Am vergangenen Dienstag stürzte eine 31-jährige Frau mitten in der Nacht von einem Balkon eines Mehrfamilienhauses in Trimbach. Ihr 41-jähriger Lebenspartner versteht die Welt nicht mehr. In einem Interview gegenüber dem regionalen TV-Sender Tele M1 betonte er, während des Vorfalls geschlafen zu haben.

Der Balkon im vierten Stock. Von hier aus fiel Anita auf die Platten.

Der Balkon im vierten Stock. Von hier aus fiel Anita auf die Platten.

Die Frau wurde somit nicht von ihm selbst entdeckt, sondern von Passanten. Sie verstarb später im Spital. Ihr Lebenspartner musste inzwischen bei der Polizei Rede und Antwort stehen. Dies, nachdem ihn die Polizei geweckt habe, wie er im Interview mit dem regionalen Fernsehsender erzählt. Erst da habe er überhaupt vom Sturz erfahren. Die Handschellen hätten geklickt, und er sei auf den Posten mitgenommen worden. Sein Handy sei ihm abgenommen worden. Es kam zum Verhör.

So schrecklich dies klingen mag, aber es ist bekannt, dass nach solchen Vorfällen erst einmal das nähere Umfeld genauer untersucht wird. So geraten manchmal zwangsläufig Angehörige ins Visier von Kriminalermittlungen. Es handelt sich dabei aber um reine Routine. Oft stellt sich die Anfangsverdächtigung als unbegründet heraus. Wie im Fall vom Lebenspartner der umgekommen Frau: Er wurde bereits am nächsten Morgen wieder vom Polizeiposten entlassen.

Suizid oder Unfall?

Doch was war wirklich geschehen? Bei der Polizei gibt man sich bedeckt, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Astrid Bucher vom Mediendienst der Polizei Kanton Solothurn sagt auf Anfrage: «Gestützt auf die im Moment vorliegenden Erkenntnisse liegen keine konkreten Hinweise auf eine Dritteinwirkung vor.» Die Polizei lässt sich so vernehmen, wenn sie in einem Fall noch nicht sicher weiss, ob es sich um einen Unfall oder um Suizid handelt.

In den Interviews, die der Lebenspartner nach dem Vorfall gegenüber Tele M1 wie auch gegenüber dem «Blick» gab, betonte er: «Meine Freundin war ein glücklicher Mensch.» Erst am Sonntag hätten sie noch gemeinsam grilliert. Seine Lebenspartnerin sei gemäss ihm nachts auf den Balkon gegangen, um zu malen. Dies nicht zum ersten Mal. Das schwarz-weisse Filzstift-Bild, das sie auf dem Balkon zurückliess und im «Blick» publiziert wurde, zeigt eine verschnörkelte Blume und ein Fantasiewesen mit herzförmigen Kopf und zwei Punkten, die wie Augen erscheinen. (my)