Limpachtal
Limpach wird umfangreich saniert

Fliessgewässer durch Kultur- und Siedlungsland benötigen dauerhafte Pflege. Die 45. Abgeordnetenversammlung des Gemeindeverbandes Limpachtal beschloss eine umfangreiche Sanierung im Gebiet Chutzebrücke.

Gundi Klemm
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«Totalschaden»: Hans Hauert zeigt die kaputte Holzkonstruktion, die ersetzt werden muss

«Totalschaden»: Hans Hauert zeigt die kaputte Holzkonstruktion, die ersetzt werden muss

Hanspeter Bärtschi

«Wie wichtig der laufende Unterhalt des Limpachs ist, haben wir angesichts der kürzlich starken Regenfälle gesehen», stellte Andreas Schluep (Präsident, Balm b. Messen) fest, der durch die Versammlung des Gemeindeverbandes Limpachtal führte. Felder in der Limpachebene seien in Seen verwandelt worden, doch der Kanal sei nie über die Ufer getreten. «Wir leisten gute Arbeit bezüglich Entwässerung.» Der von 1941 bis 1943 gebaute Kanal, der die Drainagen des ehemals sumpfigen Gebietes aufnimmt, muss ständig überwacht werden, weil Grünwachstum, Auflandungen, Böschungsrutschungen und besonders die von Fäulnis bedingte Zerstörung der Holzkonstruktion den Wasserabfluss und damit den Hochwasserschutz behindern. Nach 70 Jahren sei der Ladenboden an der Kanalsohle an etliche Stellen zerstört, was etappenweise «Flickarbeiten» nötig macht.

Den Kredit im Umfang von 285 000 Franken für vier Abschnitte in Gesamtlänge von 130 Metern habe die Delegiertenversammlung bereits 2012 genehmigt, orientierte Planer Peter Röthlisberger (Büro Bettschen+Blumer, Worben). Anhand von Fotos zeigte er, wie die Arbeiten im kommenden Herbst ausgeführt werden sollen. An den Kosten beteiligen sich beide Kantone und die Verbandsgemeinden. Wie üblich fanden zudem grosse Unterhaltsarbeiten statt. Nach dem Abschnitt Britternbrücke bis ARA Messen im Januar 2014 wurden in diesem Januar Bereinigungen zwischen Messenbrücke und Chutzenbrücke vorgenommen.

Teststrecke «Chutzebrücke»

Ein «Totalschaden» ist von den Verantwortlichen auf einer Länge von 96 Metern im Areal Chutzebrücke festgestellt worden. Die Versammlung genehmigte den Kredit von 330 000 Franken, an dem laut Voranschlag beide Kantone mit Subventionen zu rund 60 Prozent mittragen. Über die gesetzlichen Rahmenbedingungen informierte Jürg Bucher als Wasserbauingenieur des Kantons Bern. Festgestellt ist, dass bei diesem erst 1998 als «Teststrecke» erneuerten Teilstück offenbar wasserbautechnische Fehler gemacht wurden, weil die Holzkonstruktion nicht durch Steinwurf abgedeckt ist und daher an der Luft fault. Dieses Versäumnis führte zu einigem Unmut in der Versammlung. Eindeutig sichtbar ist, dass die Böschung abrutscht und das Gerinne immer enger werden lässt.

Landwirtschaftsland wird stärker vernetzt

Hans-Peter Ziegler (Unterramsern), der Verantwortliche für dieses Ressort im Verband, umriss kurz die Arbeit im solothurnischen Teil des Gebiets, die ab jetzt von der Repla Espace Solothurn koordiniert wird. Eine neu gestaltete Karte zeigte die Planungsfortschritte in der ökologischen Vernetzung. 224 Hektaren waren 2014 beitragsberechtigt. 9000 Franken sind bereits ausgezahlt worden. Auf bernischer Seite folgen Umstrukturierungen. Das gesamte Limpachtal werde ab 2017 in drei Bereiche aufgeteilt, obwohl es sich ja eigentlich um ein einheitliches Massnahmengebiet handele, gab Ziegler zu bedenken. Aus der Versammlung wurden die vorhandenen Pappeln am Kanalrand kritisch gesehen, die besser mit Hecken ersetzt würden. Auch die mit Herbiziden belastete Wasserqualität gab zu Bedenken Anlass. (gku)

«Das Hauptproblem aber ist der Flurweg auf der Böschungskante längs des Limpachkanals, der durch das Gewicht heutiger landwirtschaftlicher Fahrzeuge zu stark belastet wird und Hangrutschungen verursacht», erläuterten Bucher und Röthlisberger. «Diese Instandstellung dürfte das letzte bewilligte Projekt dieser Art sein», betonte Bucher, «. . . wenn es nicht zusätzlich gelingt, die Kanalseitenwege um einige Meter weiter ins Land zu verschieben.» Verhandlungen mit betroffenen Landwirten seien im Gange.

Nötig für die zukünftige Erhaltung des Limpach-Gebiets sei ein Gewässerrichtplan, für den der Wasserbauingenieur bereits zahlreiche Aspekte, Schutzziele und vor allem den Koordinationsbedarf thematisierte. Der Gemeindeverband Limpachtal, mit den Gemeinden Wengi b. Büren, Rapperswil, Fraubrunnen, Bätterkinden aus dem Kanton Bern sowie Buchegg, Messen und Unterramsern aus dem Kanton Solothurn, wird also eine Arbeitsgruppe berufen, die mit Fachleuten aus beiden Kantonen beschickt ist. Das Ergebnis wird 2017/18 erwartet. Wegen der Dringlichkeit soll die Erneuerung der «Teststrecke» ebenfalls im Herbst 2015 erfolgen. Mit dem einstimmig bewilligten Voranschlag wurde der Beitrag der Verbandsgemeinden für 2016 auf 150 000 Franken festgelegt.

Initiative Limpachtal

«Mit dieser Initiative wollen wir uns den gemeinsamen Lebensraum Limpachtal näher bringen», betonte der Präsident den Wert von gemeinsamen Veranstaltungen wie die erfolgte Behördenzusammenkunft mit Frühbesichtigung im Wengi-Moos. Ausserdem trägt der Verband die Defizitgarantie für die GA-Aufwendungen der Gemeinden. Der gesamte Vorstand mit Präsident Andreas Schluep und Vizepräsident Hans Hauert (Wengi) wurden im Amt bestätigt. Im Mandat übernimmt Margrit Locher (Messen) weiterhin die Geschäftsführung.

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