Gemeinderatswahlen
Vieles könnte beim Alten bleiben – es gibt aber auch gestandene Gemeinderäte, die nicht mehr antreten

In den Gemeinden in der Region ist bekannt, wer sich für die Wahlen aufstellen liess. In den Dörfern gibt es teils gestandene Gemeinderäte, die am 25. April nicht mehr antreten.

Fabio Vonarburg
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Gemeindepräsident von Langendorf: Hans-Peter Berger

Gemeindepräsident von Langendorf: Hans-Peter Berger


Hanspeter Bärtschi

Langendorf

20 Jahre ist er bereits im Amt als Gemeindepräsident, und seit Montagabend, 17 Uhr – mit dem Anmeldeschluss für die Gemeindepräsidiumswahl – steht eigentlich fest: Hans-Peter Berger (SP) wird es auch in Zukunft bleiben. Zwar muss Berger zuerst noch gewählt werden, da in Langendorf keine stille Wahl vorgesehen ist. Aufgrund der fehlenden Gegenkandidaturen ist dies jedoch vor allem eines: eine Formsache. Keine Formsache gibt es bei den Gemeinderatswahlen. Nebst dem Gemeindepräsidenten gibt es jeweils acht Gemeinderäte in Langendorf. Um diese Sitze buhlen 15 Personen, Hans-Peter Berger mitgezählt. Davon 5 Frauen.

Am meisten Kandidierende stehen auf der Liste der FDP (6), gefolgt von der gemeinsamen Liste der SP und Grünen (5). Je zwei Kandidierende ins Rennen schickt die SVP sowie CVP-GLP. Ein Blick zurück. Vor vier Jahren hat die CVP ihren einen Sitz verloren, nun soll mit der Zusammenarbeit mit der GLP das Comeback gelingen. Unter den beiden Kandidierenden hat es mit Markus Knellwolf (GLP) einen früheren Kantonsrat (2009 bis 2017), dem die Rückkehr in diesen am letzten Sonntag misslang. Einen gewonnen und somit in den Gemeinderat von Langendorf eingezogen, ist 2017 dafür die SVP, mit Thomas Anderegg, der zur Wiederwahl antritt – genauso handhaben es sämtliche seiner Gemeinderatskolleginnen und -kollegen.

Feldbrunnen-St.Niklaus

In Feldbrunnen-St.Niklaus könnte vieles beim Alten bleiben. Vorausgesetzt die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger waren mit der Arbeit ihres Gemeinderats der letzten vier Jahre zufrieden. Sechs der sieben jetzigen Gemeinderätinnen und Gemeinderäte streben die Wiederwahl an. Der Einzige der nicht noch einmal antritt, ist Thomas Schluep von der Freien Liberalen Liste, die vor vier Jahren gegründet wurde.

Nach 16 Jahren im Gemeinderat tritt Thomas Schluep nicht mehr an.

Nach 16 Jahren im Gemeinderat tritt Thomas Schluep nicht mehr an.

Felix Gerber

Vorher war Schluep acht Jahre für die FDP im Gemeinderat, vier davon als Vize-Gemeindepräsident. «Ich bin kein Sesselkleber», begründet Schluep, warum er nicht wieder antritt. Zudem hätten sich seine Prioritäten verschoben. Ebenfalls zu den Abwesenden gehört die SP, die vor vier Jahren ihren Sitz im Gemeinderat verloren hat, als ihr bisheriger Gemeinderat nicht wiedergewählt wurde. Listen eingereicht haben die CVP (sechs Kandidaten, davon eine Bisherige), die FDP (sieben Kandidierende, davon vier Bisherige) sowie die SVP mit zwei Kandidaten (ein Bisheriger). Was insgesamt auffällt, ist die grosse Mehrheit der Männer. Unter 15 Kandidierenden hat es lediglich drei Frauen.

