Night Fever» bereits seit knapp einem Monat gespielt wird, gab Honegger erst vergangenen Sonntag seine persönliche Premiere. Heute Mittwoch, steht er zum zweiten Mal als Tony Manero auf der Bühne. Dies, weil Honegger als Back-up für Filippo Strocchi, welcher die Hauptrolle des Kino-Hits besetzt, vorgesehen ist. Als sogenanntes Walk-In-Cover ersetzt er die Erstbesetzung in Notfällen, falls dieser zum Beispiel wegen Krankheit ausfallen würde. «Die Herausforderung für ein Walk-In-Cover ist, dass man das Stück genau so präsent haben muss wie die Erstbesetzung», verrät Honegger. Diese steht regelmässig auf der Bühne und hat somit viel mehr Erfahrung in der Rolle als die Zweitbesetzung. Das sei mental sehr anspruchsvoll. Trotzdem hat Honegger aber auch fixe Showzeiten.

Vier Wochen vor der Premiere des Musicals, hätten die Proben angefangen. «Das ist eigentlich sehr sportlich», lacht Honegger. Denn normalerweise würden die Proben für ein neues Stück rund sieben Wochen dauern. Deshalb seien die Tage während dieser Zeit auch sehr lang gewesen. Zwei Stunden lang steht Tony Manero auf der Bühne. Bis jeder Tanzschritt und der Gesang sowohl bei der Erstbesetzung wie auch bei Honegger sitzt, hätten die Künstler von morgens früh bis abends spät geprobt. Nach so einem immensen Aufwand hat es sich der Oltner Künstler verdient, auch seine festen Zeiten im Rampenlicht zu haben.

Auf und hinter der Bühne

Während er die Rolle des Tony Manero verkörpert, übt Honegger gleichzeitig für sein nächstes Stück «Daddy Cool», welches ab dem 7. September in Liechtenstein aufgeführt wird. Kaum einmal hat man als Künstler eine Pause. In Liechtenstein wird er jedoch nicht selbst auf der Bühne stehen, sondern im Hintergrund die Fäden in der Hand halten. Regio führte der Oltner bereits bei Musicals wie «Aida» oder «Night Fever». «Live-Entertainment ist einfach mein Traum, ob hinter oder auf der Bühne», schwärmt er. Denn nur dabei hätte man die unmittelba-ren Reaktionen des Publikums. Nirgends seien die Emotionen so gross wie auf der Bühne. Und dafür nehme er gerne den Stress des Künstlerlebens auf sich.

Dieses führt er nun seit rund zwölf Jahren. Nach dem erfolgreichen Abschluss an der Kantonsschule Olten, wanderte Honegger nach Deutschland aus, um in Hamburg eine Musical Ausbildung zu absolvieren. «In der Schweiz ist der Markt für Künstler sehr beschränkt», begründet er seine damalige Entscheidung. Für seine Aufführungen kehrt er jedoch immer wieder gerne in sein Heimatland zurück. Und da seine Familie und Freunde noch immer in Olten leben, führt ihn sein Weg auch oft zurück in die Dreitannenstadt. Hier ist er im Jahr 2013 auch auf der Bühne des Theaterstudios Olten gestanden. Und hier sei und bleibe einfach seine Heimat.

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