Kanton Solothurn
Handelskammer wählt neuen Präsidenten und will «athletisch» in die Zukunft

Die 147. Generalversammlung der Solothurner Handelskammer wurde aufgrund der Corona-Situation per Livestream aus der Villa Serdang in Feldbrunnen übertragen. Indikatoren deuten auf einen steilen Wachstumspfad nach der Pandemiebaisse hin.

Balz Bruder
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Im schwarzen Anzug der scheidende Präsident Hansjörg StöckliIm grauen Kittel und Jeans der neue Präsident Rolf Riechsteiner

Im schwarzen Anzug der scheidende Präsident Hansjörg StöckliIm grauen Kittel und Jeans der neue Präsident Rolf Riechsteiner

Zvg

Mit weniger medialen Begleitgeräuschen als beim Gewerbeverband, aber nicht minder bedeutsam: Die Solothurner Handelskammer hat einen neuen Präsidenten. Auf Hansjörg Stöckli, der das Amt vor drei Jahren übernommen hat, folgt der bisherige Vizepräsident Rolf Riechsteiner. Die Generalversammlung der SOHK hat ihn zum neunen Präsidenten gewählt.

Dies im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung, die aus der Villa Serdang in Feldbrunnen übertragen wurde. Riechsteiner, Mitinhaber bei BSB + Partner, Planer und Ingenieure, ist in der SOHK bereits gut integriert – er gehört dem Vorstand seit vier Jahren an.

Auch wenn die Zeiten nicht einfach sind: Stöckli blickte in seiner Abschiedsrede durchaus mit Optimismus in die Zukunft. Zwar dürfte das Solothurner Bruttoinlandprodukt im vergangenen Jahr um vier bis fünf Prozent eingebrochen sein. Doch eine Umfrage von Gewerbeverband und Handelskammer im April zeigt: Die Geschäftslage wird sowohl für das erste als auch das zweite Quartal positiv beurteilt.

Gastgewerbe, Event-, Reise- und Freizeitindustrie leiden weiter, weite Teile der Wirtschaft sind allerdings auf einen steilen Wachstumspfad zurückgekehrt. Erfreulich dabei: Die Zeichen bei der Beschäftigung stehen dabei nicht auf Abbau, sondern auf Aufbau – nicht zuletzt zurückzuführen auf Nachholeffekte im Konsum ebenso wie bei den Investitionen.

Keinen Bogen machte Stöckli um die Europafrage, die er als wirtschaftspolitisch «grösste Knacknuss» bezeichnete. «Das Schlimmste wäre, wenn die Verhandlungen über das Rahmenabkommen abgebrochen würden, ohne einen konkreten Plan B oder C zu haben», rief Stöckli der Politik in Erinnerung.

Und deutlich wurde er auch mit Blick auf die Abstimmungen vom 13. Juni: Der Vorstand der SOHK hat für die beiden Agrarinitiativen die Nein-Parole beschlossen, für das Covid-19-Gesetz und das CO2-Gesetz die Ja-Parole. Vorausschauend warnte Stöckli zudem vor den negativen Folgen der 99-Prozent-Initiative der Juso: «Diese Steuerinitiative ist insbesondere für Familienbetriebe, KMU und ihre Beschäftigten brandgefährlich und bedeutet auch für die Mittelschicht höhere Steuern.»

Athletisch bleiben – so lautet denn auch die Devise für die Solothurner Industrie und ihre Exponenten. Nach einem Grusswort von Volkswirtschaftsdirektorin Brigit Wyss sprach die ehemalige Skirennfahrerin und Olympiasiegerin Dominique Gisin unter dem Titel «A True Athlete» zu den virtuellen Teilnehmern der Generalversammlung. Oder, wie sich der abtretende Präsident Hansjörg Stöckli ausdrückte: «Wenn Wirtschaft, Politik und Verwaltung am gleichen Strick ziehen, werden wir die Herausforderungen gemeinsam meistern.»

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