Das Interesse an Grenchens neuster religiöser Einrichtung scheint ungebrochen. Dies zeigte der Tag der offenen Tür in der Moschee Ebu Hanife. Isa Ismaili, Mediensprecher der albanisch islamischen Glaubensgemeinschaft (AIG), schätzt die Besucherzahl am vergangenen Samstag auf über 500 Personen.

Über dem vorderen Eingang, der den Männern vorbehalten ist, wehen die Nationalflaggen der Schweiz und Albaniens sowie die Fahne der Stadt Grenchen. Auffallend ist zudem: Das Gebäude ist hindernisfrei gebaut. Ein Aufzug verbindet die drei Geschosse des Gebetshauses, damit es für alle zugänglich ist.

Die Besichtigung startete derweil beim Seiteneingang, der für die Frauen reserviert ist. Vor dem Betreten der Moschee werden gemäss den islamischen Gepflogenheiten die Schuhe ausgezogen. Für die Besucherinnen ist zusätzlich das Tragen eines Kopftuches Pflicht.

Kalligrafische Juwele

Die Kunst der Schönschrift, wie die Kalligraphie auch genannt wird, ist allgegenwärtig. Sie entwickelte sich in den islamischen Ländern, da die bildliche Darstellung von Lebewesen, insbesondere aber von Allah, nicht erlaubt ist. Vor allem die grosse Hauptkuppel ist reichlich mit kalligraphischen Schriftzügen verziert. «Die Kuppeln stellen das Erkennungsmerkmal einer Moschee dar», erklärt Ismaili.

Insgesamt vier Stück zieren das Gebetshaus. An den Wänden wiederum sind zwei Koranverse in den vier Sprachen Albanisch, Deutsch, Französisch sowie Italienisch niedergeschrieben. 117 Fenster sorgen zudem dafür, dass der heilige Neubau regelrecht im Lichterglanz erstrahlt. Ein deutlicher Unterschied zu jenen düsteren Gebetsräumen, welche die AIG vor dem Bau benutzte.

Die Frauen verfolgen das Gebet von der 140 Quadratmeter grossen Galerie aus, während sich die Männer im Gebetssaal im Erdgeschoss aufhalten, der beinahe das Doppelte misst. Verbunden sind die geschlechtergetrennten Räumlichkeiten durch eine einzelne Türe. Das Durchqueren dieses Durchgangs ist den Gläubigen im Normalfall allerdings strikt untersagt.

Im Untergeschoss befindet sich der Aufenthaltsraum mit der Küche. Hier können sich die Moscheebesucher vor oder nach dem Gebet austauschen. Der Raum wird aber auch für Sprachkurse oder etwa Nachhilfeunterricht für Kinder, die Schwierigkeiten mit dem Schulstoff haben, genutzt.