Langendorf
Gemeinde kann sich mit Fachmarkt-Plänen nicht anfreunden

Der Langendörfer Gemeinderat ist gegen die Pläne der Rimaplan AG, auf dem Trittibachhof-Areal einen Fachmarkt zu bauen und verhängte eine Planungszone im Süden des Areals. Das wiederum hat eine Einsprache der Rimaplan AG nach sich gezogen.

Urs Byland
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Was passiert mit dem Trittbachhof-Areal? Am rechten Bildrand ist die Bielstrasse zu erkennbar.

Was passiert mit dem Trittbachhof-Areal? Am rechten Bildrand ist die Bielstrasse zu erkennbar.

Hansjörg Sahli

Die Interessen im Gebiet Trittibachhof an der Bielstrasse liegen weit auseinander. Der Gemeinderat hat Ende Juni eine Planungszone über das südlich gelegene Grundstück Nummer 2044, das beinahe die Hälfte des nicht überbauten Areals ausmacht, verhängt. Anfang Juli ist die Planungszone publiziert worden. Das Grundstück liegt in der Gewerbezone mit Wohnen. Der Wohnanteil darf dort bei maximal 20 Prozent liegen. Die andere, nördliche Hälfte des Gebietes Trittibachhof liegt aktuell in der Reservezone.

Die Planungszone gilt ab Publizierung für drei Jahre. Während dieser Zeit darf auf dem Grundstück nicht gebaut werden. Der Gemeinderat hat sich dieses planerischen Instrumentes bedient, weil ein Gestaltungsplan zum Grundstück eingereicht wurde. Die Eigentümerschaft will dort einen Fachmarkt ansiedeln. Die Planungszone hat laut Gemeinderat den Zweck, dass auf diesem wichtigen Areal noch nichts entschieden werden kann, bevor die Gemeinde ihre eigenen Pläne aufgelegt hat. Immerhin stehe man nur wenige Monate vor der öffentlichen Auflage der Ortsplanungsrevision.

Publikumsintensive Einrichtungen

Als die Gemeinde Langendorf 2013 im Rahmen der Erarbeitung eines Räumlichen Leitbildes die Entwicklungsziele formulierte, war die Rede von einem Verzicht auf weitere «publikumsintensive Einrichtungen». Im Kopf war da wohl in erster Linie die Migros Langendorf. Ein Fachmarkt auf dem Areal Trittibachhof entsprach demnach nicht dem Wunsch der Gemeinde. Lieber sah man zu diesem Zeitpunkt eine reine Wohnnutzung. Deshalb ist die Verhängung einer Planungszone eigentlich nachvollziehbar.

Nur, was will die Gemeinde auf dem Trittibachhof-Areal wirklich? Eine reine Wohnnutzung? Seit 2013 haben sich die Gewichte verschoben. Weiter nördlich will die Eigentümerin des Delta-Areals (2,6 Hektaren Industriezone) dieses etappenweise neu entwickeln, mit Schwergewicht auf der Wohnnutzung. Der Gemeinderat zeigte sich wiederholt überzeugt, dass zusätzlicher Wohnraum im Delta-Areal wesentlich vorteilhafter sei als im weitab vom Zentrum gelegenen Areal Trittibachhof.

In der Folge wurde die im Juli 2013 beschlossene Entwicklungsstudie Trittibachhof, die der Langendörfer Gemeinderat in Auftrag gegeben hatte, vorzeitig beendet, weil Bellach eine Studie über das benachbarte Bellach Ost in Auftrag gab. «Es macht keinen Sinn, dass wir das Areal Trittibachhof allein und losgelöst von Bellach anschauen», sagte Gemeindepräsident Hans-Peter Berger.

Eine gemeinsame Studie sei sinnvoll und werde zudem vom Kanton gewünscht. Sie soll zeigen, welche Nutzung auf diesem Areal Sinn ergäbe. Diese Studie erfolgte. Der Bericht ist abgeschlossen, aber noch nicht öffentlich und soll in den nächsten Wochen in den Gemeinderäten diskutiert werden. Nur: Wird die Studie eine Umzonung des Trittibachhof-Grundstückes vorschlagen? Nur so, oder mit neuen Zonenvorschriften könnte ein Fachmarkt verhindert werden. Und, macht das Sinn?

«Weniger Verkehr mit Fachmarkt»

Laut Bauverwalter Urs Zaugg ist eine Einsprache gegen die Planungszone eingetroffen. Diese sei sehr umfangreich. Im Planerbüro, welches den Gestaltungsplan im Namen der Eigentümerin Rimaplan AG eingereicht hatte, ist man überzeugt, dass andere Nutzungen als der vorgesehene Fachmarkt mehr Verkehr anziehen werden. Man bedaure die Negativhaltung der Gemeinde.

Martin Döbeli, Geschäftsführer der Totalunternehmerin Rimaplan AG, will momentan keine vertiefte Stellungnahme abgeben. «Es handelt sich um ein laufendes Verfahren.» Er bestätigt, dass Rimaplan AG Einsprache gegen die zu erhebende Planungszone erhoben hat. «Ich hoffe, dass die Gemeinde nach über 10 Jahren ‹Stillstand› bei diesem Grundstück für die Einsprache Verständnis sowie ein offenes Gehör hat und mit uns in zielführende Gespräche einsteigt.»

Die Rimaplan AG entwickelt und realisiert Detailhandelsstandorte sowie Industrie-, Gewerbe- und Wohnbauten. In der Region war die Rimaplan beispielsweise federführend beim Bau der Denner-Filiale in Gerlafingen.