Grenchen

Im neuen Künstlerarchiv bleibt Vergangenes lebendig – ein Rundgang am Museumstag

Das Motto des diesjährigen Museumstages lautet bekanntlich «Museen-Zukunft lebendiger Traditionen». Eine Beschreibung, die wie gemalt scheint für das Künstlerarchiv.

Eine erfreulich grosse Anzahl Interessierter wohnte der (Neu)-Eröffnung des Künstlerarchivs Grenchen (KAG) in der ehemaligen Zivilschutzanlage beim Werkhof bei. Bei einem Rundgang konnten die neuen Räumlichkeiten begutachtet werden. Sie wirken übersichtlicher als noch am alten Standort an der Wiesenstrasse.

«So ein Umzug gibt auch die Möglichkeit, neue Ordnung zu schaffen», betonte Thomas Schärli (Präsident Künstlerarchiv). Zusätzliche Regale und Schränke wurden beschafft. Es stehen nun auch Büro, Sitzungszimmer und eine kleine Küche zur Verfügung. Dazu gesellt sich ein Ausstellungsraum, in welchem zur Eröffnung Werke von Grenchner oder mit der Stadt verbundener Kunstschaffenden gezeigt wurden.

Spannende Sammlung

Das Motto des diesjährigen Museumstages lautet bekanntlich «Museen-Zukunft lebendiger Traditionen». Eine Beschreibung, die wie gemalt scheint für das Künstlerarchiv. Thomas Schärli stellte an den Anfang seiner Betrachtungen den «Vater» des Archivs, Toni Brechbühl. Bereits als Sechzehnjähriger, beim Erwerb dreier Bilder des wissenschaftlichen Malers Paul André Robert (Biel), die er mit zusammengekratztem Taschengeld bezahlte, wollte er mehr über diesen Künstler wissen und meldete sich kurzerhand bei ihm.

«Diese Geschichte wird sich über lange Jahre immer wieder wiederholen: Toni wollte immer noch mehr wissen, schuf Zusammenhänge, wollte dies auch dokumentiert haben, wollte sich mit den entsprechenden Gegenständen – es waren nicht immer nur Kunstwerke – umgeben haben. Und das führte zu einer vielschichtigen und äusserst spannenden Sammlung: Kunstsparten übergreifend; in Lokalgeschichte eingreifend; letztlich auch gesellschaftspolitische Entwicklungen erklärend» führte der Präsident des 2005 gegründeten Vereins aus.

Unschätzbarer Wert

Stadtpräsident François Scheidegger liess kurz die Geschichte des Archivs Revue passieren und betonte, dass es für die Stadt selbstverständlich gewesen sein, bei der Suche nach neuen Räumen und beim Umzug mitzuhelfen. Er würdigte auch das Ausmass, welches das Archiv an Kunstwerken, Büchern, Tonträgern, Münzen Postkarten, Exlibris, Filmen, Fotografien und auch Fasnachtsplaketten angenommen hat.

«Für eine Stadt wie Grenchen ist die Initiative von Menschen, wie wir sie hier im Künstlerarchiv ehrenamtlich antreffen, von unschätzbarem Wert. Als Mitglieder des Künstlerarchivs sorgen Sie dafür, dass Vergangenes nicht vergessen geht. Mit Ihrer Arbeit tragen Sie dazu bei, dass Kulturwerte für unsere Nachwelt erhalten bleiben – und unsere Gegenwart bereichern. Letzteres ist mir wichtig: Sie pflegen und archivieren nicht bloss das Ihnen anvertraute Gut, Sie zeigen es auch regelmässig einem Publikum, sei es mittels Ausstellungen oder Leihgaben», betonte er.

Der Stadtpräsident hob insbesondere die regelmässigen Publikationen hervor, die zumeist einem Kunstschaffendem aus der Region gewidmet ist. Er verwies aber auch auf das Engagement an Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt, dem coffre ouvert oder eben am internationalen Museumstag: «Mit diesen Aktivitäten leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt des kulturellen Lebens in unserer Stadt.»

Die feierliche Eröffnung wurde passend zu Musik und ab Tonträger aufgelockert, die sich im Besitze des Archivs befinden. So erklang «Vo Gränche bigott», intoniert von der Stadtmusik oder «Dursli und Babeli», in einem Jodel von Therese Wirt von Känel (1981), und schliesslich ein Schülerchor zur Einweihung des Halden 1970 . Nicht nur Nostalgiker zeigten sich entzückt.

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