Raubtierpark Subingen
René Strickler hofft dank Zürcher Investor auf eine zeitnahe Lösung

Nach Angaben von René Strickler haben sich verschiedene Investoren bei ihm gemeldet. Darunter ist auch ein Zürcher Geschäftsmann, der dem Raubtierpark-Leiter eine namhafte Summe zugesichert hat. Strickler selbst bringt einen zusätzlichen Beweisantrag vor.

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Öffnet sich der Eingang zum Raubtierpark in Subingen bald wieder?

Öffnet sich der Eingang zum Raubtierpark in Subingen bald wieder?

Urs Byland

Gut drei Wochen nach der öffentlichen Verhandlung zur Räumung des Raubtierparks in Subingen ist die angeforderte Inventarliste der Tiere beim zuständigen Richteramt Bucheggberg-Wasseramt eingetroffen.

Diese enthält das Alter der Tiere, deren Gesundheitszustand und Beziehungsnetz. Neben der Liste ist allerdings auch ein zusätzlicher Beweisantrag von Rene Stricklers juristischer Vertretung eingetroffen.

Gefordert werden zwei Gutachten von Experten in Sachen Grosskatzenhaltung. Ein Experte davon soll sich spezifisch mit dem Seelenleben von Grosskatzen auskennen.

Laut Amtsgerichtsschreiberin Sabine Kunz geht der Beweisantrag nun zur Stellungnahme an die Liegenschaftsbesitzerin Espace Real Estate AG sowie die zwei involvierten Ämter, das Veterinär- und Oberamt.

Eine Frist für die Abgabe der Stellungnahmen ist auf Anfang März gesetzt worden.

Weitere Investoren

Der Medienrummel zur drohenden Schliessung des Raubtierparks und die damit verbundene Aufmerksamkeit helfen Strickler. Es gebe weitere Investoren, bestätigt er eine Meldung von «20 Minuten». Ein Zürcher Geschäftsmann habe ihm letztes Wochenende in einem intensiven Gespräch eine beträchtliche Summe zugesprochen.

Dies sei jedoch nicht das einzige Angebot. Mit drei Schweizer Unternehmen habe er Gespräche geführt. Der ausländische Investor, von dem in der Vergangenheit schon die Rede war, sei auch weiterhin bereit zu investieren, führt er gegenüber der Zeitung aus.

Zukunft der Tiere sei gesichert

Stricklers ehemaliger Tierpfleger schätzte die Situation der Tiere gegenüber dieser Zeitung folgendermassen ein: «Entweder bleibt der Raubtierpark, wo er ist, oder die Tiere müssen grösstenteils eingeschläfert werden.» Auch Strickler äusserte immer wieder Angst um seine Tiere.

Diese scheint nun vorüber zu sein. «Ich hatte schlaflose Nächte. Nun kann ich sagen, dass es den Tieren auch weiterhin sehr gut gehen wird. Ihre Zukunft ist gesichert», sagt er.

Strickler ist überzeugt, dass es für die Tiere eine Lösung geben wird: «Ich weiss noch nicht, ob der Park gerettet ist, aber die Tiere sind es.» Strickler sind auch Umquartierungen vorgeschlagen worden. Diese sieht er als Plan B. «Für die Tiere wäre es aber am besten, sie könnten hier bleiben. Sie sind mit dieser Umgebung vertraut.»

Die Anteilnahme am Schicksal des Raubtierparks ist generell gross. Strickler hat viele Nachrichten erhalten. Es gebe gar Bauern, die ihm Land angeboten hätten. Der Tierlehrer zeigt sich von der Empathiefähigkeit der Menschen sichtlich berührt: «Die Zuschriften haben mir Mut gegeben.»

Nun werde eine zeitnahe Lösung gesucht. Die Firma Espace Real Estate will die ganze Fläche verkaufen. Das sind 44'000 Quadratmeter. Das wäre mehr als viermal die jetzige Grösse des Raubtierparks.

Strickler hofft mit den Investoren, das Land bald kaufen zu können. Langfristig bleibe das Ziel, den Park vergrössern zu können und das Projekt «Jungle World» zu verwirklichen. Über die Immobilienfirma möchte er nicht wettern: «Wir müssen konstruktiv an einer gemeinsamen Lösung arbeiten.»

Als nächste Schritte plant Strickler aus seiner Organisation eine AG zu machen, um den Investoren Sicherheit zu bieten. Und er möchte einen Kurator anstellen. Wie ein grosser Zoo soll der Park geführt werden und so nicht mehr von einer einzelnen Person abhängig sein.

