Kanton Solothurn
Wegen Covid-19 Patienten: Erste Operationen wurden verschoben

Die Eingriffe in den Kantonsspitälern in Olten und Solothurn werden seit dieser Woche reduziert. Dabei geht es um Behandlungen, bei denen für die Patientinnen und Patienten kein grosser Leidensdruck besteht.

Rebekka Balzarini
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In den Solothurner Spitälern wurden erste Eingriffe verschoben.

In den Solothurner Spitälern wurden erste Eingriffe verschoben.

Zur Verfügung gestellt

Die Anweisung hat der Kanton in der vergangenen Woche erteilt, seit zwei Tagen setzen die beiden Kantonsspitäler in Olten und Solothurn sie um: Um genug Personal für die Behandlung von Covid-19 Patienten auf den Intensivstationen zur Verfügung zu haben, werden nicht dringende Operationen verschoben.

«Seit dem 3. November hat die soH die elektiven operativen Eingriffe reduziert», schreibt die Solothurner Spitäler AG (soH). «Medizinisch dringliche Eingriffe werden weiterhin durchgeführt, ebenso wie Eingriffe bei Patientinnen und Patienten mit hohem Leidensdruck».

Das Personal, das im Operationssaal tätig gewesen wäre, arbeite nun auf den Intensivstationen. Man sei in den Spitälern bemüht, die zeitliche Verzögerung für Eingriffe «so kurz wie möglich» zu halten.

Aktuell drei freie Intensivbetten

Wie viele Eingriffe die Spitäler verschieben mussten, gab das Spital nicht bekannt. Stand Mittwoch waren im Kanton Solothurn 24 Betten auf den Intensivstationen besetzt. Davon waren neuen Betten mit Patienten belegt, die an Covid-19 erkrankt sind. Freie Intensivbetten gab es Stand gestern drei im Kanton. Insgesamt wurden Stand gestern 61 Personen mit Covid-19 im Spital gepflegt.

Während im Frühling der Neubau des Bürgerspitals vorbereitet worden war, um allenfalls Covid-19-Patienten behandeln zu können, ist das in diesem Herbst nicht mehr möglich. «In den künftigen Patientenzimmern des Neubaus werden aktuell die Böden saniert. Sie stehen für stationäre Behandlungen also nicht zur Verfügung», so die soH.

Falls mehr Kapazitäten benötigt werden, könnten im Kanton bis zu 40 Intensivpflegeplätze mit Beatmungsgeräten geschaffen werden. Dafür müssten die Pallas Kliniken AG und die Privatklinik Obach nicht dringliche Operationen verschieben.

Wann die Privatkliniken Betten und Personal zur Verfügung stellen müssen, wird laut der Allgemeinverfügung betreffend Anordnungen an sämtliche Spitäler des Kantons Solothurn aufgrund der konkreten Fallzahlen im Kanton festgelegt.

Personal soll entlastet werden

Um das Personal in den Spitälern zu entlasten, sucht die soH nach Fachpersonal. In dieser Woche hat das Unternehmen etwa auf Facebook einen entsprechenden Beitrag veröffentlicht.

«Die Personalrekrutierung über Social-Media-Kanäle ist vorsorglich gedacht. Sie verfolgt das Ziel, mögliche künftige Engpässe abzufedern», schreibt die soH dazu. Wie viele Fachpersonen gesucht werden, könne nicht genau festgelegt werden: «Wir können keine Zahlen nennen, da es nur eine Momentaufnahme ist», so die soH.

«Je nach Disziplin oder Anforderungen ans Stellenprofil ist die Rekrutierung anspruchsvoll. Die Situation ist fürs Personal sowie die Personalplanung herausfordernd». Bisher sei es in den Spitälern des Kantons aber gelungen, jeweils alle Dienste abzudecken.