Interpellation
Noch immer keine Lohngleichheit von Mann und Frau

FDP-Kantonsrätin Anita Panzer plädierte in einer Interpellation für eine bessere Überprüfung der Lohngleichheit bei öffentlichen Ausschreibungen des Kantons..

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«Für zwei Fünftel des Lohnunterschieds gibt es aber keine Erklärung», so Anita Panzer.

«Für zwei Fünftel des Lohnunterschieds gibt es aber keine Erklärung», so Anita Panzer.

Keystone

Die aktuellen Statistiken geben Kantonsrätin Anita Panzer (FDP, Feldbrunnen) zu denken. Die Schweiz liegt in Sachen Gleichstellung in einem globalen Vergleich nur noch auf Rang 11 – und verschlechterte sich damit um einen Platz. Zwischen 2010 und 2012 hat sich die Lohnschere zwischen Mann und Frau zudem weiter geöffnet. Frauen verdienen in der Privatwirtschaft um 18,9 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, 2010 waren es noch 18,4 Prozent.

Anita Panzer (FDP, Feldbrunnen)

Anita Panzer (FDP, Feldbrunnen)

zvg

Unterstützung durch die Linke

Der Kanton setze im öffentlichen Beschaffungswesen zurecht auf die Selbstdeklaration der Unternehmen, meinte Urs Allemann (CVP, Rüttenen). Ob bei der Entrichtung von Sozialabgaben, der Einhaltung von Arbeitsschutzbestimmungen oder eben der Lohngleichheit von Mann und Frau. «Eine eingehende Überprüfung hätte einen Kontrollapparat zur Folge.» Stichproben hätten zudem ergeben, dass es im Beschaffungswesen zu keine gravierenden Verstössen gekommen sei.

Ganz generell sei, so Allemann, das Beschaffungswesen das «falsche Objekt», um die Lohngleichheit durchzusetzen. Es gelte vielmehr, Voraussetzungen zu schaffen, damit Familie und Beruf besser zu vereinbaren sind. Für durchaus berechtigt hält SVP-Kantonsrätin Claudia Fluri (Mümliswil) das Anliegen von Anita Panzer. Von einer besseren Kontrolle im Submissionswesen hält aber auch sie nichts.

Ganz anderes tönt es vonseiten der Linken. «Es ist unverständlich, dass der Regierungrat nichts unternehmen will, um für Gleichheit zu sorgen», sagte Markus Baumann (SP, Derendingen). Der Kanton habe bei Submissionen eine Verpflichtung zu überprüfen, ob die Kriterien eingehalten werden. Als Vertreterin der Grünen holte Doris Häfliger (Zuchwil) zu einer eigentlichen Grundsatzdebatte über die noch immer nicht realisierte Gleichstellung von Mann und Frau aus. Seit 33 Jahren sei diese in der Bundesverfassung verankert. «Jetzt ist es endlich Zeit, diese auch konsequent umzusetzen.» (esf)

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