«Der Dichter und der Phlox»
Trotz Pension kommt Hans E. Gerber nicht zur Ruhe

Der pensionierte Kanti-Professor Hans E. Gerber hat ein Buch herausgegeben und arbeitet schon am nächsten Band.

Fränzi Zwahlen-Saner
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93 Jahre alt ist der ehemalige Kantonsschullehrer Hans Erhard Gerber in diesem Jahr. Das Gehör ist nicht mehr so gut wie vor Jahren. Doch im Geist ist der ehemalige Deutsch- und Philosophieprofessor noch immer rege und aktiv. Und zwar so gut, dass er nach seinem ersten Buch, «Der Dichter und der Phlox», vom vergangenen Jahr nun bereits an einem Folgeband schreibt. Es sind erlebte Geschichten und Anekdoten, die Gerber im Lauf seines Lebens gesammelt hat. Zudem schreibt er auch gerne kleine Gedichte, Aphorismen über den Alltag, die Herausforderungen des Lebens. Das Schreiben und die Literatur begleiten den Pensionär zeit seines Lebens. Als ehemaliger Präsident der Töpfergesellschaft Solothurn, ehemaliges Mitglied des Kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung, Kolumnenschreiber und Zeitungsartikel- und Leserbriefverfasser hat er sich schreibend einen Namen gemacht. «Fernseh-Gedichte», «Wengistein-Zweizeiler» sind derzeit am Entstehen, sagt er und das belegt auch schon, in welchem Umfeld Gerber heute zu Hause ist.

Der gebürtige Drei-Höfer entstammt einem Bauerngeschlecht, studierte dann aber an der Universität Bern. Ein Kommilitone von ihm war Friedrich Dürrenmatt, weiss er zu berichten. Überhaupt ist Gerber befreundet mit so vielen Dichtern. «Kürzlich war Ernst Burren bei mir zu Besuch», erzählt er und freut sich riesig, dass der Autor ihm gleich sein neuestes Buch dagelassen hat. «Und wissen Sie übrigens, dass ich Peter Bichsel entdeckt habe», sagt er mit Schalk in seinen Augen. In der Tat war er es, der Bichsel als damaliger Präsident der Töpfergesellschaft, zu seiner ersten Lesung in den 1960er Jahren eingeladen hatte. Ein Schüler von ihm war auch der spätere Autor Walter Schenker.

Seit zwei Jahren lebt Gerber nun im Altersheim Wengistein und er ist sehr zufrieden damit. «Es kommt immer mal wieder Besuch.» Einer, der ihn regelmässig aufsucht, ist der ehemalige Bundesrat Samuel Schmid. So trifft man Gerber an seinem Schreibpult, schreibend und philosophierend.

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