Langendorf
Soziales Engagement für Drittweltländer soll weiter bestehen können

Mit dem Ziel, die Güter in der Welt gerechter zu verteilen und an Arme in Drittweltländern etwas abzugeben, sind bereits seit 1979 in Langendorf Menschen aktiv an der Arbeit. Der Verein «dar a todos» möchte das Ziel auch in Zukunft verfolgen.

Christian Sutter
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Der noch kleine Vorstand der Drittweltgruppe «dar a todos», der an der ersten Generalversammlung dieses Jahr gewählt wurde. Von links: Hanni Fürholz (Kasse), Ines Bänziger (Präsidentin), Margrit von Arx (Aktuarin).

Der noch kleine Vorstand der Drittweltgruppe «dar a todos», der an der ersten Generalversammlung dieses Jahr gewählt wurde. Von links: Hanni Fürholz (Kasse), Ines Bänziger (Präsidentin), Margrit von Arx (Aktuarin).

Christian Sutter

In der Drittweltgruppe «dar a todos», was spanisch ist und übersetzt «mit allen teilen» heisst, setzen sich die Mitglieder aktiv für Drittweltländer ein. In das Leben gerufen wurde die Gruppe vom damaligen katholischen Pfarrer Erich Richner.

Erst 35 Jahre später, im Januar 2014, wurde der bisher aus der reformierten und katholischen Kirche entstandenen Gruppe mit der Vereinsgründung ein rechtlich verbindlicher Status gegeben. Im Januar dieses Jahres fand die erste Generalversammlung des noch jungen Vereins statt. Die erste Präsidentin, Ines Bänziger, ist seit 15 Jahren bei «dar a todos» aktiv. «Die Gruppe bestand bis anhin aus freiwillig Mitarbeitenden. Es gab gar keine Mitgliedschaften», erzählt Ines Bänziger. Primär sei das Ziel jedoch immer genügend freiwillige Helferinnen und Helfer für die im Jahresprogramm vorgesehenen Aktivitäten zu finden. Nur so könne das soziale Engagement von «dar a todos» weiter bestehen. Darin sehe sie die schwierige Herausforderung.

Offen für neue Ideen

Gerne würde sie neue, auch jüngere Mitglieder mit entsprechenden neuen Ideen im Verein aufnehmen. Ines Bänziger betont die ökumenische Offenheit. Bisher seien alle aktiv Mitarbeitenden auch Mitglieder der reformierten oder katholischen Kirchgemeinden, aber dies sei keine Voraussetzung. Die Gruppe sei grundsätzlich für Angehörige aller Konfessionen offen, auch für Menschen nicht christlicher Konfessionen. Die Ziele des Vereins seien ja nicht mit einer bestimmten Konfessionszugehörigkeit verbunden, sondern verfolgten einen sozialpolitischen Zweck. Sie betont allerdings auch, dass die ursprüngliche Entstehung der Drittweltgruppe durch kirchliche Kreise auch weiterhin eine Bedeutung habe. Die Beweggründe zur Mitarbeit, die Liebe zum Nächsten zu leben und diese auch über die Fastenzeit hinaus fortzusetzen, bleibe weiter präsent. Auch der Wunsch zu teilen sei für die Arbeit bei «dar a todos» bestimmend.

Unterstützte Projekte

Ein Projekt, welches seit bald 20 Jahren unterstützt wird, ist ein Saint Teresa Hospital in Zimbabwe. Mit den vor Ort Verantwortlichen bestehen direkte Kontakte. Generell tragen persönliche Kontakte immer viel bei zu einem unkomplizierten Informationsfluss und möglichst konkreten Massnahmen, die den betroffenen Menschen vor Ort die richtige Hilfe rasch und unkompliziert bringen. In diesem Jahr werden zudem über HEKS Flüchtlinge aus Syrien unterstützt, sowie über die Organisation Médecins Sans Frontières in Guinea Ebola-Patienten. Welche Projekte jedes Jahr unterstützt werden, steht an der jährlichen Generalversammlung jeweils neu zur Wahl. Kleine Projekte mit Bezugspersonen vor Ort in den jeweiligen Einsatzorten haben klare Vorteile bei der Hilfe. Das jährliche Spendevolumen bewegt sich bis jetzt zwischen 8000 und 10 000 Franken. Der Verein erhebt keine Mitgliederbeiträge.

Synergien schaffen

Für die Zukunft kann sich Ines Bänziger auch punktuell für bestimmte Projekte eine Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Vereinen vorstellen, um eine möglichst hohe Wirkung zu erzielen. Dazu brauche es aber mehr aktive Mitglieder und Menschen, die in diesem sozialen Engagement auch in der heutigen Zeit noch einen Sinn sehen und bereit seien, einen Teil ihrer Freizeit dafür einzusetzen.