«‹Wo ziehe ich hin?› Haben Sie sich die Frage nicht auch schon gestellt?». So heisst es in einer Mitteilung von Mirco Röthenmund. Der Subinger hat sich mit dieser Frage vor einigen Jahren selbst auseinandergesetzt und ist so auf die ursprüngliche Idee für eine Web-App gestossen, die jeder und jedem die Suche nach dem passenden Wohnort erleichtert. Vor rund zweieinhalb Jahren hat er dann begonnen, diesen Gedanken in einem Programm umzusetzen.

Deshalb ist die Web-App «Wohnungsrechner» entstanden. Die Nutzer geben die gewünschte Wohnungsgrösse und Zimmeranzahl an, machen einige Angaben zur eigenen Person und das Programm beginnt zu rechnen.

Darauf schlägt das Programm fünf Gemeinden vor, die auf die individuelle Lebenssituation des Users zugeschnitten sind. Somit kann ein idealer Wohnort gefunden werden, an dem der Nutzer möglichst viel sparen kann.

So funktioniert das Programm

Der «Wohnungsrechner» basiert auf vier Komponenten. Bei seinen Berechnungen bezieht er sich auf alle Krankenkassenmodelle der Schweiz und die qualitätsbereinigten Mietzinse jeder Gemeinde der Schweiz. Ausserdem berücksichtigt er Mobilitätskosten wie Auto oder ÖV und die Steuerbelastung der verschiedenen Ortschaften.

Dazu wird extrem viel errechnet: Wo müsste man welchen Mietzins zahlen? Welches Auto fährt der Nutzer? Wie oft gebraucht er das Verkehrsmittel – oder benutzt er ÖV? Das System füllt bei seinen Berechnungen auch automatisch hypothetische Steuererklärungen aus.

Der Youtube-Clip des Wohnungsrechners

Der Youtube-Clip des Wohnungsrechners

Hinter den fünf idealen Wohnortsvorschlägen, die das Programm dann ausspuckt, steckt somit extrem viel. Und wer steckt hinter der Entwicklung dieses Programms?

Der Ideenlieferant des «Wohnungsrechners» hat die Web-App selbstständig programmiert. Die Entwicklung dauerte auch eine ganze Weile, wie Röthenmund auf Anfrage sagt. «Vor rund zweieinhalb Jahren habe ich begonnen meine Idee umzusetzen», sagt er. «Ich habe mir früher selbst überlegt, wo ich hinziehen möchte und dann versucht auszurechnen, welcher Wohnort günstig für mich wäre.»

Er selbst habe dann begonnen auszurechnen, in welchen Kantonen günstige Wohnorte liegen. Dabei hat er festgestellt, dass die genaue Berechnung schwierig, fast unmöglich ist. Deshalb begann er später ein Programm zu entwickeln, welches dem Nutzer die komplizierten Rechnungen abnimmt.

Und die User sollen dann an ihrem neuen Wohnort so günstig wie möglich wohnen und sparen können. «Schlussendlich spielt es ja eine Rolle wie viel ‹Batzeli› man am Ende des Jahres noch in der Hosentasche hat, nicht wo wir die ‹Batzeli› abgeben», sagt der Subinger. 

Dann hat sich der Ideenbringer an die Arbeit gemacht. Jeden Tag hat er rund fünf bis sieben Stunden investiert, um den «Wohnungsrechner» zu programmieren. «Kollegen nannten mich schon ‹Zimmermuffel›», lacht er.

Die App ganz alleine entwickelt

Zuerst habe er die einzelnen Komponenten berechnet und dann Schritt für Schritt Modelle erstellt. Von Hand auszurechnen, was der «Wohnungsrechner» alles erarbeitet, sei auch ihm nicht möglich.

Röthenmund arbeitete für eine Immobiliendatenbank und ist u.a. im Besitz eines CAS-Abschlusses im Bereich Business Intelligence. Nach 15 Jahren Erfahrung in den Gebieten Informatik und Immobilien verfügt er über einiges Wissen, das er zur Entwicklung des Programms verwenden konnte.

«Das was ich nicht wusste, habe ich mir selber erarbeitet», erzählt der Entwickler. Er habe sich selbst schlau gemacht und viel gelesen.

Er selbst hat den fertigen «Wohnungsrechner» auch angewendet - jedoch nicht um eine neue Wohngemeinde zu finden, sondern um zu überprüfen, ob er am «richtigen» Ort lebt. Das Ergebnis des Programms fiel positiv aus.

Einnahmen durch Werbung machen

«Ich möchte die Applikation den Usern kostenlos zur Verfügung stellen», sagt Röthenmund. Momentan ist auf dem Programm auch noch keine Werbung aufgeschaltet. Das wird sich in nächster Zeit wahrscheinlich ändern.

Denn mit Werbung will der Entwickler versuchen, die ganze Arbeit zu finanzieren. Das Tüfteln und Arbeiten hinter dem Bildschirm soll für ihn danach aber noch nicht zu Ende sein. «Mein Traum ist es, den ‹Wohnungsrechner› weiterzuentwickeln», erzählt der tüchtige Subinger.