Weniger Listen
Die Parteienlandschaft in Feldbrunnen-St.Niklaus schrumpft

Vor vier Jahren traten in Feldbrunnen-St.Niklaus fünf Parteien zu den Gemeinderatswahlen an. Dieses Mal sind es nur drei Listen.

Fabio Vonarburg
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Zvg

Es war ein veritabler Coup, der der Freien Liberalen Liste (FLL) vor vier Jahren beinahe gelungen ist. Lediglich die Stimmen einer einzigen Parteiliste fehlten, und die kurz zuvor neu gegründete Freie Liberale Liste hätte im ersten Anlauf gleich zwei Sitze im Gemeinderat geholt. Sie konnte davon profitieren, dass die zwei Namen auf ihrer Liste beides bisherige Gemeinderäte waren. Einerseits Thomas Schluep, der mit dem zweitbesten Resultat aller Kandidierenden 2017 wiedergewählt wurde, für seinen Kollegen Adrian Zbinden reichte es nicht, obwohl er das drittbeste Resultat einfuhr.

Nun vier Jahre später sucht man vergebens nach eingereichten Wahlvorschlägen der Freien Liberalen Liste. Dies liegt unter anderem daran, dass Thomas Schluep nach 4 Jahren Ersatz und 12 Jahren im Gemeinderat nicht mehr antritt, da sich seine Prioritäten verschoben haben und er kein Sesselkleber sei, wie er auf Anfrage ausführte. Da auch Adrian Zbinden auf die kommende Legislatur kein Comeback im Gemeinderat vorhat, fallen somit alle Kandidierenden vor vier Jahren weg.

Keine Personen gefunden, die kandidieren wollen

Warum gelang es nicht, Neue hinzuzugewinnen? «Wir haben schon Gespräche geführt», sagt Thomas Schluep. «Es ist aber viel einfacher, Personen zu finden, die einen bei der Wahl unterstützen, als solche, die bereit sind, für die Freie Liberale Liste zu kandidieren. Vor allem in Feldbrunnen.» Damit meint er die Konkurrenz mit der lokalen FDP, die er und Zbinden vor vier Jahren verlassen haben und damit für Aufregung gesorgt haben. Die Gründe für die Trennung lagen an unterschiedlichen politischen Auffassungen. «Für die FDP Feldbrunnen steht primär das Geld, im Sinne eines Zürcher Wirtschaftsfreisinns, an erster Stelle», sagt Schluep, «wir von der Freien Liberalen Liste sind auch wirtschaftsliberal, gepaart mit einer gesunden sozialen Verantwortung.»

Ob die ausbleibenden Kandidaturen für die Gemeinderatswahlen gleichzeitig das Aus der Freien Liberalen Liste bedeuten, lässt Schluep offen. Er spricht vom «Pausenknopf». Denn: «Wenn jemand auf mich und Adrian Zbinden zukommt und die Freie Liberale Liste wieder aufleben lassen möchte, stehen wir sicher helfend zur Seite.»

Die Freie Liberale Liste ist nicht die einzige Partei in Feldbrunnen, die dieses Jahr wegen fehlender Kandidierenden nicht zu den Erneuerungswahlen antritt. Auch die SP, die vor vier Jahren ihren Sitz im Gemeinderat verlor, fehlt.

«Es ist sicher unser Ziel, in möglichst jeder Gemeinde präsent zu sein», sagt der Präsident der SP der Amtei Solothurn-Lebern zum Umstand, dass in Feldbrunnen dieses Mal niemand für die SP kandidiert. Philipp Jenni fährt fort: «Es ist auch für uns nicht immer einfach, Leute zu finden, die bereit sind, sich politisch und ehrenamtlich zu engagieren.» Er hofft aber, dass dies in Feldbrunnen nur eine Momentaufnahme ist.

FDP bedauert, dass SP und die FLL nicht antreten

Diese Hoffnung hat auch Heinz Küng, Präsident der FDP Feldbrunnen-St. Niklaus. Denn es ist keineswegs so, dass der FDP-Ortsparteipräsident angesichts der wegfallenden Konkurrenz jubiliert. Im Gegenteil: «Es ist schade, wenn die Parteienlandschaft in der Gemeinde schrumpft», sagt er. «Konkurrenz belebt das Business.

Es ist immer herausfordernd, wenn man andere neben sich hat, die das Gleiche wollen, aber auf einem anderen Weg.» Bezüglich der Aussage vonseiten der Freien Liberalen Liste sagt er: «Ich habe nichts mit der Vergangenheit am Hut.» Und belässt es dabei zu betonen, dass auch die FDP Feldbrunnen soziale Verantwortung trage und nicht nur auf den Steuerfuss schaue: «Der Umbau des Schulhauses in Feldbrunnen spricht wohl für sich.»

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