Ausstellung

Das Kunstmuseum Olten ist die ideale Bühne für die «Villa Nix»

Nives Widauer präsentiert die Villa Nix in sieben Räumen

Im Kunstmuseum Olten: Nives Widauer

Nives Widauer präsentiert die Villa Nix in sieben Räumen

Die international bekannte Künstlerin Nives Widauer öffnet im Oltner Museum ihr Universum – ganz persönlich.

Das Kunstmuseum Olten, ein Haus, mit unterschiedlichen Zimmern – oft nicht einfach, hier eine Kunstausstellung zu realisieren – ist die ideale Bühne für Nives Widauers Kunstprojekt «Villa Nix». Der Titel «Villa Nix» bezieht sich auf den Vornamen der in Allschwil geborenen Künstlerin, die seit vielen Jahren in Wien lebt. Nives bedeutet ebenso wie Nix (lat.) Schnee oder schneeweiss, ist aber durchaus mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Nives Widauer beschäftigt sich in ihrer Kunst immer wieder mit ihrem Namen. So übertitelte sie ein Projekt auch mit Blanche, oder ganz einfach B.

Dass die 1965 geborene Künstlerin nun im Kunstmuseum Olten in einer Art Retrospektive zu sehen ist, sei einem schönen Zufall zu verdanken, erklärt Direktorin Dorothee Messmer. Sie sei von der Programmleiterin Bildende Kunst des Centre culturell Suisse CCS Paris, Claire Hoffmann auf Widauer angesprochen worden; man könne doch in einer gemeinsamen Ausstellung das Werk der Künstlerin im CCS Paris und im Kunstmuseum Olten zeigen. Und so fand ein Teil der «Villa Nix», das Antichambre zunächst den Weg ins Marais-Quartier in Paris, um jetzt zusammen mit sechs weiteren Räumen im Kunstmuseum Olten ein inszeniert zu werden.

Gleichzeitig wurde gemeinsam ein Buch über dieses Kunstprojekt herausgegeben, welchen nun ebenfalls vorliegt.

Endlich in die Realität umgesetzt

Nives Widauer erklärt, dass nun im Kunstmuseum Olten mit seinen verschiedenen Räumen eine von ihr lang ersehnte Ausstellungsform Realität hat werden können. Den sieben Räumen, die sie nun bespielt, gab sie Namen: Antichambre, Hortus, Archive, Schlaf(t)räume, Unknown Room, Loggia und Gym. Sie zeigt darin verschiedene Werkgruppen, die alle in den vergangenen Jahrzehnten entstanden sind.

Im Antichambre ist nebst vielem anderen die Reihe «Possibilities» zu sehen. «Es sind teils humoristische körperhafte Assoziationen, welche seit langem gehütete selbst gemachte Puppenkleidchen zur Grundlage haben, die ich an einem Flohmarkt fand», erklärt Widauer. Ein Röckchen wird zur Ständerlampe, ein rotes, aus Wolle geflochtenes Zöpfchen verwandelt sich in Obelix. Verschiedene andere Objekte sind hier beim Vorbeigehen zu entdecken. Zufällig hingestellt? Natürlich nicht. Einnehmend die weiblichen Glaskörper «Portraits of Nine Human Geniuses», die Widauer selbst in einer Glasmanufaktur in Murano hergestellt hat. Im Hortus, dem Garten geht die Künstlerin ihrer Seele auf den Grund. Im eigenen Garten wächst es so, wie man es sich wünscht, wie man es sich ausdenkt. Auffallend die assoziativen Farbstiftzeichnungen auf schwarzem Grund. Geheimnisvolle Symbole, organische Gebilde, ineinander verschlungene Körper oder Gesichter.

Und so wandert der Besucher von Raum zu Raum, findet Objekte mit überraschender Symbolik. Vieles ist aus Fundstücken neu zusammengesetzt, bekommt so eine neue, ganz Widauer-typische Bedeutung. In Videoinstallationen werden Träume sichtbar gemacht. Eine sehr weibliche Sicht auf die Welt, die mit ihrer Vielfältigkeit aber auch Komplexität begeistert.
Ergänzend zur Ausstellung von Nives Widauer hat Katja Herlach im obersten Stock des Kunstmuseums unter dem Titel «Das Haus als Spiegel» Werke aus der Oltner Sammlung zu einem Kaleidoskop der Stile und Epochen zusammen gestellt. Sie fand Werke von Otto Morach bis Raphaela Chiara, insgesamt 64 Positionen, die das Haus, die Behausung oder den Blick in einen Raum thematisieren.

Zur Ausstellung ist ein Buch mit dem Titel «Villa Nix» erschienen. Bis 17. November.

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