Abschied
Zum letzten Mal stellt Gemeindepräsident Patrick Schlatter den Oberdörfer das Budget vor

Trotz Coronamassnahmen wollten 44 Stimmberechtigten am Montagabend über das Budget 2021 entscheiden und zum letzten Mal den abtretenden Gemeindepräsidenten Patrick Schlatter in Aktion sehen. Die nächste Gemeindeversammlung wird sein Nachfolger Marc Spirig leiten.

Judith Frei
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Gregor Glaus, Marc Spirig, Patrick Schlatter und Ueli Kölliker (v.l.) in der Kächschür.

Gregor Glaus, Marc Spirig, Patrick Schlatter und Ueli Kölliker (v.l.) in der Kächschür.

Judith Frei

Spirig und Ueli Kölliker zählen für diese denkwürdige Versammlung die Stimmen. Viel zu tun haben sie nicht, da alle Geschäfte einstimmig angenommen wurden.

Die Herausforderungen langfristig zu planen

«Budgetieren während der Coronakrise ist schwierig», fängt Schlatter seine Erläuterungen über das Budget 2021 an. Es gebe zu viele Unsicherheiten, um die Lage konkret einschätzen zu können. Sicher sei, dass die Auswirkungen der Krise zeitverzögert bis ins Jahr 2023 oder gar bis ins Jahr 2025 spürbar sind.

Die Steuereinnahmen würden sinken und die Ausgaben im Bereich Soziales steigen. Die Steuereinnahmen sind mit –1 Prozent budgetiert. Die Erfolgsrechnung wird mit einem Aufwandüberschuss von rund 259'020 Franken vorgelegt, die Investitionsrechnung schliesst mit einem Ausgabenüberschuss von 270'500 Franken ab. «Es ist wichtig, dass die öffentliche Hand in der Krise investiert», ist Schlatter überzeugt.

Die Eigenkapitalsituation von rund 2,36 MillionenFranken komme Oberdorf in dieser Krise zugute. «Die getätigten Vorfinanzierungen der letzten Jahre bewirken eine Entlastung der Erfolgsrechnung von jährlich rund 50'000 Franken. Wenn möglich sollen in Zukunft weitere Vorfinanzierungen gebildet werden», sagt Schlatter. «Die Situation ist für das Jahr 2021 nicht sehr erfreulich, aber vertretbar», meint er abschliessend.

Und schon ist die letzte Budgetgemeindeversammlung von Patrick Schlatter vorbei. Sein langjähriges Engagement für Oberdorf – 27 Jahre insgesamt – kann jedoch coronabedingt nicht gross gefeiert werden. Spirig und Kölliker, eben noch Konkurrenten im Rennen um den Gemeindepräsidentenposten, würdigen Schlatters Arbeit gemeinsam.

Anekdoten gibt es genügend zu erzählen. So beispielsweise wie Schlatter schon zwei Mal mit Bundesräten auf dem Weissenstein war. «Insbesondere im Bereich Finanzen hat er unsere Gemeinde weit gebracht», sagt Kölliker. Dies zahle sich in der jetzigen Krisensituation aus. «Ich habe das Amt nicht abgegeben, weil ich ausgebrannt oder müde bin», sagt Schlatter, sichtlich gerührt. Nach 15 Jahren sei es Zeit für etwas Neues, ist er überzeugt. Er werde sich weiterhin für die Gemeinde engagieren, in welcher Form, weiss er noch nicht. Er sei zuversichtlich, dass Oberdorf gut durch die Krise kommt und freut sich, den Abschlussapéro, sobald es die Pandemie-Lage erlaubt, durchzuführen.

Die weiteren Geschäfte auf einen Blick

Das Reglement über die Ausrichtung von Betreuungsgutschriften wurde diskussionslos angenommen.

Das Informatik-Konzept für die gemeinsamen Schulstrukturen Langendorf, Oberdorf und Rüttenen (Geslor) wird umgesetzt. Oberdorf zahlt jährlich 44000 Franken für neue Laptops und deren Support an den Schulen.

Die 240 Meter lange Wasserleitung an der Langendorfstrasse wird für 129000 Franken ersetzt, da die fast 100-jährige Leitung brüchig ist.

Das in die Jahre gekommene Sammelbassin der Quellen Obermatt/ Rosegg wird für 115000 Franken saniert und eine UV-Desinfektionsanlage wird installiert. Nach den abgeschlossenen Sanierungsarbeiten wird das Oberdorfer Wasser chlorfrei.

Beim Kindergarten werden energetische Massnahmen für 135000 Franken umgesetzt. (jfr)