Subingen
Eine Prise Politik mit Helmut Hubacher

Der 91-jährige alt Nationalrat Helmut Hubacher sprach an der 1.-August-Feier in Subingen vor gut 400 Personen.

Urs Byland
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1.-August-Feier 2017 in Subingen mit Helmut Hubacher
14 Bilder
Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold spricht
Alt-Nationalrat Helmut Hubacher betritt das Podium
Helmut Hubacher spricht im festlich dekorierten Zelt zu den Besucherinnen und Besuchern der 1.-August-Feier in Subingen.
Helmut Hubacher spricht an 1.-August-Feier 2017 in Subingen
Der letzte Jahrgang des letzten Jahrhunderts wird 2017 an der Jungbürgerfeier geehrt
Die Jungbürger beim Gelöbnis
Jungbürgerinnen verkaufen Süsses
Der Gratis-Brunch wurde geschätzt
Die Musikgesellschaft spielt auf
Ein Glas Wein offeriet von Fredi Schmid
Der Gemeindepräsident dankt Hubacher und seiner Frau Gret

1.-August-Feier 2017 in Subingen mit Helmut Hubacher

Urs Byland

Wenn sich das Volk erhebt und zur Melodie der Bläser und den trockenen Schlägen des Trommlers «Trittst im Morgenrot daher» singt, fragt man sich zerstreut. Wer tritt daher? – Eben die Schweiz. Dieser Staat, den die Väter und Urväter und sicher auch die Mütter und Urmütter geformt haben. Dieses kaum fassbare Wesen, für das man vielleicht doch eine kleine Träne verdrückt: «Zum Geburtstag viel Glück.»

Man blickt zurück, wie alt Nationalrat Helmut Hubacher, der mit seiner Frau Gret vom Subinger Gemeindepräsidenten Hans Ruedi Ingold am Geburtstagmorgen aus dem Jura zum Festzelt neben der Mehrzweckhalle chauffiert wurde. Hubacher weiss viele Geschichten zu erzählen, etwa von seinem politischen Feind «de Blocher» oder von seiner Zeit als SBB-Lehrling in Derendingen.

Eigentlich sieht sich der SPler Hubacher aber eher als 1.-Mai-Redner denn als 1.-August-Redner. Aber vielleicht– betrachtet man es von der anderen Seite – hat der 91-Jährige am 1. Mai einfach die falschen Zuhörerinnen und Zuhörer. Vielleicht passen seine Erinnerungen eher zum 1. August. In Subingen auf jeden Fall klatschte das Volk lange und intensiv, nachdem Hubacher nicht nur den Spezialfall Schweiz beleuchtet hatte.

Dazu gehörte etwa der Hinweis auf den 169. Geburtstag des Bundesstaates. «In den 169 Jahren seit Bestehen des Bundesstaates wurden 116 Bundesräte oder, wie man im Ausland sagt, Minister gekürt. Das hätte in Italien nicht mal für zwei Jahre gereicht.» Im Herbst wird das 117. Mitglied die Nachfolge von Didier Burkhalter antreten.

Die AHV als Errungenschaft

Damit war Hubacher beim zweiten Thema seiner Rede, der bevorstehenden Abstimmung zur 11. AHV-Revision. Denn auch Burkhalter hatte sich an dieser Revision schon die Zähne ausgebissen, bevor er ins Aussendepartement wechselte. «Nächstes Jahr wird die AHV 70 Jahre alt», sagte Hubacher. Er möge sich daran erinnern, als der Pöstler seinem Grossvater im Januar 1948 die erste Rente von 80 Franken aushändigte. «Das ist der soziale Durchbruch, sagte er zu meiner Grossmutter. Man muss wissen, dass sie bis zu diesem Zeitpunkt nur schlechte Zeiten erlebt hatten, mit dem Generalstreik 1918, der Weltwirtschaftskrise und den Kriegen.»

Inzwischen sei die AHV bereits zehnmal revidiert worden. «Der erste Schritt war der wichtigste», wiederholte Helmut Hubacher die Worte von Ex Bundesrat Hanspeter Tschudi, ebenfalls SPler und Stadt-Basler. Die nun von Bundesrat Alain Berset vorgelegte elfte Revision, die im Nationalrat nur knapp durchkam, sei aus seiner Sicht unterstützenswert. Sie sichere ab 2020 die AHV für die nächsten zehn Jahre. «Es gibt einen knappen Ausgang, aber wir haben eine Chance.»

Teilnehmerzahl explodiert

Im und rund um das Zelt verfolgten gut 400 Subingerinnen und Subinger Hubachers Rede. «Seitdem wir den 1. August am Geburtstagsmittag feiern, explodiert die Teilnehmerzahl», erklärt der Gemeindepräsident. «Am Abend feiert der Schweizer lieber gerne im eigenen Garten.» Mitverantwortlich für den Erfolg ist sicher der Gratis-Brunch. «Da nimmt man auch den Redner in Kauf», ergänzte Hubacher. Der FC Subingen betrieb die Festwirtschaft und die Jungbürgerinnen und Jungbürger halfen mit beim Verkauf und beim Aufbau der Infrastruktur. Ihnen wurde nach Hubachers Rede das Gelöbnis abgenommen. «Von 33 haben sich nur 6 oder 7 entschuldigen müssen.»

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