Victor Schmid, Sprecher von Espace Real Estate, sagt gegenüber «20 Minuten»: «Herr Strickler müsste den ganzen Kaufbetrag aufbringen. Damit wäre ein Vertragsabschluss aber noch nicht garantiert.»

Unterdessen hat ein Hintergrundbericht des «Tages-Anzeigers» weitere Menschen dazu animiert, sich verbal für oder gegen den Tierpark zu äussern.

Insbesondere auf Facebook wird derzeit heftig über René Stricklers Raubtierpark in Subingen gestritten. (jos/uby)

Reaktionen der Leser

Ein Artikel des «Tages-Anzeigers» von letzter Woche löste heftige Diskussionen aus. Hier ein Auszug der Kommentare; unredigiert. 

J.V.

Es gibt möglichkeiten wo er seine Tiere abgeben könnte aber er will nicht, lieber spielt er das Opfer und riskiert das Leben von allen Tieren. Pures Egoismus! Hofft darauf das jemand an seine Türe klopft und ihm 12 milionen gibt, pfff. Seit 7 Jahren weiss er das er von da weg muss und hat bis jetzt keine Alternative. Und er will auch keine Hilfe von Tierschützern oder Tierorganisationen annehmen.Wir sind nicht naiv! Ich möchte nicht in seine Haut stecken wenn es wirklich dazu kommt das man alle Tiere seinetwegen einschläfern muss.

J.A.

Tja, das ist halt wohl das Problem, wenn man solche Tiere zum Vergnügen zähmt (?) und der Menschheit vorführt. Tiger in Gefangenschaft fördern? Seltsame Ansicht!

D.S.

Wo bleibt da die Hilfe der selbst ernannten sogenannten Tier- und Naturschutz-Organisationen? Was tun WWF, Pro Natura, Tierschutz- und Naturschutzvereine, um René Strickler und seinen Tieren zu helfen? Grosse Töne von sich geben ist das eine, spontane und nachhaltige Hilfe zu leisten das andere. Wenn all diese Organisationen keine konkrete Unterstützung beweisen, sollte jeder von uns künftige Spenden und Mitgliedschaften kritisch überdenken.

A.S.

Würde ein Wilderer 18 Tiger töten würde er gelyncht. In diesem Fall wird die Wilderei wohl staatlich angeordnet werden. Widerlich.

R.M.

Strickler unterschrieb einen Mietvertrag für fünf Jahre, um zu sehen, ob sich der Tierpark als Familienausflugsziel etablieren würde. -> Und was hätte er mit den Tieren gemacht, wenn sich der Park nicht etabliert hätte? Bei aller Tierliebe, solche Wildtiere gehören in die Freiheit oder zumindest unter Staatliche unterstützte Obhut wie z.B der Zoo Zürich. Alles andere ist Egoismus.

R.L.

Es tut weh, so was zu lesen. Die beseelten Raubtiere werden als Ware betrachtet. Herr Strickler hat gelernt, mit Tiere so zu kommunizieren, dass er ihre Sprache versteht, auch ihre Gefühle. Tiere sprechen mit Augen und das wissen die wenigsten Menschen. Seien wir doch ehrlich, von Menschen können wir nichts mehr lernen, die nächste Stufe wäre von den Tieren zu lernen, sie verstehen uns auf jedem Fall besser, als wir sie. Das ist bedenklich, da wir glauben, die höchsten Säugetiere zu sein. Die Tiger sind vom Aussterben bedroht, darum sind sie enorm wertvoll, so viel Wert ist kein Mensch. Heute werden die Lebensräume der Schöpfung immer kleiner, bis nur noch der Mensch da ist, erst dann merken wir, dass wir nichts Wert sind. Wir essen uns gegenseitig auf , weil die Natur zerstört ist.

M.M.

Ich drücke die Daumen, dass sich alles noch zum Guten wendet. Ich habe Strickler immer bewundert.

R.K.

Wo sind nun die Portemonnaies unserer wachsenden Schweizer Milliardären und Millionären zur Rettung René Stricklers Raubtierpark und um diese 'unschuldigen' majestätischen Wildtiere vor einer vermeidbaren 'Schlachtung' zu bewaren?
Jegliches Plädoyer an unsere Bundeshaus 'Beamten' würde Ich als fruchtlos betrachten da nun seit Jahren ihre Schwerpunkte und Prioritäten in auswärtigen (ausländischen) Angelegenheiten zu sein scheint.

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