Bellach

Wer hier alles in den Gemeinderat möchte, respektive ob es gar zu stillen Wahlen kommt, ist noch offen. Im Vergleich zu den meisten Gemeinden im Kanton wird Bellach nicht am 25. April seinen Gemeinderat neu bestellen. Bellach wählt erst rund zwei Monate später, am 13. Juni. Und die Entscheidung, wer die neue Gemeindepräsidentin oder der neue Gemeindepräsident wird, folgt am 26. September. Klar ist, dass der bisherige Gemeindepräsident, Fritz Lehmann, nicht mehr antritt. Wahlvorschläge für den Gemeinderat können bis am Montag, 26. April, 17 Uhr bei der Gemeindeverwaltung eingereicht werden. Es ist der Tag nach dem Wahltag in den meisten Gemeinden.

Oberdorf

Es kommt zum personellen Umbruch in Oberdorf. Symbolisch dafür stehen die Abgänge von Ueli Kölliker (24 Jahre im Gemeinderat, Forum Oberdorf), Jürg Schluep (17 Jahre, FDP), sowie jener des bereits zurückgetretenen Gemeindepräsidenten Patrick Schlatter (CVP). Ganze sieben Legislaturen wirkte Schlatter im Rat mit. Etwas Erfahrung könnte dennoch im Gemeinderat verbleiben, stellen sich doch 5 der 7 jetzigen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten zur Wiederwahl.

Ueli Kölliker: 24 Jahre war er im Gemeinderat, nun ist bald Schluss.

Ueli Kölliker: 24 Jahre war er im Gemeinderat, nun ist bald Schluss.

Zvg

Dies sind: Dagmar Rösler Schor (Forum Oberdorf), Johannes Dollinger (Forum Oberdorf), Claudine Nick-Miller (CVP), Martin Ruch (CVP) sowie Marc Spirig (FDP), der im letzten Jahr in einem regelrechten Wahlkrimi zum neuen Gemeindepräsidenten gewählt wurde. Insgesamt liessen sich 15 Kandidierende aufstellen, davon 6 Frauen. Alleine 3 Frauen sind auf der 6er-Liste des Forum Oberdorf zu finden.

Eine Rechnung offen hat die FDP. Diese hat bei den letzten Erneuerungswahlen einen Sitz verloren und hat ein klares Ziel herausgegeben: Diesen dritten Sitz wieder zurückzuholen. Dabei geht die FDP eine Listenverbindung mit der CVP ein, die mit vier Kandidierenden ins Rennen steigt.

Rüttenen

In Rüttenen sind es zwei Gemeinderäte, die nicht zur Wiederwahl antreten. Zwei, die der gleichen Partei angehören, zwei, die schon lange dabei sind. Die Sprache ist von Jürg Allemann und Gilbert Studer – beide FDP. Gilbert Studer war zudem während der letzten zwei Legislaturen der Gemeindepräsident von Rüttenen. Es wird spannend sein, wie gut die FDP den Abgang von zwei von drei bisherigen Gemeinderäte verkraftet.

Zwei FDP-Gemeinderäte treten nicht mehr an. Darunter Gilbert Studer

Zwei FDP-Gemeinderäte treten nicht mehr an. Darunter Gilbert Studer

zvg

Die entstandene Lücke für die FDP füllen, soll unter anderem Markus Boss. Der CEO der Regiobank Solothurn kandidiert erstmals für den Gemeinderat und will, vorausgesetzt er wird in den Gemeinderat gewählt, Gemeindepräsident werden. Nebst der FDP haben vier weitere Parteien Wahlvorschläge bei der Gemeindekanzlei eingereicht. Die Grünen (derzeit drei Sitze), die SP (zwei Sitze), die SVP (ein) sowie die CVP, die vor vier Jahren ihren einzigen Sitz im Gemeinderat verlor.

Um wieder zurückzukehren, haben sie eine Liste mit fünf Kandidierenden aufgestellt. Darunter der frühere Gemeinderat Daniel Reinhart (2013 bis 2017). Die Grünen und die SP werden jedoch versuchen, die 2017 erstmals erreichte linke Mehrheit zu halten. Alle fünf Listen miteinbezogen, kandidieren in Rüttenen 23 Personen, darunter sechs Frauen.

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