Qualitätsbescheinigung

Solothurner Kantonsrat weist Label für Restaurants ab

Der Kantonsrat ist der Meinung, dass die bisherigen Regelungen ausreichen. (Symbolbild)

Der Kantonsrat ist der Meinung, dass die bisherigen Regelungen ausreichen. (Symbolbild)

Die Qualitätsbescheinigung sollte mit den Noten «ungenügend», «genügend», «gut» oder «sehr gut» ausgestellt werden. Die grosse Mehrheit im Kanton war aber der Meinung, dass die jetzige Regelung genügt.

Der Kantonsrat wies den Auftrag von Hardy Jäggi (SP, Recherswil) an den Regierungsrat mit 7:84 Stimmen ab. Dieser hatte eine kantonale Qualitätsbescheinigung für Restaurants und Läden mit frischen Lebensmitteln gefordert, in der das Ergebnis der letzten Lebensmittelkontrollen festgehalten sein sollte.

Jäggis Auftrag war detailliert ausgearbeitet. Anhand der letzten drei Kontrollen des Kantonschemikers sollte die Qualitätsbescheinigung mit den Noten «ungenügend», «genügend», «gut» oder «sehr gut» ausgestellt werden. «Die Konsumentinnen und Konsumenten haben ein Recht darauf zu erfahren, ob ihr Metzger, Bäcker oder ihr Restaurant bei der Lebensmittelkontrolle gut abgeschnitten haben oder nicht», hiess es im Auftrag.
Bisher kennt in der Schweiz nur der Kanton Zug ein ähnliches Label, das in vielen anderen Ländern – wie zum Beispiel in Brasilien – gleich beim Eingang jedes Restaurants gut sichtbar aufgehängt sein muss.

Die grosse Mehrheit im Kanton war aber der Meinung, dass die jetzige Regelung genügt. «Nur 10 Prozent der Betriebe müssen sich den obligatorischen Nachkontrollen stellen», sagte Markus Dietschi (BDP, Selzach). Es sei gut, dass man die 90 Prozent der Betriebe, die gut arbeiten, in Ruhe lässt.

Die Mehrheit der Fraktion der Grünen wünsche eine Verbesserung, sagte Barbara Wyss (Solothurn). «Pech hat heute, wer an einen der Betriebe gerät, die es mit der Hygiene nicht so genau nehmen, die mehrfach verwarnt wurden. Hier würde eine gut sichtbare, amtliche Qualitätsbescheinigung helfen.»

Dieser Meinung widersprach Johanna Bartholdi (SVP, Egerkingen): «Eine schlecht aufgeräumte Garderobe oder ein Putzmittel, das zu nahe an den Lebensmitteln steht, das kann bereits zu einer Beanstandung führen.»

«Es wäre zwar im Sinne der Konsumentinnen und Konsumenten», fand Luzia Stocker (SP, Olten). «Aber das nach Risiko gewichtete System hat sich bewährt. Eine Umstellung würde viel mehr kosten.» Urs Ackermann (CVP, Balsthal) war gleicher Meinung und sprach sich für die «qualitätsbasierte» Kontrolle aus. «Man rückt denen, die es nicht gut machen, so lange fast täglich auf die Pelle, bis sie die Situation im Griff haben.»

«Ich sehe schon, dass ich wohl mit fliegenden Fahnen untergehen werde», sagte Hardy Jäggi in seinem Schlusswort und er forderte deshalb den Verband Gastro Solothurn auf, selber ein Label zu kreieren. (hps)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1