Kantonsrat
Prominente Abgänge bei SVP und FDP

15 Männer und Frauen treten nicht mehr an für die Wahl in den Kantonsrat Solothurn. Bei der SVP stellt sich beispielsweise ein Viertel der Fraktion nicht mehr zur Wahl.

Elisabeth Seifert und Lucien Fluri
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Diese Politiker treten nicht noch einmal an zur Kantonsratswahl 2017 in Solothurn
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Thomas Eberhard, SVP Bettlach. Nach bald 11 Jahren im Rat will er Freiraum für etwas Neues schaffen. Er hat keine weiteren politischen Ambitionen. Wesentlich mitgeprägt hat er die Politik als Präsident der Bildungskommission
Beat Käch, FDP Solothurn, sass seit 1993 ununterbrochen im Kantonsparlament. Damit ist der 67-Jährige der Amtsälteste. «Es hat Spass gemacht, aber jetzt ist es genug.» Käch war im Rat die Stimme des Staatspersonals.
Ernst Zingg, FDP. 16 Jahre war er Oltner Stadtpräsident und 16 Jahre Kantonsrat, 2015 gar Kantonsratspräsident. Nun will er, der in seinem Wahlkreis Stimmengarant für die FDP war, aufhören und Platz für neue Ideen machen.
Verena Enzler, FDP Lostorf, tritt nach acht Jahren nicht mehr an. «Das Mandat ermöglichte viele Kontakte und spannende Einblicke in viele Bereiche.» Jetzt aber sei es an der Zeit, Jüngeren Platz zu machen.
Beat Blaser, SVP, Obergerlafingen. Nur vier Jahre sass der Unternehmer im Kantonsrat. «Es hat Spass gemacht. Aufzuhören tut etwas weh», sagt er. Doch Blaser will mehr Zeit für seine Firma, die er erfolgreich ausgebaut hat.

Diese Politiker treten nicht noch einmal an zur Kantonsratswahl 2017 in Solothurn

Lucien Fluri

Im Mai 2017, wenn der neu gewählte Kantonsrat erstmals tagt, werden zahlreiche frischgebackene Parlamentarierinnen und Parlamentarier im Ratssaal Platz nehmen. Allein schon deswegen, weil ein gutes Dutzend bisherige Kantonsräte nicht mehr antreten. Bei der SVP ist ein Aderlass zu beobachten.

Von den 19 bisherigen SVP-Kantonsräten stellen sich fünf – und damit ein Viertel der Fraktion – nicht mehr zur Wahl. Darunter auch langjährige Politiker wie Thomas Eberhard, Fritz Lehmann oder Hansjörg Stoll, die in ihren Wahlkreisen bestens verankert sind. Mit dem bereits Ende Dezember zurückgetretenen Albert Studer wird der SVP ein weiteres prominentes Mitglied fehlen. Solche Rücktritte ermöglichen zum einen neuen Frauen und Männern den Einzug in die kantonale Legislative, zum anderen aber fehlen der Partei Stimmengaranten.

Ähnlich präsentiert sich die Situation bei den Freisinnigen. Hier werden ebenfalls fünf bisherige Kantonsrätinnen und Kantonsräte nicht mehr antreten – ein Fünftel der Fraktion. Darunter prominente und langjährige Kantonsräte wie Beat Käch, der Präsident des Staatspersonalverbands, der ehemalige Oltner Stadtpräsident Ernst Zingg sowie Markus Grütter, eine gewichtige wirtschaftspolitische Stimme innerhalb des Freisinns.

Schon im Juli hat sich mit dem ehemaligen Kantonsratspräsidenten Claude Belart ein prominenter Freisinniger verabschiedet. In der Amtei Olten-Gösgen tritt mit Synodalratspräsidentin Verena Enzler eine weitere bekannte Person nicht mehr an. Kaum oder gar keinen Rückzug verzeichnen Grüne, CVP und SP. Die beiden Letzteren hatten vor vier Jahren viele Abgänge – und entsprechend einen Generationenwechsel. Mit Christine Bigolin tritt heuer allerdings eine beliebte und respektierte SP-Politikerin ab.

Sie treten nicht mehr an:

FDP: Beat Käch (Solothurn), Verena Enzler (Lostorf), Markus Grütter (Biberist), Rosmarie Heiniger (Gänsbrunnen), Ernst Zingg (Olten);

GLP: Rudolf Hafner (Dornach);

SVP: Beat Blaser (Obergerlafingen), Thomas Eberhard (Bettlach), Leonz Walker (Bettlach), Claudia Fluri (Mümliswil), Fritz Lehmann (Bellach), Hansjörg Stoll (Mümsliwil);

CVP: Fabio Jeger (Meltingen);

SP: Karl Tanner (Trimbach), Christine Bigolin Ziörjen (Aetigkofen).

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