Advent
3000 Lichter schaffen am Burgäschisee eine besondere Magie

Auf einem Weg von drei Kilometern am Burgäschisee wurden 3000 Lichter aufgestellt.

Agnes Portmann-Leupi
Merken
Drucken
Teilen
Lichterzauber am Burgäschisee
12 Bilder
In aller Stille inmitten der Lichter
Beim Seeblick gibts etwas Warmes für die Durchgefrohrenen
Beim Seeblick gibts etwas Warmes für die Durchgefrohrenen

Lichterzauber am Burgäschisee

Hanspeter Bärtschi

Funkeln, leuchten, flackern auf rund drei Kilometer Lichterweg um den Burgäschisee – so, als hätte sich ein sternenübersätes Himmelsgewölbe auf die Erde niedergelegt. Über 3000 Lichter leuchteten am Samstagabend die Wege aus, in langen Linien, hohlen Gassen, verwinkelten Waldabschnitten.

Zwischen Tannenästen, Sträuchern und Geäst lugten Laternchen hervor. Geheimnisvoll zeigten sich ausgeleuchtete Baumstrünke, Wurzeln und am Boden liegende Baumstämme. Am Ende des Bootssteges glitzerte ein Tannenbäumchen, dessen Kerzenglanz mit der Spiegelung im Wasser wetteiferte. Auf einem Wegabschnitt vermittelten Kerzenständer aus Draht, Eisen und Holz eine besondere Stimmung. Finnenkerzen erhellten die finstere Nacht.

Viele Kinder trugen eigene Laternen mit. Beim Weissensteinkanälchen sangen wohlklingend die «Just voices»: «Frohe Weihnachten, die Zeit ist wunderbar». Und als wunderbar befanden die unzähligen Leute den Lichterweg. «Das ist nicht zu toppen, megaschön», sagte eine junge Frau. Eine andere meinte: «So schön habe ich es mir nicht vorgestellt.» Und ein Mann hielt fest: «Eine Super-Stimmung.»

Bei der Hornusserhütte Seeberg, die einer weihnachtlich geschmückten Krippe glich, freuten sich die Besucher über Glühwein oder Punsch. Kaum vermeldete Bruno Gygax von der Burgergemeinde Seeberg, dass die Herdplatten in der Hütte die Zubereitung der heissen Getränke beinahe nicht mehr schafften, war der Kurzschluss auch schon verursacht.

Besinnliches Einstimmen

Nebenan auf der Wiese versammelten sich die Besucher um drei behagliche Feuer. Dass das Zwischenmenschliche voll zum Tragen kam, war unschwer zu hören. Genau dies erhofften sich die Organisatoren des Lichterweges: besinnliches Einstimmen auf die Feiertage und schöne Begegnungen.

Organisiert und in unzähligen Stunden liebevoll gestaltet wurde der Anlass für die Einwohner der beiden Gemeinden Aeschi und Seeberg von der Bürgergemeinde Aeschi, der Burgergemeinde Seeberg, dem Burgseeverein Burgäschi und dem Verein Pro Aeschisee. Dies zum zweiten Mal nach einem Unterbruch von drei Jahren. Die Unkosten werden untereinander aufgeteilt.

Die Idee des Lichterweges stammt von Marianne und Geri Kaufmann, die sich von der Einsiedelei inspirieren liessen. «Super» seien die kantonsübergreifende Harmonie und die spontane Begeisterung der Mitwirkenden, sagte Geri Kaufmann. Thomas Jäggi, Präsident der Bürgergemeinde Aeschi, sprach von einer Bereicherung für die beiden Gemeinden Aeschi und Seeberg.

Schöner als jedes Schaufenster

In der «Grube» spielte die Bläsergruppe Grasswil weihnachtliche und besinnliche Lieder. Wegen der Minustemperaturen landeten die eiskalten Mundstücke zwischendurch in den warmen Jackentaschen. «Inne abe wärme» gehörte aber zum Rezept für die körperliche Wärme. Diese Musik genoss ein Grüppchen auch etwas abseits auf mitgebrachten Stühlen. Vom Grill gabs bei ihnen privat Cervelats zur Vorspeise und anschliessend Fondue. Unterwegs anzutreffen war Philipp Frey, Präsident des Vereins Pro Aeschisee, der ausgelöschte Lichter erneuerte. «Die Helfer durften sich kreativ betätigen, ohne irgendwelche Vorgaben.»

Nach dem Rundgang konnte beim Restaurant Seeblick Bündner Gerstensuppe gekauft werden. Über 800 Portionen wurden ausgeschenkt – dies, obwohl bei weitem nicht alle Besucher das Angebot nutzten. An einem Feuer wärmte sich Daniel Luterbacher, Präsident des Burgseevereins Burgäschi. Er freue sich, dass der Anlass die Leute begeistere. Die Stimmung in den verschiedenen Abschnitten könne kein Schaufenster in der Stadt bieten, sagte er. «Der schönste Moment für mich ist, wenn ich später in aller Stille inmitten der Lichter nach Hause spaziere.»