Grenchen
Keine Bastelarbeiten erwünscht: «Coffre ouvert bleibt ein Kunstmarkt»

Endlich wieder ein kultureller Anlass mit nur marginalen Auflagen: Die Jubiläumsausgabe belebte den Marktplatz.

André Weyermann
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Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz.

Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz.

Oliver Menge

Bereits zum 10. Mal fand auf dem Marktplatz die Veranstaltung «Coffre ouvert» statt. Die Idee ist ebenso bestechend wie einfach: Man bepackt sein Auto mit Kunstgegenständen, fährt an den Bestimmungsort, öffnet den Kofferraum und zeigt seine Exponate. Der Platz verwandelt sich so wie von selbst in einen bunten, belebten Kunstmarkt. Die Stadt stellt dabei den Platz unentgeltlich zur Verfügung.

War die Jubiläumsveranstaltung letztes Jahr noch der Pandemie zum Opfer gefallen, konnte sie dieses Mal praktisch ohne Einschränkungen durchgeführt werden. Die Kunstgesellschaft mit dem Anlass-Verantwortlichen Ernesto Gravino sorgte zusätzlich dafür, dass es trotz erfreulichem Publikumszuspruch kaum zu Gedränge kommen konnte, indem die motorisierten Kunstläden diesmal in der Mitte des Platzes angeordnet wurden, die Besuchenden also den Weg aussen herum nehmen mussten, und es im Zentrum so nicht zu grösseren Menschenansammlungen kam. Diese Neuerung wurde von den 50 Ausstellenden und den Gästen gut aufgenommen.

Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz
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Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz
Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz
Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz
Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz
Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz
Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz
Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz
Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz
Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz
Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz
Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz
Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz
Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz
Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz
Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz
Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz

Coffre Ouvert Kunstmarkt in Grenchen auf dem Marktplatz

Oliver Menge / Nikon Z6

Objekte verkaufen oder einfach mit dabei sein

Die Idee zum Coffre ouvert stammte ursprünglich von Claude Desgrandchamps, dem diese Art von künstlerischem Treffpunkt in der Westschweiz aufgefallen war. Seither begegnen sich in ungezwungener Atmosphäre Anfang Juli jeweils auf dem Marktplatz Kunstschaffende, Sammler, interessierte Laien oder auch einfach zufällige Passanten. Der ehemalige Initiator vertrat diesmal das Künstlerarchiv Grenchen: «Wir sind stets dabei, nehmen die Gelegenheit zur Mitgliederwerbung wahr und bieten Werke von regionalen Künstlern an.»

Regelmässiger Ausstellender ist auch Jean-Pierre Molliet, dessen Mobilhome «Bedford 66» alleine schon zum Hingucken verleitete: «Ich bin seit Jahrzehnten leidenschaftlicher Sammler. Letztlich kann man aber nicht alles behalten, und an diesem Anlass besteht die Möglichkeit, unkompliziert das eine oder andere an Interessierte zu verkaufen.» Die Grenchner Künstlerin Debora Rickli-Straka zeigte sich einfach froh, dass sie wieder mal raus konnte, um ihre Kunst zu zeigen und sich mit anderen Künstlerinnen und Künstlern sowie kunstaffinen Menschen auszutauschen.

«Der Coffre ouvert ist keine Brocante»

Obwohl ein paar Regentropfen den Coffre ouvert um eine knappe Stunde verkürzte, zeigte sich Ernesto Gravino zufrieden. Er hatte sich selber eine kleine Skulptur des Grenchner Künstlers Walter Emch gesichert: «Unser Konzept ging auf. Überrascht wurden wir lediglich, als die ersten Ausstellenden bereits einiges vor der eigentlichen Öffnungszeit erschienen.» Siebzig Prozent seien in der Zwischenzeit Stammgäste, die Veranstaltung habe nun die richtige Grösse. Man könne Gäste aus der ganzen Schweiz, zumeist aus der Region und dem benachbarten Elsass begrüssen. Eines ist ihm besonders wichtig: «Wir werden auch in Zukunft auf die Qualität achten. Kunsthandwerk oder Bastelarbeiten sind nicht erwünscht: Der Coffre ouvert ist und bleibt ein Kunstmarkt, keine Brocante.»

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