Übung

Armee probt den Ernstfall mit einer gross angelegten Übung in der Region

In der letzten Woche des Wiederholungskurses absolvierte das Aufklärungsbataillon 1, das drei Wochen im Raum Solothurn stationiert war, eine letzte Übung. Beübt wurden am Dienstag der Flughafen Grenchen und die Klus.

Die Spannungen zwischen dem (fiktiven) Nachbarstaat Admonia und der Schweiz haben in letzter Zeit zugenommen. Nachdem in unserem Land vermehrt Unruhestifter und Saboteure aktiv waren, hat die Polizei die Armee um Hilfe gebeten. Hochrangige Regierungsvertreter Admonias werden nach Grenchen eingeflogen und von dort zu einer Friedenskonferenz nach Balsthal gefahren. Nach Abschluss der Verhandlungen sollen sie wieder nach Grenchen gebracht werden und zurück nach Admonia fliegen. Soweit die Übungsanlage, mit welcher das Aufklärungsbatallion 1 betraut wurde. Batallionskommandant Daniel Spillmann, Oberstleutnant im Generalstab, hat die Übung für seinen letzten WK entworfen, er wird noch drei Tage Dienst tun.

Schon in der Nacht bezogen Teile des Batallions Stellungen im Gebiet: Eine Kompanie bei einem Logistikcenter in der Nähe von Oensingen, eine Kompanie beim Interkantonalen Feuerwehr-Ausbildungszentrum in der Klus von Balsthal und eine Kompanie im und rund um den Flughafen Grenchen. Auf dem Dach des Hotel Airport wurde ein Beobachtungsposten aufgezogen. Den Kommandoposten hatte die Kompaniekommandantin, Hauptmann Olivia de Weck, im Untergeschoss eines benachbarten Baubedarf-Werkhofs eingerichtet. Und weil die Hälfte ihres Personals – im «normalen Ernstfall» 154 Männer – momentan dispensiert ist, verrichtete sie dort die meiste Arbeit selber: Den Funkverkehr sicherstellen, die Lagekarten nachzeichnen, die Verbindungen zum Kommando und zur Übungsleitung aufrechterhalten.

Das Aufklärungsbatallion I beübt den Flughafen Grenchen und die Klus

Das Aufklärungsbatallion I beübt den Flughafen Grenchen und die Klus

Punkt 9.35 Uhr landet ein kleines Flugzeug auf der Piste. Es ist dies die erste Flugbewegung auf dem Flughafen Grenchen an diesem Morgen. Die Maschine – irgend ein kleiner Freizeitflieger – wird supponiert zum Jet mit heikler Fracht. Die VIP werden (supponiert) in Empfang genommen, sie spielen ihre Rolle gut. Die Soldaten des Empfangskomitees staunen nicht schlecht, als sie sogleich zu Gepäckträgern degradiert werden. In Tat und Wahrheit handelt es sich bei den VIP um Soldaten des Mediendienstes, die das Aufklärungsbatallion während des ganzen Wiederholungskurses begleiten.

Auch der Chef sieht zu: Brigadier Mathias Tüscher, Kommandant der Mechanisierten Brigade 1, ist aufmerksamer Beobachter während der ganzen Übung.

Nach Momenten der Verwirrung über die Route nach Balsthal fährt der Konvoi los, über Arch durch den Wald in den Bucheggberg hinein. Plötzlich stoppt der vorderste Panzerjäger «Piranha», ein weiterer wird nach vorne gezogen. Die «helvetische Bürgerwehr» hat die Strasse gesperrt und will den admonischen Vertretern an den Kragen. Aber die Strasse ist in der Realität stark befahren, weshalb die Sperrung durch die Kantonspolizei, die den Konvoi begleitet, rasch wieder aufgehoben wird.

Weiter gehts, durch Bauerndörfer auf Landstrassen in Richtung Autobahn, die der Konvoi nach nur einmal Verfahren auch findet. In Balsthal wird die Delegation beim hochgesicherten Ausbildungszentrum in Empfang genommen, die Schweizer Delegation ist schon da. Die Verhandlungen hören so schnell auf, wie sie begonnen haben. Wutentbrannt verlässt der Regierungsvertreter Admonias den Tisch und will sofort nach Hause. Draussen demonstrieren Anhänger und Gegner und müssen von den Soldaten im Zaum gehalten werden. Die VIPs werden nach Grenchen zurückgebracht und fliegen heim. Admonia wird die Schweiz noch in der folgenden Nacht angreifen. Die Soldaten werden dem Feind aber die Stirn bieten – bis Übungsende.

Das Aufkl Bat 1 gibt übrigens am Mittwoch ab 16.30 Uhr auf dem Kreuzackerplatz in Solothurn die Standarte ab. Die Bevölkerung ist dazu herzlich eingeladen.

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