Frederik Maarsen

Jetzt hofft er den Film einem Festival-Publikum zu zeigen

Ihr Kurzfilm "Durchschaut" ist fertiggestellt. Beide haben sich bei ihrer gemeinsamen Arbeit schätzen gelernt.

Jung-Regisseur Frederik Maarsen (l.) und sein Kameramann Olaf Markmann.

Ihr Kurzfilm "Durchschaut" ist fertiggestellt. Beide haben sich bei ihrer gemeinsamen Arbeit schätzen gelernt.

Der gebürtige Gerlafinger, Jung-Regisseur Frederik Maarsen (22), hat seinen jüngsten Kurzfilm «Durchschaut» mit Anatole Taubman fertiggestellt. Nun ist er auf der Suche nach einem Filmfestival, wo er Premiere feiern kann.

Im September 2018 waren die Dreharbeiten des jungen, aus Gerlafingen stammenden Regisseurs Frederik Maarsen (22) für seinen Kurzspielfilm «Durchschaut« abgedreht. Danach ging es in die Postproduktion. «Jetzt sind wir daran, den 29 Minuten langen Film an Festivals einzureichen und hoffen, dass er bald irgendwo seine Premiere feiern kann», sagt Maarsen. Zu sehen ist aber bereits ein Trailer auf der Homepage des Regisseurs.

Der Kurzfilm, der zunächst noch den Arbeitstitel «Albert» trug, heisst jetzt «Durchschaut». Darin geht es um den seit Jahren arbeitslosen Fabrikarbeiter «Albert», gespielt von Anatole Taubman. Er ist ein Gewohnheitsmensch und geht täglich an einen Leichenschmaus um seinen Hunger zu stillen. Er bastelt an Erfindungen und beobachtet seine Traumfrau «Lucie» durch den Feldstecher. Als er eines Tages ins Gefängnis wandert – wegen seinen unerlaubten Beerdigungsbesuchen – muss er sich erstmals in einer neuen Situation zurechtfinden.

Anatole Taubman als Türöffner

Dass der international bekannte Schauspieler Anatole Taubman die Hauptrolle übernommen hat, ist ein Volltreffer für den Regisseur. Das zeigte sich insbesondere bei der Mittelbeschaffung und dem Zusammenstellen der Filmcrew. «Es ist ganz klar, dass uns dieser prominente Name viele Türen öffnete», so Maarsen. Doch der deutsche Kameramann Olaf Markmann, den Maarsen ebenfalls hat engagieren können, relativiert. «Ganz klar war auch die für den jungen Mann doch sehr kompetente und routinierte Arbeitsweise mit ein Grund dafür, dass dieses Filmprojekt in einer solch kurzen Zeit hat realisiert werden können.

Maarsens Stärke ist es, sich mit den richtigen Personen zu umgeben. Er hat die richtigen Leute für die Kernaufgaben geholt, sodass er sich auf seine Regiearbeit hat konzentrieren können». Er selbst habe den Regisseur ja auch nicht gekannt. Doch seine zielstrebige Art und natürlich das packende Drehbuch, hätten ihn überzeugt, sich zur Verfügung zu stellen. «Wagen wir das», habe er sich gesagt, trotzdem bei einem Kurzfilm das Budget nie gross ist. «Ein Mikrobudget.»

Drehort Solothurn schon immer im Kopf

Die Chemie am Set habe aber gestimmt, die Kommunikation geklappt, sagen beide. «Der Regisseur war erstaunlich durchsetzungsstark in seiner Schauspielführung», sagt der Kameramann. «Wir beide sind im Voraus ziemlich detailliert die Einstellungen durchgegangen und haben es dann auch so durchgezogen. So macht das Arbeiten Spass». Maarsen ergänzt: «Solothurn habe ich als Drehort ausgesucht, weil es visuell meiner Idee entsprach, zeitlos wirkt und ich sie beim Schreiben des Drehbuchs schon vor Augen hatte». Zum Beispiel konnte der Saal des Hotels de la Couronne genutzt werden. Doch es wurden auch Sets gebaut. «Das Zimmer, in dem der Hauptprotagonist lebt, und in dem viele Szenen spielen, sowie die Gefängniszelle haben wir in einer Halle der Ypsomed bauen können».

Maarsen kannte «seinen» Kameramann erst nur von Werbefilmen her. «Doch die haben mich überzeugt. Insbesondere sein Umgang mit dem Licht, seine Art es einzusetzen faszinierten mich». Zudem sei Markmann an den Drehtagen mit seiner Routine der ruhige Pol gewesen. «Ich habe einen ästhetischen Anspruch», sagt Markmann über seine Arbeit. «Wenn ich durch den Sucher, in diesem gewissen Tunnel als erster genau das sehe, vorauf es ankommt, fasziniert mich das ungemein. Ein toller Augenblick, auch bei einem Kurzfilm, wie diesem von Frederik.» Auch wenn es 14-stündige Drehtage gebe, setzt er hinzu.

Der Regisseur erwähnt noch: «Es freute mich ganz besonders, dass Corinna Glaus mich im Casting der Schauspieler unterstützt hat, denn sie ist die derzeit die wichtigste Besetzerin im Schweizer Film und hat ein enormes Vorstellungsvermögen der gewünschten Charaktere.» Ein Kurzfilm ist ein Trittbrett für eine Regie-Karriere weiss Maarsen und sagt: «Ich will mit Filmen mein Geld verdienen». Der Kameramann kann sich vorstellen, wieder mit ihm zu arbeiten. «Wenn es terminlich passt und mir das Projekt gefällt, sicher.»

Maarsen hat bereits ein neues Filmprojekt im Kopf, diesmal für einen längeren Streifen. «Ende Monat starte ich mit dem neuen Drehbuch und werde bereits Ende Jahr beginnen, die Finanzierung dafür auf die Beine zu stellen.» Noch sei nicht sicher, ob er diesen Film wieder in Eigenproduktion realisieren will oder ob er sich an eine externe Produktionsfirma wendet. «Angebote hätte ich. Ich überlege noch». Auf jeden Fall soll es ein deutschsprachiger Film werden, der aber nicht in der Schweiz gedreht wird. «Hier ist es einfach zu teuer».

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