Granges Politiques
Energiestadt: Kosten ohne Nutzen?

Heinz Müller, Fraktionschef der SVP Grenchen, kritisiert eine Altlast des früheren roten Stadtpräsidenten.

Heinz Müller*
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Das Label Energiestadt - «Meiner Meinung nach ein ‹Wohlfühl-Label› für einige wenige», meint Heinz Müller. (Symbolbild)

Das Label Energiestadt - «Meiner Meinung nach ein ‹Wohlfühl-Label› für einige wenige», meint Heinz Müller. (Symbolbild)

AZ

Das «Energiestadt-Label» wurde während der Ära Banga in Grenchen eingeführt – notabene gegen den Willen der SVP. Damals hiess es, das Label sei kostenneutral. Wie immer, wenn es «kostenneutral» heisst, kostet es bald viel Geld. Für die «Energiestadt» müssen die Grenchnerinnen und Grenchner heute Zehntausende Franken an direkten und indirekten Kosten hinblättern. Zudem verkompliziert das Label den Handlungsspielraum der Stadt unnötig. Denn alles was vom «Energiestadt-Label» gefordert wird, kann die Stadt Grenchen auch ohne diese Kosten selbstständig und freiwillig tun.

Grenchen unternimmt viel, um Energie zu sparen oder erneuerbare Energieformen zu fördern. Erwähnt sei etwa der Windpark, die Fernwärme, die Förderungsmassnahmen für alternative Energien beim Heizen oder auch private Engagements wie das Kleinwasserkraftwerk an der Wiesenstrasse. Man kann für oder gegen diese Massnahmen sein, aber sie sind eine Realität und gehören zu Grenchen.

Darüber gestülpt wurde das Konstrukt «Energiestadt». Meiner Meinung nach ein «Wohlfühl-Label» für einige wenige. Es kostet viel, verkompliziert alles und dient lediglich dazu, nach aussen «besser» auszusehen. Haben Sie sich nicht auch schon gefragt, was denn dieses Label sonst gebracht hat? Dabei meine ich nicht weiche Faktoren wie ein «grünes Image» oder den besseren Schlaf einiger Weltverbesserer – nein, ich meine knallharte Fakten.

Mir kommt nichts in den Sinn, ausser laufende Kosten, die wir für die Erneuerung des Labels immer wieder tragen müssen. Alles, was Grenchen bisher für die Umwelt, das Energiesparen oder erneuerbare Energieformen getan hat, hat die Stadt von sich aus realisiert. Seien wir ehrlich, Grenchen hätte das auch ohne das «Energiestadt»-Label getan.
In der Realität ist es so, dass die Zuständigen in der Verwaltung oder der SWG bei einem entsprechenden Vorhaben immer zuerst die Vorgaben der «Energiestadt» nachlesen, bevor sie sich an die Umsetzungsarbeit machen. Hinter vorgehaltener Hand bestätigen diese auch, dass wegen des «Energiestadt-Labels» nichts besser, aber alles komplizierter wurde. Ich behaupte, sie könnten das Gleiche tun, ohne dass Grenchen Mitglied ist und Zehntausende Franken Kosten für das Label und dessen Auswirkungen tragen muss.

Grenchen soll mit Fakten glänzen, nicht mit beliebigen Titeln für teures Geld. Im Gegensatz zu anderen Städten und Gemeinden im Mittelland kann Grenchen nämlich glänzen. Welche andere Stadt verfügt schon über ein pfannenfertiges Windpark-Projekt oder über ein funktionierendes Fernwärmenetz. Grenchen ist die Energiestadt im Mittelland – auch ohne Label. Ich stelle den wirklich Nutzen des Labels für die Einwohnerinnen und Einwohner deshalb stark infrage.

Heinz Müller, Fraktionschef SVP Grenchen.

@ redaktion@grenchnertagblatt.ch

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