Kommentar
Corona-Hickhack zwischen dem Bund und den Kantonen: Das muss endlich ein Ende haben

Feiern oder nicht feiern? Mit Maske oder ohne Maske? Während Tagen standen Solothurner Clubs vor dem Ungewissen. Einmal mehr stiften die Regierenden mehr Verwirrung als Klarheit. Ein Kommentar.

Sven Altermatt
Sven Altermatt
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Ohne Kontrolle geht's nicht: Nun dürfen die Clubs im Kanton Solothurn selbst entscheiden, ob sie lieber auf 2G oder aber auf die Maskenpflicht setzen.

Ohne Kontrolle geht's nicht: Nun dürfen die Clubs im Kanton Solothurn selbst entscheiden, ob sie lieber auf 2G oder aber auf die Maskenpflicht setzen.

Keystone

Sie hätten der Politik eigentlich eine Lehre sein sollen: der Skiterrassen-Streit oder das letztjährige Desaster, als Restaurants plötzlich im einen Kanton offen waren und im anderen geschlossen. Doch trotz den Erfahrungen, die wir in bald zwei Jahren Coronakrise gesammelt haben, machen die Regierenden gerade wieder denselben Fehler. Sie stiften mancherorts mehr Verwirrung – statt Verunsicherung zu verhindern.

Wie verheerend dies sein kann, zeigt sich dieser Tage bei den Clubs. Wochenlang forderten sich Bund und Kantone gegenseitig auf, Massnahmen zu ergreifen. Herausgekommen ist ein Hickhack, das unerträglich ist für die Betroffenen.

Zuerst ordnete die Solothurner Regierung an: Wer in einem Club tanzen will, muss Maske tragen und sich beim Trinken hinsetzen. Damit mussten die Lokale de facto schliessen. Nur drei Tage später entschied dann der Bundesrat, dass in den Clubs doch richtig gefeiert werden darf, sofern diese die 2G-Regel anwenden; also nur noch Geimpfte und Genesene einlassen. Zwei weitere Tage verstrichen. Dann zog die Solothurner Regierung nach. Nun übernimmt auch sie die Bundesregeln. Die Clubs können jetzt mit 2G wieder öffnen – nachdem sie Konzerte schon abgesagt haben.

Klar ist: Erfordert es die epidemiologische Lage, müssen die Coronaregeln verschärft werden. Ebenso klar ist: Es braucht schweizweit einheitliche Regeln. Das Massnahmen-Pingpong zwischen dem Bund und den Kantonen muss endlich ein Ende haben.

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