Am Morgen nach dem Brand ist Berat Dzemaili, stv. Geschäftsführer des Hotels Passage, immer noch geschockt. «Es ist schlimm zu sehen, dass Dein Arbeitsplatz, wo Du 16 Jahre beschäftigt warst, ein Raub der Flammen wird.» Er habe eine schlaflose Nacht hinter sich. Denn Dzemaili musste für die 20 Hotelgäste Ersatzunterkünfte finden. Er habe sie im Hotel Airport und im St. Urs und Viktor in Bettlach untergebracht.

Die Schadensbilanz ist verheerend. Der Dachstock und der 4. Stock sind zerstört, die darunter liegenden Stockwerke wurden durch das Löschwasser stark beschädigt. «Das Wasser kam bis ins Restaurant hinunter». Dzemaili ist sich bewusst, dass das Hotel jetzt für längere Zeit zu ist. «Wir werden aber versuchen, das Restaurant so bald als möglich wieder zu öffnen, das sind wir unseren Stammgästen schuldig.»

Die Brandursache scheint für die Augenzeugen klar. Mehrere Personen hätten einen Blitzeinschlag beobachtet, berichtet Dzemaili weiter. «Es gab einen lauten Knall. Das ganze Hotel ist erzittert.»

Offiziell gibt es über die Brandursache noch keine Angaben. «Die Brandermittler sind mit mehreren Personen im Einsatz», erklärt Feuerwehrkommandant Thomas Maritz, der ebenfalls eine schlaflose Nacht hinter sich hat. Die Feuerwehr Grenchen sei mit 55 Feuerwehrleuten und mehreren Fahrzeugen ausgerückt. Bis um Mitternacht war die Gefahr gebannt.

Von der Feuerwehrleiter aus zeigt sich der Schaden nach dem Brand im Hotel Passage in Grenchen

Von der Feuerwehrleiter aus zeigt sich der Schaden nach dem Brand im Hotel Passage

Erst Knall, dann Rauch

Auch ein Augenzeuge, der vis a vis wohnt, vermutet einen Blitzeinschlag. «Als der Knall zu hören war, der durch Mark und Bein ging, sind wir zum Fenster. Da war aber nichts zusehen. Kurze Zeit später haben wir Rauch gerochen und sahen das Feuer. Die Feuerwehr war dann auch schon auf dem Weg», erklärt Mathieu Böckmann, ein Bewohner des Sorag-Hochhauses.

Brand im Hotel Passage in Grenchen

Brand im Hotel Passage in Grenchen

Am Vormittag nahm Stadtpräsident François Scheidegger zusammen mit der Feuerwehr einen Augenschein vor. Auch der neue Stadtbaumeister Aquil Briggen war vor Ort und sicherte die Hilfe des städtischen Werkhofs zu. Um keine Feuerwehrleute oder Brandermittler zu gefährden, mussten im Gebäude diverse Abstützungen vorgenommen werden.

Turmuhr blieb stehen

Glimpflich ausgegangen ist die Sache offenbar für das Optikergeschäft Banz in der Fussgängerpassage. Das Geschäft sei nur leicht betroffen, indem ein Raum kein Wasser mehr habe und das Personal-WC im Keller ausfalle, berichtet Inhaber Martin Banz. Das Optikergeschäft kann also offen bleiben.

Zufall oder nicht: Kurz vor zehn Uhr am Mittwochabend blieb die Uhr der Eusebiuskirche stehen. Man geht auch hier von der Folge eines Blitzschlages aus, wie Pfarrer Renato Tosin erklärt. Gleichzeitig sei nämlich auch das WLAN im Pfarrhaus ausgefallen.

Hotelgäste mussten wegen Grossbrand evakuiert werden

Hotelgäste mussten wegen Grossbrand evakuiert werden

Das Feuer im Dachgeschoss des Hotels wurde laut Augenzeugen offenbar durch einen Blitzeinschlag verursacht. Rund 20 Gäste mussten evakuiert werden.