Bellach
Für das Futsal-Team CIS Marigona ist noch nicht alles verloren

Die Zwischenbilanz sieht für das Futsal-Team von CIS Marigona nicht gut aus, aber mit einem Sieg in der letzten Runde wäre die Saison noch zu retten.

Hans Peter Schläfli
Merken
Drucken
Teilen
Kristjan Laski sucht das Foul und hofft auf den Penalty.

Kristjan Laski sucht das Foul und hofft auf den Penalty.

Hans Peter Schläfli

Foul für Marigona. Kristjan Laski schreitet in der Kaselfeld-Turnhalle die Distanz ab und zeigt den Gegnern, wie weit zurück sie stehen müssen. «Kris, du bist heute nicht Schiedsrichter», ruft einer der Zuschauer. Claudio Marra – der wirkliche Schiri – nimmts gelassen und die Leute in der Halle amüsieren sich prächtig.

Denn Laski ist zwar auch Schiedsrichter, Juniorentrainer und Organisator der Futsal-Events, aber an diesem Sonntag ist er nur einer der Spieler, die versuchen, für CIS Marigona Punkte im Kampf gegen den Abstieg aus der Nationalliga A zu erobern.

Dass der Derendinger Verein seine Heimspieltage im Bellacher Kaselfeld austrägt, hat finanzielle Gründe. Mit «nur» 750 Franken gehört die schöne Dreifachturnhalle zu den günstigen in der Region. «Ja, Futsal ist ein teurer Spass», erklärt Kristjan Laski, jeder muss seinen Beitrag leisten.»

Fairplay geht über alles

Die kosovarischen und albanischen Namen dominieren bei Marigona und bei Salines Futsal aus Rheinfelden. «In unserer Heimat gibt es viele kleine Teppichplätze und Futsal wird in jedem Dorf gespielt», erklärt Marigona-Trainer Engard «Edi» Gjokaj die Popularität des Sports unter seinen Landsleuten – obwohl die meisten Spieler «Secondos» mit Schweizer Pass sind.

Da es keine Banden gibt, ist die Ballbehandlung besonders wichtig. Fairplay wird im Futsal ernst genommen. Tackling und jedes in die Beine rutschen sind verboten. Der Ball springt kaum vom Boden auf, weshalb es nur sehr selten verletzungsgefährliche Situationen bei hohen Bällen gibt. Kurz: Im Futsal kommt Technik vor Kampf.

Das Kürzel «CIS» wurde übrigens vom Centro Italiano Sportivo Solettese übernommen, unter dessen Obhut 2008 die Futsal-Geschichte der katholischen Kosovaren und Albaner der Region begann. Marigona war der Name der Frau, die 1912 bei Albaniens Unabhängigkeitserklärung die Nationalflagge nähte. Für Marigona passte man den Inhalt auf Club Integruar Shqiptar (integrierender albanischer Verein) an. 2009 wurde CIS Marigona als Futsal-Verein gegründet und 2012 offiziell in den Solothurner Fussballverband SOFV aufgenommen.

Entscheid nächsten Sonntag

Obwohl bei Marigona vier Spieler fehlten, die mit ihren «gewöhnlichen» Fussballklubs im Trainingslager sind, lebt die Hoffnung gegen den haushohen Favoriten Salines, immerhin Leader in der Gruppe, lange bestehen. Kurz vor der Pause steht es nur 0:1 und Salines hatte bereits fünf Fouls auf dem Konto. Beim sechsten Foul gäbe es einen Penalty für Marigona. Einmal, zweimal, dreimal fällt Kristjan Laski spektakulär und mit Getöse, aber die Pfeife des Schiedsrichters bleibt stumm.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit baut Salines die Führung rasch aus und die Laskiboys – so steht es auf dem Rücken der Jerseys – resignieren. Sie lassen den Gegner gewähren und setzen nicht mehr nach. Am Ende geht Marigona 2:12 unter. Nun kommt es beim letzten Spieltag am nächsten Sonntag in Luzern zur alles entscheidenden Begegnung gegen das punktgleiche Wohlen. Der Verlierer wird in die Nationalliga B absteigen müssen.