Subingen
Seit 2009 gekündigt – bis heute ist der Raubtierpark nicht geräumt

Bis heute hätte René Strickler das Grundstück in Subingen der Besitzerin zurückgeben sollen. Obwohl dieser letzte Termin verpasst wurde, geben sich die Beteiligten «entspannt».

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Das Areal vom Raubtierpark sollte bis heute geräumt worden sein. Der Eingang im Jahr 2014.

Das Areal vom Raubtierpark sollte bis heute geräumt worden sein. Der Eingang im Jahr 2014.

Urs Byland

Heute hätte die Geschichte ein Ende haben sollen. Bis heute hätte René Strickler seinen Raubtierpark in Subingen räumen sollen. Hätte. Die Geschichte dauert an. Bereits 2009 kündigte die Landbesitzerin Strickler. Aufgrund von Mieterstreckungen konnte Strickler auf dem Grundstück bleiben. Auch die angeordnete Zwangsräumung wurde nie vollzogen.

Zuletzt hatten sich Obergericht, Raubtierpark und Landbesitzerin auf eine Räumung bis heute, 30. Juni, geeinigt. Diese hat aber noch nicht stattgefunden. Strickler zieht derzeit mit seinen Tieren in den Siky Park – ehemals Siky Ranch – in Crémines um. Werner Ballmer, Verwaltungsratspräsident des Siky Parks, sagt auf Anfrage, es gebe nichts Neues zu vermelden. Man stehe in engem Kontakt mit allen Beteiligten, alles verlaufe nach Plan. Das Wichtigste seien die Tiere. Derzeit befinden sich noch Tiger in Subingen. «Sobald wir fertig sind, können wir aufräumen.»

René Strickler und sein Raubtierpark: Eine bewegende Geschichte
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2003 mietet Strickler für fünf Jahre ein Gebäude sowie rund 6000 Quadratmeter Land in Subingen. Eigentümerin des Geländes ist die Espace Real Estate Holding AG.
2005 muss er ein neues Baugesuch einreichen Es kommen immer wieder neue Gehege und Gebäude dazu, die auf einen permanenten Raubtierpark hindeuten.
Wie finanziert sich ein Raubtier-Themenpark? 2007 erhält Strickler zwar die Bewilligung, in Dompierre (FR) einen 42'000 Quadratmeter grossen Raubtierpark-Themenpark zu bauen, die Finanzierung des 35-Millionen-Projekts ist jedoch nicht gesichert.
2008 wird der Mietvertrag noch einmal für drei Jahre verlängert Die Zukunft der Raubtiere scheint wenigstens für eine Weile gesichert.
Im August 2009 wird jedoch bekannt, dass der Mietvertrag vor Monaten gekündigt wurde. Wohin nun mit den Tieren?
Im Januar 2010 erreicht René Strickler eine Mieterstreckung für drei weitere Jahre Die Raubtiere, darunter auch seltene Exemplare wie dieser weisse Tiger mit Namen Arisha, und die 50 kleineren Tiere, wie Hasen, Schweine oder Ziegen sind noch einmal um eine Räumung herum gekommen.
2013 fordert Strickler vergeblich eine weitere Mieterstreckung um drei Jahre. 2014 einigt er sich vor der Zivilabteilung des Richteramts Bucheggberg-Wasseramt auf einen Vergleich für die Räumung des Raubtierparks auf Ende 2015.
Demo für Raubtierpark 200 Tierfreunde bekunden im März ihre Solidarität für René Stricklers Raubtierpark. Dieser muss das Gelände bis Mitte Juli geräumt haben. (20. März 2016)

René Strickler und sein Raubtierpark: Eine bewegende Geschichte

Urs Lindt

«Nach vorne schauen»

Und nach dem Aufräumen kann die Landbesitzerin – die Espace Real Estate – ihr Grundstück wieder nutzen. Fast zehn Jahre nach der Kündigung. «Wir sehen das entspannt», sagt Geschäftsleiter Lars Egger. Bei einem Treffen nächste Woche werde man über den neuen Zeitplan reden. Er sei zuversichtlich, dass man die Sache bis August durchziehen könne. Er habe «keine Bedenken» und «vollstes Vertrauen».

Dass auch der letzte Termin verpasst wurde, stört gar nicht? «Das stört schon – wir haben schliesslich Pläne mit dem Areal», so Egger. Das Grundstück sei zwar nicht gerade eine Perle, aber eines der grössten entlang der A1. Allenfalls investiere man selbst oder verkaufe Teile davon. Es gebe verschiedene Interessenten. Festgelegt habe sich die Espace Real Estate noch nicht. «Wir wollen mit der Vergangenheit abschliessen», sagt Egger zum Schluss. «Und nach vorne schauen.» (NKA)

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