Kanton Solothurn
Wer sich gegen die Grippe impfen lassen will, soll sich sputen

Viele Leute haben sich in diesem Jahr gegen die Grippe impfen lassen. Dadurch ist es zu Engpässen in einigen Apotheken im Kanton Solothurn gekommen.

Christina Varveris
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Grippeimpfdosen mussten nachbestellt werden. (Themenbild)

Grippeimpfdosen mussten nachbestellt werden. (Themenbild)

KEYSTONE/DPA-Zentralbild/MARTIN SCHUTT

Die «normale» Grippeimpfung war beliebt dieses Jahr. Dominik Schroeder, Geschäftsführer der Medbase Apotheke in Solothurn, erinnert sich zurück an den Oktober: «Am ersten Tag hatte ich 13 Impftermine.» So ging es weiter, bis es im November zu Lieferengpässen kam. «Dann haben wir nachbestellt, und jetzt
haben wir zu viele Dosen.» In der Stadt hätten sich vor allem die Stammkunden impfen lassen, «kaum Junge», wie der Geschäftsführer sagt.

Er führt das zurück auf die Homeofficeempfehlungen. «Wahrscheinlich sagten sich viele, dass, wenn sie vor allem zu Hause seien, das Risiko für eine Grippe eher klein sei.»

Ansturm in Olten – bis Ende Jahr impfen reicht noch

In Dulliken und Olten hingegen sah es anders aus: «Bei uns haben sich viele zum ersten Mal gegen die Grippe impfen lassen», sagt Melanie Grütter, Präsidentin des kantonalen Apothekerverbands. «Die Anfragen gingen weit vor der Auslieferung des Impfstoffs los.» Auch hier gab es im November einen Engpass. Gleich zwei Mal bestellte die Geschäftsführerin der Jura Apotheke in Dulliken nach, «und jetzt haben wir auch ein paar Dosen zu viel».

Gegen die Grippe impft man sich im Idealfall Mitte Oktober bis Mitte November, um für die normale Grippewelle, die Ende Dezember oder Anfang Januar anrollt, gewappnet zu sein. «Aber auch jetzt im Dezember macht es noch Sinn, sich gegen die Grippe zu impfen» , sagt Grütter. Viele Impfwillige wurden sogar auf den Dezember vertröstet, «damit wir genügend Impfungen für Risikopatienten und Gesundheitspersonal hatten».

Gesunde können sich noch bis Ende Jahr gegen Grippe impfen lassen, danach macht es keinen Sinn mehr, erklärt die Präsidentin des Apothekerverbands weiter: «Der Impfschutz tritt erst zwei Wochen nach der Impfung ein, und dann erwarten wir keine Grippewelle mehr.»

Noch nicht geimpfte Risikopatienten und Gesundheitsfachpersonen, sollten dies laut Grütter jetzt nicht mehr tun, denn: Zwischen der Grippe- und der Covid-19- Impfung sollten vier Wochen liegen, um Nebenwirkungen minimieren zu können. «Vielleicht gibt es gar keine Grippewelle – alle schützen sich so gut, da hat es das Grippevirus schwer», so Grütter. Sie sei gegen Grippe geimpft und werde sich «auf jeden Fall» so bald wie möglich auch gegen Covid-19 impfen lassen.