Derendingen
Sterbehospiz: Ab Oktober soll das Pfarrhaus umgebaut, ab nächstem Frühling Patientinnen und Patienten aufgenommen werden

Das Projekt rund um das geplante Solothurner Sterbehospiz nimmt Form an. Mittlerweile sind mehr Details dazu bekannt, noch müssen die Verantwortlichen einige Hürden nehmen, bevor sie starten können.

Noëlle Karpf
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Das Sterbehospiz soll in das ehemalige Pfarrhaus Derendingen ziehen.

Das Sterbehospiz soll in das ehemalige Pfarrhaus Derendingen ziehen.

Hans Peter Schläfli

Ende April nahm das Projekt Solothurner Sterbehospiz eine weitere Hürde. Nachdem der Kanton in Aussicht gestellt hatte, eine provisorische Betriebsbewilligung zu erteilen, gab auch die Kirchgemeinde reformiertes Wasseramt grünes Licht. Nebst einer Bewilligung wie andere Institutionen und Betriebe auch, ist der Verein auch darauf angewiesen – weil das Hospiz im ehemaligen Derendinger Pfarrhaus eingerichtet werden soll.

Damit ab Frühling 2022 6 Plätze für Personen in ihrem letzten Lebensabschnitt angeboten werden können, muss das Haus zuerst noch umgebaut werden. Mittlerweile sind mehr Details zum Projekt bekannt.

Ab Oktober soll gebaut werden

Zum Umbau gehört etwa eine Rampe zum Eingang, aber auch Anpassungen im Bereich Brandschutz, wie Kirchgemeindepräsident Martin Joss erklärt. Bis Ende Juni sollen die Umbaupläne unter anderem von Baubehörden und Gebäudeversicherung geprüft werden. Auch dem Kanton wird das Projekt nochmals vorgelegt.

Im August soll die Baueingabe folgen. «Ab der Baueingabe rechnen wir mit 1–2 Monaten bis zur Baubewilligung.» Eine Auswirkung auf den Zeitplan hat dann auch, ob's Einsprachen gibt oder nicht.

«Der Start für die Umbauarbeiten ist für Anfang Oktober geplant»,

so der Kirchgemeindepräsident. Stand jetzt werden die Kosten auf rund 460'000 Franken geschätzt.

Geschäftsführerin ab Herbst gesucht

Ausgeschrieben ist derzeit zudem die Stelle der Geschäftsleitung des Hospizes. Mit 7,4 Vollzeitstellen sollen künftig Patientinnen und Patienten auf dem letzten Lebensabschnitt betreut werden; Lebensverlängernde oder – verkürzende Massnahmen werden nicht angeboten.

Starten soll der Betrieb des «Hospiz Solothurn» nächsten Frühling. Bis dann wird das Haus noch eingerichtete, zudem sollen Gespräche mit zuweisenden Stellen wie Spitex oder Ärztinnen und Ärzte stattfinden.

Nach wie vor auf Spenden angewiesen

Was den Verein zudem weiter beschäftigen wird: die Finanzen. Um überhaupt die eingangs erwähnte Zustimmung von Kirchgemeinde und Kanton zu erhalten, musste der Verein genügend Spenden vorweisen. Für eine provisorische Betriebsbewilligung muss er nämlich die ersten drei Betriebsjahre stemmen können. Das Gelingen des Projekts ist laut der Vereinspräsidentin abhängig vom Fundraising-Erfolg – parallel dazu werde der Verein «alles unternehmen, um die notwendige Unterstützung durch die öffentliche Hand mittelfristig zu erwirken».

Die Umbauarbeiten sollen Ende Januar abgeschlossen sein, nach einer Abnahme durch die zuständigen Stellen soll das «Hospiz Solothurn» im Frühling den Betrieb eröffnen. Nach drei Jahren Betrieb würde – wenn alles klappt – zudem die ordentliche Bewilligung für sechs weitere Jahre erteilt.