Kunst
Ganz in Weiss: Das Kunstforum feiert sein 30-jähriges Jubiläum

Das Kunstforum Solothurn feiert sein Jubiläum mit einer Ausstellung ganz in Weiss. Begonnen hat alles 1987 in Bern, entstanden aus dem Wunsch der beiden ausgebildeten Lehrer Hanspeter Dähler und Christoph Abbühl, ein gemeinsames Projekt zu gestalten.

Eva Buhrfeind
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Christoph Abbühl (links) und Hanspeter Dähler sind seit 30 Jahren als Galeristen tätig.

Christoph Abbühl (links) und Hanspeter Dähler sind seit 30 Jahren als Galeristen tätig.

Eva Buhrfeind

30 Jahre Galerietätigkeit, das sind 30 Jahre Leidenschaft: «Wandel und Kontinuität», wie es Roswitha Schild in der Schrift zum 20-Jahr-Jubiläum titelte. Begonnen hat alles 1987 in Bern, entstanden aus dem Wunsch der beiden ausgebildeten Lehrer Hanspeter Dähler und Christoph Abbühl, ein gemeinsames Projekt zu gestalten. Ein Raum war schnell gefunden, das Interesse für das künstlerische Schaffen war ausgeprägt vorhanden. Abbühl hatte in Florenz eine Keramikerausbildung absolviert; Dähler arbeitete zusätzlich als grafischer Gestalter.

Die Suche nach einem konkreten Konzept jedoch dauerte etwas länger. Es war die Begegnung mit den keramischen Arbeiten von Candido Flor und Giancarlo Scapin in Mailand, die den Weg wiesen. In Bern wurde daraufhin die erste Ladengalerie «desinfarkt» eröffnet mit dem Anspruch, das qualitativ hochstehende Kunsthandwerk zu propagieren.

Von Bern nach Kirchberg ...

Erst mit dem notwendig gewordenen Wechsel nach Kirchberg kam es 1996 zum Strategiewechsel. Der Ausstellungsraum wurde «Kunstforum Kirchberg» genannt, das Programm auf Schmuck und Keramik reduziert. Recht bald schon konnten sich die beiden Galeristen in der Schweizer Szene für angewandte Kunst etablieren, über den deutschsprachigen Raum hinaus entwickelte sich das Programm international.

Neben der Tätigkeit als Galeristen begannen Hanspeter Dähler und Christoph Abbühl erfolgreich mit der Kuratierung fremder Ausstellungen. Ein Höhepunkt war für beide, die Ausstellung «swiss Contemporary Ceramics» der Arbeitsgemeinschaft der Schweizer KeramikerInnen in Baltimore (USA) zu kuratieren.

... und Solothurn

Erneut mussten dann die Räumlichkeiten in Kirchberg aufgegeben werden, aber die beiden Galeristen fanden an der Schaalgasse in Solothurn einen optimalen Ort, um seit 2005 im sogenannten Kunstforum Solothurn zeitgenössische keramische Kunst in ihrer Vielfalt präsentieren zu können. 2008 entschied sich zudem Christoph Abbühl, im ersten Stock der Liegenschaft einen Ausstellungsraum für zeitgenössische Malerei und Zeichnung einzurichten.
Die aktuelle Jubiläums-Werkschau – eine Art Essenz der Galeristentätigkeit und des Ausstellungsprogramms zwischen «Wandel und Kontinuität» – beweist, wie Dähler und Abbühl sich letztendlich treu geblieben sind. Die Auswahl aus beiden Galerieprogrammen, Keramik, Malerei, Objekt und Zeichnung, ist eine Summe der Aktivitäten der vergangenen 30 Jahre, die stets einer inneren Linie folgt und für die Zukunft wegweisend ist.

Kunst als Geheimnis

«Kunst ist immer ein grosses Geheimnis», umreisst es Hanspeter Dähler, wenn er mit dem keramischen Kunstanspruch zeigen will, dass das Material Ton dieselbe künstlerische Kraft und Ausdrucksmöglichkeiten hat wie eben zum Beispiel Pinsel und Farbe. So ist denn auch für Christoph Abbühl Kunst «Nahrung für die Seele». Er möchte sein künstlerisches Programm auf eine weitere Reduktion und auf die Farbfeldmalerei fokussieren.

«Weiss», das klingt erst einmal eher einfarbig. Aber die von Hanspeter Dähler und Christoph Abbühl gemeinsam ihren jeweiligen künstlerischen Intentionen entsprechend konzipierte Ausstellung vereint und beweist, dass Weiss eben nicht einfach weiss ist, sondern die Summe aller Farben und sich auch farbig zeigt.

Das Spektrum umfasst 32 Kunstschaffende mit 70 Werken. Die Inhalte sind vielfältig wie die Kunstschaffenden. Internationale Namen finden sich, nationale und etliche bekannte Solothurner Künstlerinnen und Künstler sind vertreten. Das keramische Schaffen umfasst Objekthaftes, zeitlose Ästhetik, Geometrisches ebenso wie das Figürliche. Auch auf der malerischen, zeichnerischen und plastischen Seite ist Weiss voller wirkungsvoller Überraschungen.

Bis 23. September. Geöffnet: Mi, Do, Fr 14–18 Uhr 30, Sa 14–17 Uhr. Am Freitag 1.9. und am Mittwoch 20.9. jeweils um 18.30 Uhr führen Hanspeter Dähler und Christoph Abbühl
durch die Ausstellung. www.kunstforum.cc; galerieabbuehl.ch

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