Winznau

Fitnessparcours von Kantischülerin soll zu mehr Bewegung inspirieren

Maturandin als Parcoursbauerin: Isabelle Wyss (Lostorf) mit Postenschildern ihres Winznauer Fitnessparcours.

Maturandin als Parcoursbauerin: Isabelle Wyss (Lostorf) mit Postenschildern ihres Winznauer Fitnessparcours.

Kantischülerin Isabelle Wyss hatte bei der Wahl des Themas für ihre Maturaarbeit den Wunsch, nicht nur «eine Arbeit zu schreiben, die dann im Regal rumsteht und niemand liest», sondern etwas Nützliches zu erstellen. Mit ihrem neuen Fitnessparcours will sie zeigen, dass es auf mit einfachen Sachen möglich ist, sich fit zu halten.

Wer sich angesichts von Guetzli und bevorstehenden Schlemmereien in der Vorweihnachtszeit schon um die Linie sorgt, der sollte aufhorchen: Im Winznauer Wald bei der Balmisstrasse steht nun ein Fitnessparcours für alle offen. Dahinter steckt die 19-jährige Kantischülerin Isabelle Wyss, die im Rahmen ihrer Maturarbeit einen Fitnessparcours mit 6 Posten, verteilt auf 2,4 Kilometer, plante und errichtete.

«Ich mache selbst wahnsinnig gerne Sport, aber einfach nur Runden zu rennen, finde ich langweilig», so die Lostorferin. Zusammen mit dem Wunsch, nicht nur «eine Arbeit zu schreiben, die dann im Regal rumsteht und niemand liest», sondern etwas Nützliches zu erstellen, war dies ausschlaggebend für die Wahl ihres Themas.

Ihr Fitnessparcours soll aber nicht nur den Sportfreaks Spass machen, sondern auch Spaziergängern und Kindern, die gemütlicher unterwegs sind. «Mein Parcours soll inspirierend wirken und zeigen, dass es auch mit einfachen Sachen möglich ist, sich zusätzlich zu bewegen und fit zu halten», so Wyss.

Alles aus Naturmaterialien

Dabei war es ihr wichtig, nur mit Material zu arbeiten, welches auch natürlicherweise im Wald vorkommt. Das heisst: Hauptsächlich Holz, ein wenig Farbe, aber kein Metall oder anderes. Wo möglich, verknüpfte sie die Übungen mit Dingen, die schon vorher da waren, beispielsweise ein Baumstumpf. Andere Posten bestehen aus mehreren Pfosten in einer Reihe, um die ein Slalom gerannt werden kann, oder Balanceübungen auf Baumstammhälften.

Das Holz stammt aus dem oberen Teil von zwei gefällten Bäumen und wurde Wyss von der Forstbetriebsgemeinschaft Unterer Hauenstein zur Verfügung gestellt, da es dieser kaum Gewinn eingebracht hätte. Daraus fertigte sie die verschiedenen Posten sowie Schilder, auf denen sie die Übungen beschreibt. «An jedem Posten gibt es je eine Übung zu Balance, Kraft und Ausdauer», erklärt Wyss.

Überall macht sie noch einen Vorschlag für eine schwierigere Variante. Falls sich Leute wundern sollten, warum die Übungen auch auf Englisch dastehen: Dies musste Wyss machen, weil sie als Immersivschülerin einen Teil ihrer Fächer auf Englisch abschliesst. Dazu gehört es auch, ihre Arbeit auf Englisch zu schreiben. Betreut wird sie von ihrer Sportlehrerin Martina Grütter.

Grosser Zeitaufwand

Wie viel Zeit sie in ihre Maturarbeit bisher schon investiert hat, weiss Wyss nicht. Die 60 Stunden Aufwand, die für eine Maturarbeit im Durchschnitt anfallen, habe sie «wahrscheinlich schon doppelt und dreifach» überstiegen. Besonders viel Aufwand gab das Zuschneiden, Schleifen und Bemalen der Schilder. In ihren Herbstferien halfen ihr drei Freunde dabei, in strömendem Regen zu jäten und die Posten zu installieren.

Doch der Aufwand hat sich gelohnt: «Es hat wahnsinnig Spass gemacht.» Was Wyss besonders freut: Als sie ein zweites Mal einen Rundgang machte, um die Posten fotografisch zu dokumentieren, begegnete sie neugierigen Spaziergängern, die die Posten ausprobierten.

Bis im Januar muss sie ihre Arbeit niederschreiben und abgeben. Im März wird sie sie im Rahmen der Maturarbeitspräsentationen an der Kanti Olten vorstellen.

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