Wahlen
Welche Gemeindepräsidenten aus der Region Solothurn treten nochmals an, wer nicht?

In Stadt und Region Solothurn gibt es für die nächste Legislatur bei den Gemeindepräsidien viele Veränderungen. Wir haben bei den Amtsinhaber nachgefragt, ob sie sich nochmals aufstellen werden.

Judith Frei
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Dieses Jahr stehen die kommunalen Gesamterneuerungswahlen an. Damit stellt sich auch immer die Frage, welche Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten möchten noch einmal eine Legislatur dranhängen? In der Stadt und Region Solothurn wird sicher in drei von sechs Gemeinden das Gemeindepräsidium neu besetzt. Ein Überblick.

Bellach

Letztes Jahr war sich Fritz Lehmann (SVP) noch nicht sicher, ob er es noch einmal wagen soll, nicht wegen des Amtes oder wegen der Bellacherinnen und Bellacher, sondern wegen seines Alters. Jetzt hat er sich entschieden: Er wird sich nicht mehr aufstellen lassen.

Fritz Lehmann, Gemeindepräsident von Bellach, hört auf.

Fritz Lehmann, Gemeindepräsident von Bellach, hört auf.

Oliver Menge

«Mich hat das früher immer gestört, wenn die Leute in den Ämtern zu alt waren», erklärt der knapp 65-Jährige. In einem gewissen Alter würde man die Zeichen der Zeit nicht mehr erkennen. Bevor das bei ihm der Fall wird, will er gehen.

Er habe zudem nie geplant, Gemeindepräsident zu werden: «Ich dachte, ich bleibe Vize-Präsident bis zum Schluss. Gemeindepräsident zu werden, war nie in meinem Lebensplan.» Nach dem überraschenden Tod seines Vorgängers Roland Stadler hat er das Ruder übernommen und wurde 2018 zum Präsidenten gewählt. «Das Amt hat mir sehr gefallen, ich hatte auch eine gute Crew um mich», sagt Lehmann.

Er habe Bellach immer als aktive und konstruktive Gemeinde erlebt, sagt Lehmann. Diese konstruktive Arbeitsweise zeige sich auch in den verschiedenen Arbeitsgruppen, die es in Bellach an Stelle von Ressorts gibt. Dadurch werden schon früh alle Parteien mit einbezogen und lösungsorientiert gearbeitet.

Besonders zufrieden ist er über die Heizzentrale, die ab Herbst der Heizperiode 2021/22 die gemeindeeigenen Liegenschaften, das Gemeindehaus, Schulhaus 2 mit dem neuen Modularbau sowie der Kindergarten Dorf und die Aufbahrungshalle beim Friedhof beheizen wird. Diese Heizzentrale ist ein Gemeinschaftswerk der Bürgergemeinde und der Einwohnergemeinde Bellach und wird dereinst mit Hackschnitzel aus der Region durch die Bürgergemeinde betrieben werden.

Feldbrunnen-St. Niklaus

Anita Panzer (FDP) hat zwei Legislaturperioden hinter sich und wird sich für eine dritte aufstellen lassen. Das war für sie schon letztes Jahr klar und daran hat sich auch nichts geändert. Die Wertschätzung und die positiven Rückmeldungen hat sie schon letztes Jahr zu dieser Entscheidung bewogen.

Anita Panzer tritt zum dritten Mal als Gemeindepräsidentin an.

Anita Panzer tritt zum dritten Mal als Gemeindepräsidentin an.

Hanspeter Bärtschi / SZ

«Ich bin besonders froh, dass wir letztes Jahr die Ortsplanungsrevision voranbringen konnten», sagt sie. Die revidierte Fassung des Ortsplans ist jetzt beim Kanton und die Gemeinde wartet jetzt lediglich auf dessen Beschluss. Wenn sie wieder gewählt wird, dann will sie das Projekt Schulhaus- und Turnhallensanierung durchziehen.

Langendorf

Der Gemeindepräsident in Langendorf heisst schon seit 2001 Hans-Peter Berger (SP). Wenn es nach ihm gehen würde, ändert sich daran nichts für die nächsten vier Jahre. «Ich bin noch motiviert und habe Ideen für die Gemeinde», sagt Berger.

Hanspeter Berger ist schon seit 2001 Gemeindepräsident von Langendorf.

Hanspeter Berger ist schon seit 2001 Gemeindepräsident von Langendorf.

Hanspeter Baertschi (02. Juli 2013)

Das war für ihn auch schon letztes Jahr klar. Die Langendörferinnen und Langendörfer müssen ihn aber zuerst noch wählen. Das werden sie auch tun müssen, auch wenn sich niemand als Gegenkandidat aufstellen wird, denn stille Wahlen kennt Langendorf nicht. «Das ist auch gut. Je nach Resultat werde ich im Amt bestätigt oder ich sehe, dass es Zeit wird, zu gehen», so Berger. Bis jetzt sieht es so aus, dass es keine Gegenkandidatur geben wird.

Oberdorf

Ist erst seit kurzem im Amt: Marc Spirig, der Gemeindepräsident von Oberdorf.

Ist erst seit kurzem im Amt: Marc Spirig, der Gemeindepräsident von Oberdorf.

zvg

In der Gemeinde Oberdorf gab es bereits im vergangenen Jahr das Sesselrücken auf dem Posten des Gemeindepräsidenten. Der Gemeindepräsident der letzten 15 Jahren, Patrick Schlatter (FDP), gab sein Amt ab und in einer spannenden Wahl zwischen Ueli Kölliker und Marc Spirig (FDP) wurde Letzterer im zweiten Wahlgang als sein Nachfolger gewählt.

Solothurn

1993 ins Amt gewählt, nun tritt Stadtpräsident Kurt Fluri bei den Wahlen nicht mehr an.

1993 ins Amt gewählt, nun tritt Stadtpräsident Kurt Fluri bei den Wahlen nicht mehr an.

Hanspeter Bärtschi

Beinahe historisch ist die kommende Stadtpräsidiumswahl in der Stadt Solothurn. Zum ersten Mal nach knapp 30 Jahren wird man den Namen Kurt Fluri (FDP) vergeblich in den Wahlunterlagen suchen. Die neuen Namen lauten Markus Schüpbach (FDP), Stefanie Ingold (SP) und Laura Gantenbein (Grüne).

Rüttenen

Nach acht Jahren im Amt ist Schluss: Gilbert Studer, Gemeindepräsident von Rüttenen.

Nach acht Jahren im Amt ist Schluss: Gilbert Studer, Gemeindepräsident von Rüttenen.

bar

Wie bereits in der Ausgabe von Samstag berichtet, tritt in Rüttenen der jetzige Gemeindepräsident, Gilbert Studer (FDP), nicht zur Wiederwahl an. Er will sich aus der Politik zurückziehen. Als sein Nachfolger in Stellung gebracht, hat sich Markus Boss, den man als CEO der Regiobank Solothurn kennt.

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